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Studie

Österreich profitiert vom EU-Binnenmarkt

20190502_PD2394.HR.jpg APA/Roland Schlager
Der Binnenmarkt steigert in Österreich das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf um 1.583 Euro jährlich.

Österreich profitiert laut einer Studie der Bertelsmann-Stiftung stark vom EU-Binnenmarkt. "Für Länder wie beispielsweise die Niederlande oder Österreich ist der Binnenmarkt Gold wert, denn sie verfügen über wettbewerbsfähige Branchen, sind aber aufgrund kleiner Inlandsmärkte vom Export abhängig", so Studienmitautor Dominic Ponattu.

"Die größten Gewinner sind kleine Länder, die viel Handel treiben und besonders international ausgerichtet sind", so der Experte in einer Pressemitteilung zur Studie über die ökonomischen Effekte des EU-Binnenmarktes in Europas Ländern und Regionen.

Binnenmarkt steigert BIP

Der Binnenmarkt steigert in Österreich demnach das Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Kopf um 1.583 Euro jährlich. Im EU-Durchschnitt sind es 840 Euro, in Deutschland 1.046 Euro. Insgesamt beträgt der aggregierte Zuwachs in Österreich rund 13,8 Mrd. Euro. Deutschland erzielt mit 86 Mrd. Euro pro Jahr den höchsten Zuwachs.

Europa für Österreich wichtigster Partner

"Für Österreich ist Europa der wichtigste Handelspartner, allein ein Drittel aller Exporte geht zum Beispiel nach Deutschland", so Ponattu in einem Statement zur APA. Für andere große Länder in Europa sei der Binnenmarkt ebenfalls wichtig - aber für einige große Volkswirtschaften seien Handelspartner außerhalb der EU noch wichtiger. Für Deutschland etwa seien die USA und China die wichtigsten Handelspartner, die Vorteile durch den Binnenmarkt wirkten sich hier also weniger aus. Insgesamt lasse sich festhalten: "Je wichtiger Europa als Handelspartner ist, desto höher sind die Einkommensgewinne durch den Binnenmarkt."

Europaweit zeigten sich zwei wesentliche Trends, heißt es in der Pressemitteilung. Zum einen seien es nicht die größten Volkswirtschaften, die am stärksten profitierten, sondern vor allem verhältnismäßig kleine, aber exportstarke Nationen. Zum anderen gelte: "Zentrum schlägt Peripherie."

Salzburg unter Regionen mit stärksten Zuwächsen

Zu den Regionen mit den höchsten Zuwächsen zählten beispielsweise Zürich (3.592 Euro), London (2.700) oder Brüssel (2.472 Euro). In Österreich schneiden Vorarlberg (2.062 Euro) und Salzburg (2.038 Euro) am besten ab, gefolgt von Tirol (1.937 Euro), Wien (1.711 Euro), Oberösterreich (1.688 Euro), Steiermark (1.427 Euro), Kärnten (1.414 Euro), Niederösterreich (1.290 Euro) und Burgenland (1.083 Euro). Die geringsten Wohlfahrtsgewinne weisen Regionen in Ländern wie Bulgarien, Griechenland und Rumänien auf, mit rund 120 bis maximal 500 Euro.

Die größten positiven Effekte beim Pro-Kopf-BIP könnten die Schweiz (2.900 Euro), Luxemburg (2.800 Euro) und Irland (1.900 Euro) verbuchen, aber neben Österreich seien auch Belgien und die Niederlande unter den Top-Profiteuren. Die Zuwächse in Südeuropa fielen dagegen aufgrund der geringeren Wettbewerbsfähigkeit niedriger aus: In Spanien seien es beispielsweise 590 Euro pro Kopf und Jahr, in Portugal 500 Euro und in Griechenland 400 Euro, heißt es in der Pressemitteilung zur Studie "Ökonomische Effekte des EU-Binnenmarktes in Europas Ländern und Regionen". Am geringsten sind die Einkommensgewinne in Bulgarien (190 Euro) und Rumänien (240 Euro).

Auf regionaler Ebene gehörten vor allem industriestarke und städtisch geprägte Regionen zu den Gewinnern, heißt es in der Pressemitteilung. Diese seien auch von einem starken Fachkräftezuzug geprägt, denn der Wegfall der Grenzen fördere die EU-weite Ansiedlung von Branchen in einzelnen Regionen. Städte wie Berlin profitieren von einer wachsenden Start-up-Szene, London und Zürich von der Finanzwirtschaft.

Binnenmarkt: Potential für Wohlstandgewinne

Der Binnenmarkt berge Potenzial für weitere Wohlstandgewinne. Das betreffe vor allem den Handel mit Dienstleistungen. Mehr gemeinsame Standards und einheitliche Wettbewerbsregeln könnten den Handel mit Dienstleistungen erhöhen. Gleichzeitig sollten angehängte EU-Regionen durch Investitionen in ihre digitale Infrastruktur und Innovationsfähigkeit gefördert werden.

(APA)

(Quelle: APA)

Aufgerufen am 22.11.2019 um 09:15 auf https://www.salzburg24.at/news/oesterreich/studie-oesterreich-profitiert-vom-eu-binnenmarkt-69922720

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