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Kuh in Tirol getötet

Erschießung laut Pfotenhilfe "illegal"

Heftige Kritik nach Cobra-Einsatz

Nach der Kritik der Tierschutzorganisation "Vier Pfoten" am Abschuss einer Kuh am Mittwoch in Matrei am Brenner (Bezirk Innsbruck-Land) verteidigte die Cobra in einer Aussendung das Vorgehen des Beamten. Die Organisation "Pfotenhilfe" spricht indessen von einer illegalen Erschießung.

Als die Cobra zu dem Einsatz gerufen wurde, habe sich eine größere Menschenmenge versammelt. "Deren Schutz sowie die Sicherung des Schienen- und Straßenverkehrs hatte für die Beamten oberste Priorität", hieß es. Aufgrund des Verhaltens der Kuh sei man davon ausgegangen, "dass das Rind nicht einzufangen war".

Sieben Schüsse auf Kuh

In Absprache mit dem Besitzer wurde ein Beamter schließlich beauftragt, das Tier zu erschießen. "Der Beamte gab fünf Schüsse aus der Ferndistanz auf den hinteren Schädel- bzw. Nackenbereich und zwei Schüsse aus der Nahdistanz auf die Stirn ab, wodurch das Tier verendete", wurde der Vorgang beschrieben.

Das Tier musst erschossen werden.

Gepostet von SALZBURG24 am Mittwoch, 11. Dezember 2019

Pfotenhilfe: "Kein Anlass für Überreaktion"

Als menschliches Versagen und noch dazu illegal bezeichnet die Tierschutzorganisation Pfotenhilfe die Erschießung der Kuh. Dass diese zu flüchten versucht, wenn sie verladen wird, um getötet zu werden, sei absolut nachvollziehbar. "Auf dem im Internet kursierenden Video sieht man deutlich, dass die getötete Kuh völlig friedlich auf einer Wiese stand", zeigt sich Pfotenhilfe-Geschäftsführerin Johanna Stadler erschüttert.

Im vorliegenden Fall wäre es kein Problem gewesen, einen (Amts-)Tierarzt zu rufen und die Kuh zu betäuben, so Stadler. Ein Anlass für eine derartige Überreaktion des Beamten sei nicht ersichtlich. "Man kann aber auch ein Tier mit rund 700 kg mit einem Gewehr aus so einer Entfernung nicht gesetzeskonform töten, das muss einem ausgebildeten Cobra-Schützen doch klar sein", kritisiert die Geschäftsführerin.

Corba und können nicht schießen! Schade um die Kuh, auch wenn sie von schlachthof geflüchtet is! Aber das hat kein Vieh verdient so oft drauf einschießen da soll der Tierschutz eingreifen! Cobra was kein Kuh erlegen kann!

Gepostet von Michaela Berger am Mittwoch, 11. Dezember 2019

Tierschutzgesetz regelt Tötung

Laut Paragraph 6 Tierschutzgesetz ist es verboten, "Tiere ohne vernünftigen Grund zu töten". Und selbst wenn dieser wegen akuter Gefahrenlage bestünde, besagt Paragraf 32 (1): "Unbeschadet des Verbotes der Tötung nach §6 darf die Tötung eines Tieres nur so erfolgen, dass jedes ungerechtfertigte Zufügen von Schmerzen, Leiden, Schäden oder schwerer Angst vermieden wird."

"Vier Pfoten" sehen "Wildwest-Methoden"

"Vier Pfoten" hatte zuvor die Vorgangsweise der Cobra kritisiert und als "Wildwest-Methoden" bezeichnet. Laut den Tierschützern hätten Tierärzte oder Mitarbeiter der Jägerschaft herangezogen werden sollen, um das Tier zu betäuben. Die Kuh sei nicht gefährlich gewesen, sondern in Panik. Die "Vier Pfoten" meinten, dass acht Schüsse auf das Tier abgegeben wurden.

Tirol: Kuh äußerst aggressiv

Die Kuh hätte geschlachtet werden sollen, war aber beim Verladen entkommen. Sie überlief einen Mann und verletzte diesen. Weil das Tier daraufhin auf die nahegelegenen Bahngleise gerannt war, wurde die Polizei verständigt. Die Cobra-Beamten waren hinzugestoßen, weil sie zu diesem Zeitpunkt ohnehin gerade mit dem Polizeihubschrauber im Wipptal waren.

Der Landwirt hatte noch versucht, die Kuh einzufangen. Sie verhielt sich aber äußerst aggressiv. Als sie dann die Gleise verließ und auf eine Wiese ging, wurde sie von den Cobra-Beamten erschossen.

(Quelle: APA)

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