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Neue Erkenntnisse

Wien-Attentäter war früher am Tatort

Was machte er 90 Minuten am Schwedenplatz?

Terroranschlag Wien Tatort APA/HELMUT FOHRINGER
Der Tatort des Anschlages von Wien.

Über bisher nicht bekannte Ermittlungsergebnisse zum Anschlag in Wien vom 2. November 2020, bei dem vier Passanten in der Innenstadt getötet wurden, ehe der Attentäter von der Polizei erschossen wurde, hat der Sender Puls 24 am Montag berichtet. Demnach war der Attentäter bereits gegen 18.25 Uhr und damit mehr als eineinhalb Stunden vor der ersten Schussabgabe am Schwedenplatz.

Der Privatsender zitierte aus einem Gutachten, das auf Basis von Bildmaterial aus Überwachungskameras zum möglichen Weg des Attentäters von seiner Wohnung in Wien-Donaustadt in die Innenstadt eingeholt wurde. Auf zumindest zwei Aufnahmen - in der Heinestraße im zweiten Bezirk sowie beim Schwedenplatz - war ein und dieselbe "schwer erkenntliche Person zu sehen", wie im Ermittlungsakt vermerkt wurde.

Zur weiteren Abklärung der Identität dieser Person wurde ein Sachverständiger beigezogen, der - wie Puls 24 aus dessen Fachgutachten zur Videoauswertung zitierte - zu folgendem Schluss kam: "Nach eingehender Studie der relevanten Videosequenz wird (...) festgehalten, dass es sich bei der wahrgenommenen Person um mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit um den Attentäter (...) handelt."

Terroranschlag Wien APA/HERBERT NEUBAUER
In Wien hat sich am Montagabend ein mutmßalicher Terroranschlag ereignet.

Terroranschlag mit Toten in Wien

Der blutige Terroranschlag in der Wiener Innenstadt Montagabend hat – Stand: Dienstag, 8 Uhr – mindestens fünf Todesopfer und zahlreiche Schwerverletzte gefordert – unter den Toten ist auch ein …

Der Gutachter verglich die Bilder mit - wie er in seinen Ausführungen festhält - "Aufnahmen kurz vor dem Anschlag", wobei der Fokus "auf Körpergröße/Körperbau, den Bewegungsablauf/Gangart der Person (...), die getragene Kleidung insb. die auffällige Hose/Hosenabschluss" gelegt wurde.

Attentäter wohl zu Fuß an den Tatort

Die mit den Ermittlungen betraute Staatsanwaltschaft Wien hatte Montagnachmittag von diesen gutachterlichen Feststellungen noch keine Kenntnis. "Der zuständigen Staatsanwältin liegt das Gutachten noch nicht vor", teilte Behördensprecherin Nina Bussek auf APA-Anfrage mit.

Mittlerweile dürfte jedenfalls als gesichert anzunehmen sein, dass der 20-jährige Anhänger der radikalislamistischen Terror-Miliz "Islamischer Staat" (IS) zu Fuß in die Innenstadt gelangte. Denn um 18.06 bzw. 18.07 Uhr wurde er in der Heinestraße von Überwachungskameras erfasst, im Bereich Schwedenplatz tauchte er 18 Minuten später auf. Diese Strecke ist zu Fuß zeitlich machbar, wie Ermittler feststellten, die Puls 24 ebenfalls zitierte: "Der Weitermarsch von Wien 02., Heinestraße nach Wien 01., Schwedenplatz dauerte bei einer durchschnittlichen Schrittgeschwindigkeit von etwa 5,5 km/h 18 Minuten."

Für die gesamte, rund sieben Kilometer lange Strecke von seiner Wohnung zum späteren Tatort hätte der Attentäter per pedes gut eineinhalb Stunden benötigt. Spannend bleibt vor allem die Frage, was der Mann ab 18.25 Uhr am Schwedenplatz gemacht hat, bis er auf Passanten zu schießen begann. Belegt ist, dass er in diesem Zeitraum sein Handy auf die Werkeinstellungen zurückgesetzt und in einem Müllkübel entsorgt hat. Von der Polizei getötet wurde er um 20.09 Uhr.

(Quelle: APA)

Terroranschlag mit Toten in Wien

Terroranschlag Wien APA/HERBERT NEUBAUER
In Wien hat sich am Montagabend ein mutmßalicher Terroranschlag ereignet.

Der blutige Terroranschlag in der Wiener Innenstadt Montagabend hat – Stand: Dienstag, 8 Uhr – mindestens fünf Todesopfer und zahlreiche Schwerverletzte gefordert – unter den Toten ist auch ein Attentäter. Laut Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) handele es dabei sich um einen IS-Sympathisanten. Die Behörden gehen nach wie vor davon aus, dass mehrere Attentäter an dem Angriff beteiligt waren und hielten ihre Warnungen, zuhause zu bleiben und insbesondere die Innenstadt zu meiden, aufrecht. Wir berichten LIVE!

Vier der Toten sind Opfer, bei ihnen handelt es sich um zwei Frauen und zwei Männer. Der fünfte Tote ist ein Attentäter, der mittlerweile identifiziert wurde. Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) sprach bei einer Pressekonferenz Dienstagfrüh von einem "Anschlag von mindestens einem islamistischen Terroristen". Demnach war der Angreifer "Sympathisant der Terrormiliz IS".

Alle Ereignisse im LIVETICKER

 

Schüsse im beliebten Ausgehviertel

Ein Mann war bereits am Abend verstorben, nachdem mehrere Männer mit Langwaffen und Pistolen wahllos auf Passanten und Lokalbesucher in einem Ausgehviertel geschossen hatten. Ein Täter wurde von Sicherheitskräften erschossen. Die Polizei rief die Bevölkerung dringend dazu auf, in den Häusern zu bleiben und nicht auf die Straßen zu gehen.

Schulpflicht in Wien ausgesetzt

Die Schulpflicht in der Bundeshauptstadt wurde für Dienstag ausgesetzt. Die Wiener Innenstadt war bis in die frühen Morgensstunden nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar.

Polizist bei Schießerei verletzt

Der Angriff hatte gegen 20 Uhr im belebten Ausgehviertel Bermuda-Dreieck begonnen, in dem kurz vor Beginn neuer Corona-Ausgangssperren und bei lauem Wetter viele Menschen unterwegs waren. Nach dem ersten Notruf bei der Polizei und dem Eintreffen der Einsatzkräfte kam es in weiterer Folge zu Schießereien zwischen der Polizei und den Tätern. Ein Polizist wurde dabei angeschossen und schwer verletzt. Insgesamt wurden 15 Menschen verletzt, viele davon schwer. Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) sprach vom "schwersten Tag für Österreich seit sehr vielen Jahren".

Polizei und Bundesheer im Einsatz

Der Großeinsatz der Exekutive lief in der Nacht weiter. So waren 150 Cobra- sowie 100 Wega-Beamte im Einsatz, dazu kamen mehrere 100 Streifenpolizisten sowie Kräfte in zivil. Die Gefahrenabwehr werde mit aller Kraft sichergestellt, sagte der Generaldirektor für die öffentliche Sicherheit, Franz Ruf. Auch werden in Absprache mit den Partnerländern verstärkt Kontrollen an den österreichischen Grenzen vorgenommen. Weitere Schäden müssen hintangehalten werden, sagte Pürstl.

Auch das Bundesheer wurde aktiviert. Rund 75 Soldaten übernahmen den gesamten Objektschutz in der Bundeshauptstadt, um die Polizei zu entlasten und Teile des Jagdkommandos wurden zur Unterstützung der Terrorismusbekämpfung bereitgestellt.

Augenzeuge berichtet in ZIB von Schüssen

Es hat sich nach Krachern angehört", schilderte ein Augenzeuge, der anonym bleiben wollte, in einer Sonderausgabe der ORF-Sendung "Zeit im Bild". "Dann hat man gemerkt, das sind Schüsse. Dann sah man eine Person die Seitenstetten herunterlaufen, (der hat) mit einer automatischen Waffe wild geschossen. Der ist dann abgebogen, hinunter, beim (Lokal) 'Roter Engel' von dort in Richtung Schwedenplatz. Er hat dort wild weitergeschossen. Dann kam die Polizei und hat geschossen." Auf oe24-TV berichteten Augenzeugen von "mindestens 50 Schüssen".

Vom Vorfall in der Wiener Innenstadt Montagabend kursierten mehrere Videos, die bewaffnete Männer in der Innenstadtstadt zeigt, die wild um sich schießen.

"Ängste unter den Gästen sind ein Wahnsinn"

Von den Schüssen überrascht wurde auch ein 53-jähriger Niederösterreicher, der Montagabend am Hohen Markt in einem Lokal ein Geschäftsessen hatte. "Wir haben die Schüsse gehört, und dann hat es geheißen, Licht aus, Türen zu", berichtete der 53-Jährige im Gespräch mit der APA. Daraufhin hatten sich alle Gäste auf den Boden gelegt. "Die Ängste unter den Gästen sind ein Wahnsinn." Verletzt wurde niemand in dem Restaurant. Ein Großaufgebot von Polizisten kümmerte sich um die Menschen in dem Lokal. Auch Passanten, die auf der Straße unterwegs waren, sollten in das Restaurant gebracht werden, um in Sicherheit zu sein. Dieser Plan wurde dann allerdings wieder geändert. Kurz nach 22.00 Uhr kam es laut dem Niederösterreicher zu einer Entspannung der Lage, die Polizisten wurden von dort wieder abgezogen. Der Bereich galt laut dem 53-Jährigen als gesichert. Die Beamten riefen die Menschen auf, die Wiener Innenstadt zu verlassen.

15 Verletzte in Kliniken eingeliefert

15 Verletzte sind nach der Attacke bisher in der Wiener Innenstadt in Kliniken des Wiener Gesundheitsverbundes aufgenommen worden. Das sagte Christoph Mierau, Sprecher des Gesundheitsverbundes, auf APA-Anfrage.

Mindestens sieben Menschen haben schwerere Verletzungen erlitten. Ob es sich um Schusswunden oder Verletzungen von einer Explosion handelt, konnte Mierau nicht sagen. Zur Unterstützung rück auch das Rote Kreuz aus Niederösterreich an. Zehn Rettungswagen und fünf Notarzteinsatzfahrzeuge sind auf dem Weg.

Laut Kultusgemeinde niemand in Synagoge

Zum Zeitpunkt des Anschlages dürften sich keine Menschen im Stadttempel in der Seitenstettengasse und in den Räumlichkeiten der Israelitischen Kultusgemeinde Wien (IKG) befunden haben. Man habe die Gemeindemitglieder dazu

Polizei: Öffis meiden

Die Exekutive ruft dazu auf, alle öffentlichen Plätze in der Stadt zu meiden. Die öffentlichen Verkehrsmittel sollten ebenfalls gemieden werden, appellierte die Polizei in einem auf Englisch verfassten Tweet.

Florian Klenk: "Terroranschlag auf Wiener Synagoge"

"Falter"-Chefredakteur Florian Klenk berichtet auf Twitter, dass die Schüsse direkt vor der Falter-Redaktion gefallen sind.

Aufgerufen am 16.05.2021 um 06:38 auf https://www.salzburg24.at/news/oesterreich/terror-anschlag-in-wien-neue-erkenntnisse-veroeffentlicht-102972472

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