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Hohe Energiepreise

Verbrauchsarme Duschköpfe helfen beim Stromsparen

Nachfrage gestiegen

Wassersparende Duschköpfe oder Aufsätze rechnen sich sehr schnell
Duschköpfe mit geringem Wasserverbauch sind derzeit sehr gefragt. (SYMBOLBILD)

Wassersparende Duschköpfe sind derzeit stark nachgefragt. Weil mit ihnen weniger Warmwasser verbraucht wird, helfen sie beim Stromsparen.

Angesichts der hohen Preise für Strom und Gas herrscht eine hohe Nachfrage nach wassersparenden Duschköpfen. Zwei Modelle, die nur 6 Liter Wasser pro Minute verbrauchen, sind in mehreren Onlineshops ausverkauft. Baumärkte und Hersteller bestätigen auf APA-Anfrage die hohe Nachfrage der Kunden. Wassersparenden Duschköpfe verbrauchen nur rund die Hälfte der Wassermenge, es muss daher nur halb so viel Wasser erhitzt werden, was Energie und mehrere hundert Euro im Jahr spart.

 

Duschköpfe mit geringem Verbrauch

Zwei Produkte, die das Wasserverbrauch beim Duschen auf 6 Liter senken - "hansgrohe Crometta Green" und "BUBBLE-RAIN espresso" - sind online für die nächsten ein bis zwei Monate nicht verfügbar, wie es in den Webshops heißt. Auch die Baumarktketten Obi, Hornbach und Bauhaus haben die 6-Liter-Variante nicht mehr im Sortiment.

Nachfrage gestiegen

Die Baumarktkette Bauhaus erklärte auf APA-Anfrage, gegenüber dem Vorjahr eine gestiegene Nachfrage nach wassersparenden Sanitärutensilien zu verzeichnen. Der Anstieg lasse sich vor allem auf die aktuelle Lage und den Wunsch der Kunden zurückführen, bestehende Einsparpotenziale im eigenen Haushalt noch besser auszuschöpfen und sich auf den bevorstehenden Winter vorzubereiten, so das Unternehmen.

Wasser- und Energiesparen

Im Geschäft mit dem Wasser- und Energiesparen beim Duschen mischt auch ein Unternehmen aus Altenberg bei Linz mit. Bisher hat sich die Rabmer GreenTech GmbH aber mehr auf große Verbraucher, etwa auf Hotels mit vielen Duschen oder Fitnesscenter fokussiert. Seit dem Anstieg der Energiepreise merkt die Firma aber auch zunehmendes Interesse bei Privatkunden, wie Geschäftsführerin Ulrike Rabmer-Koller zur APA sagte.

Laut Rabmer-Koller haben sich Umsatz und Stückzahlen beim "Ecoturbino", einem Aufsatz, der das Wasser mit Luft anreichert, heuer verzehnfacht. Die stark gestiegene Nachfrage kann die Firma vorerst aber weiter bedienen, vor allem weil das ein paar Zentimeter große Teil nicht in Asien, sondern in Deutschland produziert werde.

Warmwasser nach Heizung oft größter Verbraucher

"Viele wissen gar nicht, wie viel Warmwasser sie beim Duschen verbrauchen", aus diesem Grund empfiehlt Rabmer-Koller den "Kübeltest", also einfach eine Minute lang mit dem Duschkopf eine Kübel füllen und dann wiegen, um zu schauen, wie schwer dieser ist. Ein Kilo Wasser entspricht einem Liter.

Die Warmwasseraufbereitung sei in vielen Haushalten nach der Heizung der größte Energieverbraucher, entsprechend groß sei der Hebel für Einsparungen. Wie Rabmer-Koller betont, komme es bei ihrem Produkt trotz einer Wassereinsparung von 40 Prozent zu keinem Komfortverlust. "Man merkt gar nicht, dass das installiert ist", das sei gerade im Hotelleriebereich sehr wichtig, insbesondere bei 4- oder 5-Sterne-Hotels, die sehr bedacht auf den Komfort ihrer Gäste seien.

Duschen oder baden?

Laut dem Einsparrechner von Ecoturbino spart ein 2-Personen-Haushalt mit täglicher Duschdauer von 5 Minuten pro Person im Jahr 170 Euro, wenn er das Warmwasser mit Gas erhitzt. Bei Strom liegt die Einsparung den aktuellen Preisen entsprechend bei 260 Euro. Bei einem 4-Personen-Haushalt und Duschzeiten von 10 Minuten lassen sich 700 bis 1.000 Euro jährlich sparen. "Viele raten beim Energiesparen zum Duschen statt Baden, vergessen dabei aber, dass sich auch beim Duschen noch viel sparen lässt", so Rabmer-Koller.

Relevant für das Sparpotenzial sei weniger der Wasserverbrauch, sondern vor allem der Energiebedarf für das Erwärmen des Wassers. Braucht man beim Duschen nur halb so viel Wasser, muss auch nur halb so viel Wasser erhitzt werden. Wichtig sei, Bewusstsein für das Sparpotenzial zu schaffen, meinte Rabmer-Koller. Ein Kunde, ein Hotel, habe erst beim Kübeltest festgestellt, dass aus seinen Duschen 20 Liter pro Minute kommen. Die meisten Brauseköpfe würden 12 bis 15 Liter Wasser pro Minute verbrauchen. Auch bei den Wasserhähnen im Bad lasse sich der Verbrauch auf 5 Liter pro Minute reduzieren, ohne dass man es merkt.

Möglichkeit zum Stromsparen

Neben Hotels und Fitnesscentern hat die oö. Firma auch Schulen, Altersheime und Krankenhäuser im Blick. Anfang des Jahres habe man im Zuge einer Spende alle Einrichtungen von SOS-Kinderdorf in Österreich mit dem Wassersparer ausgestattet, die sich seither - zu den damaligen Energiepreisen - 170.000 Euro im Jahr sparen. Rabmer-Koller rät auch den Energieversorgern und Beratungseinrichtungen, bei einkommensschwachen Haushalten mit Zahlungsproblemen auf diese Möglichkeit des Energiesparens hinzuweisen.

Generell rechnen sich wassersparsame Duschköpfe und Aufsätze innerhalb kurzer Zeit. Bei Anschaffungskosten von 30 bis 90 Euro für die unterschiedlichen Produkte beträgt die Amortisationszeit meist ein bis drei Monate. "Eigentlich ist es eine Win-Win-Win-Win-Situation, man spart selber viel Geld, spart Wasser und Energie und trage damit zum Klimaschutz bei", sagte Rabmer-Koller.

(Quelle: APA)

Aufgerufen am 04.12.2022 um 06:08 auf https://www.salzburg24.at/news/oesterreich/stromsparen-so-helfen-verbrauchsarme-duschkoepfe-125671840

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