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Fall schlägt hohe Wellen

Tote Ärztin aus OÖ: Nehammer äußert sich

Polizei & Ärztekammer rieten Kellermayr zu Zurückhaltung

Der Selbstmord der oberösterreichischen Ärztin Lisa-Maria Kellermayr hat über Österreich hinaus weite Wellen geschlagen. Während sich Politiker aus der zweiten Reihe zum Fall rasch äußerten, gab es von Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP) erst spät ein Statement.

Der Suizid der monatelang mit Morddrohungen von Impfgegnern konfrontierten oberösterreichischen Ärztin Lisa-Maria Kellermayr hat nicht nur national, sondern auch international Wellen geschlagen. Politiker und Experten, die ebenfalls bedroht werden, solidarisierten sich. Während sich etwa in Deutschland etliche hochrangige Politiker klar äußerten, war in Österreich bis auf den Gesundheitsminister auch fünf Tage nach dem Tod nur Schweigen der Bundesregierung zu vernehmen.

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Gedenkveranstaltung der Initiative #YesWeCare für die oberösterreichische Ärztin am Montag, 01. August 2022, in Linz. 

Tote Ärztin aus OÖ: Obduktion bestätigt Suizid

Im Fall der Morddrohungen gegen die Ärztin Lisa-Maria Kellermayr aus Seewalchen am Attersee in Oberösterreich, die sich in der Vorwoche das Leben genommen hat, ermittelt nun die Staatsanwaltschaft …

Kanzler Nehammer spricht Mitgefühl aus

Erst am Mittwoch äußerte sich Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP) zu dem Vorfall. Er sprach den Angehörigen, Freunden und Patienten der verstorbenen Ärztin Lisa-Maria Kellermayr sein Mitgefühl aus. "Wichtig ist, dass die Behörden weiter ermitteln, um jene auszuforschen, die Frau Dr. Kellermayr bedroht haben", betonte er in einer der APA übermittelten Stellungnahme, "Hass im Netz und persönliche Bedrohungen haben keinen Platz in unserer Gesellschaft".

"Es ist schrecklich, wenn ein Mensch aufgrund von Hass und persönlichen Bedrohungen keinen anderen Weg mehr sieht, als seinem Leben ein Ende zu setzen", so der Bundeskanzler weiter. Er begrüßte, dass "nun eine Obduktion stattgefunden hat, um Klarheit über die Umstände ihres Todes zu schaffen".

Reaktionen aus Deutschland

In Deutschland meldeten sich etwa Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD), SPD-Vorsitzende Saskia Espen, Grünen-Fraktionsvize Konstantin von Notz, der Präsident der deutschen Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, und sogar der stellvertretende Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Jörg Radek, zu Wort. Tenor aller: Es müsse mehr gegen den zunehmenden Hass im Netz unternommen werden.

Auch weitere bekannte Mediziner:innen meldeten Bedrohungen im Netz.

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(SYMBOLBILD)

Virologin geht aus Angst mit Perücke auf Straße

Nach dem Tod der Ärztin aus Oberösterreich meldeten sich nun weitere bekannte Mediziner:innen und berichteten über Drohungen und Verfolgungen im Internet.

VdB legt Blumen vor Praxis nieder

In Österreich rief Bundespräsident Alexander van der Bellen noch am Todestag Kellermayrs zu einem Ende des Hasses auf, legte sogar vor der Praxis in Seewalchen Blumen nieder. Auch Gesundheitsminister Johannes Rauch (Grüne) kondolierte per Twitter. Wiens Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) und SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner zeigten sich ebenfalls betroffen.

Die oberösterreichische Gesundheitsreferentin LHStv. Christine Haberlander (ÖVP) bekundete in einer Aussendung nicht nur ihr Beileid, sondern forderte auch die Möglichkeit grenzüberschreitender Strafverfolgung für Hass-Delikte. Darüber hinaus gab es aber keine Wortspenden von Politikern in Regierungsfunktionen und keine Teilnahme an den zahlreichen Mahnwachen. Stelzer sagte dann auf Anfrage gegenüber "Der Standard" (Mittwochausgabe), er wisse zwar, dass es "schwierig ist für die Behörden, weil sich viele Radikale unter dem Deckmantel der Anonymität verstecken, aber da würde ich mir teilweise schon ein härteres und schnelleres Vorgehen erwarten".

Ärztekammer und Polizei rieten zu Zurückhaltung

Polizei und Staatsanwaltschaft, die vor allem in Sozialen Medien heftig in der Kritik stehen, sie hätten zu wenig ermittelt bzw. Kellermayr zu wenig Schutz und Unterstützung geboten, wollen sich nicht konkret zu diesen Vorwürfen äußern. Man habe getan, was in dem Fall möglich war, hieß es. Das sagt auch die Oö. Ärztekammer, die der Ärztin - wie die Landespolizeidirektion Oberösterreich - zu mehr Zurückhaltung in der Diskussion geraten hatte. Außerdem wurde ihr von einem Funktionär mitgeteilt, dass ein Nachfolger für die Kassenarztpraxis schnell gefunden werde.

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In der Stadt Salzburg kamen heute zahlreiche Menschen zusammen, um der kürzlich verstorbenen oberösterreichischen Ärztin zu gedenken.

Mahnwache in Salzburg für tote Ärztin aus OÖ

Rund 200 Menschen haben sich Dienstagabend vor dem Salzburger Landesgericht am Kajetanerplatz versammelt, um der toten Ärztin aus Oberösterreich zu gedenken.

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Gedenkveranstaltung der Initiative #YesWeCare für die oberösterreichische Ärztin am Montag, 01. August 2022, am Wiener Stephansplatz. 

Tausende gedenken toter Ärztin bei Mahnwachen

Tiefe Betroffenheit und Bestürzung ausgelöst hat der Tod jener oberösterreichischen Ärztin nach Morddrohungen von radikalisierten Impfgegner:innen. Am Montagabend fanden in Wien, Linz, Wels und Graz …

(Quelle: APA/SALZBURG24)

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