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Wirtschaftsforum Tokio

Van der Bellen eröffnet "Austria Connect Japan"

Der Bundespräsident will die Freundschaft zu Japan ausbauen

Bundespräsident Alexander Van der Bellen im Rahmen des Business Event "Austria connect Japan" in Tokio.

Bundespräsident Alexander Van der Bellen hat am Montag bei der Eröffnung des Wirtschaftsforums "Austria Connect Japan" in Tokio auf die Bedeutung des im Februar in Kraft getretenen Freihandelsabkommens zwischen der EU und Japan hingewiesen. Dieses könne auch helfen, den bilateralen Handel zwischen Österreich und Japan auszubauen, so ein hoffnungsfroher Van der Bellen.

Die Weltwirtschaft sehe sich nämlich mit neuen Herausforderungen konfrontiert, kommentierte Van der Bellen in offensichtlicher Anspielung auf die Strafzölle-Politik von US-Präsident Donald Trump, ohne diese freilich direkt zu erwähnen. "Wir sehen einen Protektionismus von Ländern, die früher als Fürsprecher eines freien Marktes aufgetreten waren."

150 Jahre diplomatische Beziehungen

Dass Österreich und Japan heuer das 150-Jahr-Jubiläum der Aufnahme von diplomatischen Beziehungen feiern, sei ein Anlass, diese Freundschaft auszubauen, meinte der Bundespräsident. Wien sei nicht nur Sitz wichtiger internationaler Organisationen wie der UNO, der OPEC (Organisation erdölexportierender Länder) oder der OSZE (Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa), sondern auch ein Ausgangspunkt für Handelsbeziehungen mit den Ländern Zentral- und Osteuropas sowie der Balkanregion, erinnerte der 75-Jährige.

EU und Japan größte Freihandelszone

Die EU und Japan bilden seit 1. Februar die größte Freihandelszone der Welt. Ziel des Freihandelsabkommens ist es, Zölle und andere Handelshemmnisse nahezu vollständig abzubauen. Zehn Prozent Zoll auf in Japan produzierte Autos fallen damit beispielsweise weg. Mit dem Inkrafttreten des 2018 geschlossenen Wirtschaftspartnerschaftsabkommens wurden Märkte mit 635 Millionen Menschen verbunden.

Zölle werden eingespart

Durch das Abkommen könnten europäische Unternehmen jedes Jahr eine Milliarde Euro an Zöllen einsparen, freute sich EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker im Februar diesen Jahres. Konsumenten biete es zudem eine größere Auswahl und günstigere Preise, so Juncker. Umwelt- und Konsumentenschützer sehen die neuen Handelsabkommen der EU hingegen kritisch.

Österreichs Handelsdelegierter, Ingomar Lochschmidt, erklärt, die wichtigsten Einzelimporte von Japan nach Österreich sind Autos. Das gelte aber auch umgekehrt. Der von Magna-Steyr in Graz produzierte "Mercedes G" ist in Japan ein Renner. Dazu kommen Produkte der Autozulieferindustrie. "Fast eine Viertelmilliarde machen wir mit Autoexport."

Österreich exportiert Lebensmittel nach Japan

Wichtige Exportgüter seien auch Pharmazeutika und Lebensmittel. Am Montag besuchte Van der Bellen noch eine Ausstellung von "Wien Products". Die vom Präsidenten der Wirtschaftskammer Wien (WKO), Walter Ruck, organisierte Exposition präsentiert typische Produkte aus der Bundeshauptstadt, die auch in Japan erhältlich sind. Etwa Schlumberger-Sekt, Lobmeyr-Glaswaren, Mühlbauer-Hüte oder Augarten-Porzellan.

(Quelle: APA)

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