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Ein Toter

Unwetterschäden in ganz Österreich

Sturmböen mit bis zu 150 km/h

Das Sturmtief "Petra" ist Dienstagfrüh über mehrere Bundesländer Österreichs hinweggefegt. Vor allem Ostösterreich war von Spitzen bis zu 150 km/h betroffen. Ein Baggerfahrer kam in Langenstein (Bezirk Perg) ums Leben, als er Verklausungen in der Gusen lösen wollte. Der 52-Jährige war 300 bis 400 Meter abgetrieben worden. Reanimationsversuche blieben erfolglos.

Der Baggerfahrer aus Perg sollte eine Straße nach dem Unwetter reinigen. Nahe der Ruine Spilberg sah er, dass der angrenzende Fluss viel Geäst mitführte und sich das Material unter einer kleinen Brücke sammelte. Er wollte die beginnende Verklausung entfernen. Dazu stieg er von seinem Bagger und ging in Richtung Wasser. Am Weg dorthin dürfte der 52-Jährige ausgerutscht sein (wir berichten hier ausführlicher).

Baggerfahrer stirbt bei Unwettereinsatz in NÖ

Der Rettungshubschrauber Christophorus 10 kreiste knapp über der Wasseroberfläche und einem Sanitäter gelang es, den Mann herauszuziehen. Der Mühlviertler wurde ans Ufer gebracht, Reanimationsversuche blieben aber ohne Erfolg.

In Oberösterreich, Salzburg und Niederösterreich waren Tausende Haushalte aufgrund heftiger Windböen ohne Strom. In Wien sorgten umgestürzte Bäume für Verkehrsbehinderungen.

Windspitzen Österreich APA

Windspitzen von bis zu 150 km/h

Auf dem zweiten Platz hinter dem Semmering (150 km/h) bei den Windspitzen landete der Buchberg mit 145,4 km/h (NÖ, 460 Meter), wie die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) am Dienstag berichtete. Mit 140,4 km/h brauste der Wind auf dem Feuerkogel in Oberösterreich auf einer Seehöhe von 1.618 Metern. In Tirol wurden Windgeschwindigkeiten von fast 129 km/h auf dem Galzig (2.079 Meter) registriert. In der Wiener Innenstadt wehte der Wind mit immerhin noch knapp über 110 km/h.

Zoo Schönbrunn wegen Sturms geschlossen

Sowohl der Wiener Tiergarten Schönbrunn als auch der Schlosspark wurden in der Früh gesperrt. Zudem riegelten die Bundesgärten auch den Augarten, den Burggarten, den Volksgarten und das Grünareal im Schloss Belvedere ab, sagte ein Sprecher. Die Sperre bleibe aufrecht, bis die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) Entwarnung gebe - man hoffe, dass es am Nachmittag soweit sei. Auch der Lainzer Tiergarten wurde gesperrt.

Der Sturm sorgte für zahlreiche Feuerwehreinsätze und einige Verkehrsbehinderungen in der Bundeshauptstadt. Die Einsatzkräfte wurden wegen "typischer Sturmschäden" - umgestürzte Bäume, abgebrochene Äste, Baugerüste, die gesichert werden müssen, lose Dachziegeln und Ähnliches - gerufen, berichtete Feuerwehrsprecher Gerald Schimpf. Es waren rund 350 Feuerwehrleute im Einsatz.

300 Sturmeinsätze in Niederösterreich

In Niederösterreich gab es etwa 300 sturmbedingte Feuerwehreinsätze. 850 Einsatzkräfte waren ausgerückt, teilte Franz Resperger vom Landeskommando mit. Hotspots waren die Bezirke Baden, Mödling, Korneuburg und St. Pölten. Es kam zu zahlreichen Stromausfällen. Behinderungen gab es am Vormittag auf der Mariazellerbahn. Die ÖBB wiesen auf ihrer Website darauf hin, dass es aufgrund des starken Windes in ganz Österreich "immer wieder zu Streckenunterbrechungen wegen umgestürzter Bäume oder anderer Gegenstände im Gleisbereich" kommen könne.

Die Sturmfront erreichte auch Salzburg (hier berichten wir ausführlich über die Ereignisse in Salzburg) und knickte bzw. entwurzelte vor allem im Flachgau Bäume. Im Flachgau und Tennengau kam es zu Stromausfällen, betroffen waren rund 1.500 Haushalte. Die Feuerwehr rückte bis kurz vor 10.00 Uhr zu insgesamt 65 Einsätzen aus, sagte ein Sprecher des Landesfeuerwehrkommandos. Die stärksten Sturmböen dürften eine Geschwindigkeit von 100 bis 110 km/h erreicht haben, die höchste gemessene Windgeschwindigkeit in den Niederungen gab es in Mattsee (Flachgau) mit 90 km/h, sagte Bernhard Niedermoser von der ZAMG Salzburg.

11.000 Haushalte in Oberösterreich ohne Strom

Auch rund 11.000 Kunden der Netz Oberösterreich GmbH waren ohne Strom. Besonders betroffen waren Haushalte und Betriebe im Bezirk Schärding, teilte Unternehmenssprecher Wolfgang Denk mit. Mit Spitzen von 110 km/h fegte der Sturm ab 6.30 Uhr über das Bundesland. Die Feuerwehr rückte zu 476 Einsätzen aus. Ab dem späteren Vormittag entspannte sich die Situation. Nachdem es seit Montag in Oberösterreich teilweise auch extrem regnet, wurden wegen Hochwassers auch Straßen gesperrt.

Im Burgenland erfasste eine Windböe auf der B50 zwischen Jois (Bezirk Neusiedl am See) und Winden am See einen Klein-Lkw und warf ihn um. Das Fahrzeug schlitterte in den Straßengraben. Der Lenker blieb laut Feuerwehr unverletzt. Einsatzkräfte aus Neusiedl am See und aus Jois stellten den beschädigten Klein-Lkw wieder auf die Räder.

In Vorarlberg erreichte "Petra" Windgeschwindigkeiten von mehr als 100 km/h hinweg. Die Feuerwehr rückte ab 3.00 Uhr zu bisher 29 Einsätzen aus, größere Schäden blieben aber aus, verletzt wurde niemand. In den Bergen herrschte erhebliche Lawinengefahr der Stufe drei, am Nachmittag wurde allerdings Stufe vier ("große Gefahr") erwartet.

Erdrutsche in Tirol

Starke Niederschläge und orkanartiger Wind führten in Tirol schon am Montagabend und auch am Dienstag zu einigen Straßensperren. Zum Teil gingen Erdrutsche auf Verkehrswege ab. Die Wettersituation sorgte aber auch für Probleme in höheren Lagen: Die Lawinengefahr werde ansteigen, hieß es vom Land Tirol. Der Sturm sorgte auch für weitere Schäden, etwa an Wohnhäusern. In Südtirol sorgte Starkwind zur Erhöhung des Zivilschutzstatus. Es gilt der Status "Aufmerksamkeit" bzw. "Alfa". Am Dienstag und Mittwoch kann der Wind Orkanstärke erreichen, im Tal sind Windstärken zwischen 70 und 90 Stundenkilometern möglich, hieß es vom Land Südtirol.

In der Steiermark sind durch den Sturm - der allerdings deutlich weniger stark war als in westlichen Bundesländern - vorsichtshalber die höher gelegenen Liftanlagen in einigen Skigebieten nicht in Betrieb genommen worden. Dazu zählten u.a. die Turracher Höhe, der Schöckl, die Ennstaler Skigebiete, der Kreischberg und das Lachtal. Laut Energienetze Steiermark waren im ganzen Land rund 5.000 Haushalte ohne Strom.

"Petra" streift Kärnten bloß

Kärnten ist vom Sturmtief "Petra" am Dienstag lediglich gestreift worden. Laut Landesalarm- und Warnzentrale gab es bis zum späten Vormittag lediglich sechs Feuerwehreinsätze. Stärker betroffen waren die Skigebiete, wo zahlreiche Seilbahnen wegen zu starken Windes den Betrieb einstellen mussten. Meldungen über größere Schäden oder Stromausfälle gab es vorerst nicht.

Die Windwarnungen bleiben laut ZAMG bis in die Nacht auf Mittwoch aufrecht, die stärksten Windspitzen sollten aber mittlerweile seit Dienstagvormittag vorüber sein. Bis Mittwochabend wird der Sturm in exponierten Lagen noch Geschwindigkeiten von 70 bis 90 km/h erreichen. Dabei soll es ab Mittwoch eine Verlagerung in Richtung Süden geben - verstärkt betroffen sind dann Kärnten, die südliche Steiermark und das Burgenland.

(Quelle: APA)

Aufgerufen am 11.04.2021 um 12:52 auf https://www.salzburg24.at/news/oesterreich/sturm-petra-unwetterschaeden-in-ganz-oesterreich-82992718

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