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Kabinett Kurz II

Die Ministerinnen und Minister im Porträt

17 Mitglieder in türkis-grüner Regierung

Das türkis-grüne Kabinett von Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) umfasst 17 Köpfe – 14 Minister und zwei Staatssekretäre. Wir verschaffen euch einen Überblick.

Die ÖVP stellt in der neuen Regierung neben dem Bundeskanzler mit Sebastian Kurz zehn Minister und einen Staatssekretär, die Grünen vier Minister (inklusive Vizekanzler Werner Kogler) und eine Staatssekretärin.

Regierung, Minister, ÖVP, Grüne APA

Sebastian Kurz (ÖVP) fügt seiner an Superlativen ohnehin nicht armen Polit-Karriere ein neues hinzu. Der ÖVP-Chef ist der erste, der den alten Boxerspruch "They never come back" Lügen straft und nach einer Abwahl ins Kanzleramt zurückgekehrt. Davor war der heute 33-Jährige unter anderem schon jüngster Außenminister, Regierungschef und Altkanzler.

Integrationsministerin Susanne Raab (ÖVP)

Die neue Integrationsministerin ist keine Unbekannte in der Szene. Schon seit längerem widmete sich Susanne Raab als Sektionschefin diesem Thema. Nun kann sie selbst die Richtung weisen, in einer Koalition mit den Grünen keine uninteressante Aufgabe.

Europaministerin Karoline Edtstadler (ÖVP)

Lange war Karoline Edstadler nicht weg. Erst im Juni wurde sie mit sechsstelliger Vorzugsstimmen-Anzahl vom Innenstaatssekretariat in die ÖVP-Delegationsleitung im Europaparlament gewählt, schon wird sie von Sebastian Kurz wieder heim in die Regierung gerufen. Immerhin geht sich diesmal ein Ministeramt aus, und mit Europa hat es auch noch zu tun.

Finanzminister Gernot Blümel (ÖVP)

Gernot Blümel gilt als einer der fitteren Politiker des Landes. Das sollte sich 2020 auszahlen, wird der 38-Jährige doch nicht nur erstmals Vater und muss erstmals eine Wien-Wahl schlagen, sondern übernimmt mit dem Finanzressort zusätzlich das wohl wichtigste Ministerium der Bundesregierung.

Innenminister Karl Nehammer (ÖVP)

Die niederösterreichische ÖVP kehrt durch die Hintertür in die Herrengasse zurück, und das in Gestalt eines Wieners. Karl Nehammer, aktuell Generalsekretär der Volkspartei, verdiente seine ersten politischen Sporen in St. Pölten, scheiterte später als Wahlkampfmanager von Andreas Khol, führte dann aber Sebastian Kurz als Parteimanager wieder zurück ins Kanzleramt.

Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP)

Ob es jetzt schwieriger war, als erste Frau Direktorin des niederösterreichischen Bauernbunds oder erste Verteidigungsministerin zu werden, sei dahin gestellt. Geschafft hat Klaudia Tanner jedenfalls beides. Ganz neu ist das Regierungsgeschäft für die bisherige niederösterreichische Landtagsabgeordnete nicht. Sie diente schon im Kabinett von Innenminister Ernst Strasser (ÖVP).

Außenminister Alexander Schallenberg (ÖVP)

"Nicht Teil meiner Lebensplanung", lautete stets die Antwort von Außenminister Alexander Schallenberg auf die Frage, ob er in der nächsten Bundesregierung sein Amt behalten werde. Der 50-jährige Diplomat adeliger Herkunft muss nun doch umplanen: Schallenberg bleibt im türkis-grünen Kabinett Chefdiplomat. Er gilt als Vertrauter des alten und voraussichtlich neuen Kanzlers Sebastian Kurz (ÖVP).

Familienministerin Christine Aschbacher (ÖVP)

Sebastian Kurz bleibt bei der Auswahl seiner Familienministerinnen einer Linie treu. Die neue Ressortchefin Christine Aschbacher ist wie ihre Vorgängerin Unternehmerin, dreifache Mutter und Steirerin. Der Unterschied zu Juliane Bogner-Strauß: Aschbacher verfügt zusätzlich über die mächtigen Arbeitsagenden.

Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP)

Politische Treue ist Sebastian Kurz wichtig. Deshalb wundert es wenig, dass mit Elisabeth Köstinger eine der loyalsten Weggefährtinnen auch seinem zweiten Kabinett angehört. Die Umweltagenden ist die bodenständige Kärntnerin los, die Landwirtschaft bleibt der Bauerntochter.

Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP)

Margarete Schramböck bleibt dem Wirtschaftsministerium treu. Die ganz großen Wegmarken hat die Tirolerin in ihrer ersten Amtsperiode nicht gesetzt, in der Politik angekommen ist die frühere Telekom-Managerin aber durchaus.

Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP)

Das Bildungsressort wandert nach einer kurzen Unterbrechung wieder in die Hände von Heinz Faßmann. Der 64-jährige gebürtige Deutsche war vor seinem Wechsel in die Politik Professor für Angewandte Geographie, Raumforschung und Raumordnung sowie Vizerektor an der Uni Wien. Der Einstieg des 2,04 Meter-Mannes in die Politik erfolgte über die Experten-Schiene.

Staatssekretär Magnus Brunner (ÖVP)

Der Vorarlberger ÖVP-Politiker Magnus Brunner ist zwar seit 2009 Mitglied des Bundesrats, der großen Öffentlichkeit aber unbekannt. Nachdem er in jungen Jahren als Büroleiter des damaligen Landeshauptmanns Herbert Sausgruber (ÖVP) eine gute Figur gemacht hatte, war Brunner oft im Gespräch, wenn es in Vorarlberg um die Besetzung von politischen Spitzenämtern ging. Zugegriffen hat er jedoch nie.

Vizekanzler Werner Kogler (Grüne)

Dass Werner Kogler dereinst zum Grünen Superstar aufsteigt, hätte man lange nicht gedacht. Eher war der Steirer der ideale Mann für die zweite Reihe, stets loyal den Ersten gegenüber, mit Tugenden wie Macken ausgezeichnet, allenfalls einmal für ein Ministeramt gebucht, sollten die Grünen eine Regierung entern. Nun wird der 58-Jährige Vizekanzler.

Umweltministerin Leonore Gewessler (Grüne)

Die Grüne Leonore Gewessler legt einen geradezu raketenhaften Aufstieg in Österreichs Politiklandschaft hin. Bis vor kurzem war die 42-Jährige nur Insidern bekannt, nun bekommt sie mit dem Klimaschutzministeriums die Zügel eines der zentralsten Ressorts der türkis-grünen Bundesregierung in die Hand. Gewessler kommt aus der Ökoecke. Sie agiert seit ihrem Quereinstieg wie ein alter Politikhase.

Sozialminister Rudolf Anschober (Grüne)

Rudi Anschober hat im künftigen Regierungsteam die längste Erfahrung mit einer Koalition von ÖVP und Grünen - zwölf Jahre lang währte die weitgehend friktionsfreie Partnerschaft in Oberösterreich. Als die Grünen gerade aus dem Nationalrat geflogen waren und in der Bundespolitik kaum mehr vorkamen, brachte er es mit seiner Initiative für Asylwerber in Lehre zu österreichweiter Beachtung.

Justizministerin Alma Zadic (Grüne)

Kaum wo gehen Karrieren so flott wie in der Politik, der Spurt von Alma Zadic ins Justizministerium ist dann aber doch besonders bemerkenswert. Vor ein paar Wochen mehr oder weniger nur Pausenfüllerin von Peter Pilz im BVT-Ausschuss, ist die gebürtige Bosnierin nun am Ticket einer anderen Partei an der Spitze eines der zumindest symbolisch prestigeträchtigsten Ressorts angelangt.

Staatssekretärin Ulrike Lunacek (Grüne)

Vor zwei Jahren führte sie die Grünen aus dem Nationalrat, jetzt zieht sie mit ihnen in ein Staatssekretariat mit Kunst- und Kulturschwerpunkt. Ulrike Lunacek ist die Überraschung unter den Kabinettsmitgliedern ihrer Partei. Parteichef Werner Kogler holt sich mit ihr aber eine der erfahrensten Protagonistinnen seiner Bewegung an die Seite.

(Quelle: APA)

Aufgerufen am 14.04.2021 um 06:14 auf https://www.salzburg24.at/news/oesterreich/tuerkis-gruen-neue-regierung-im-portraet-81660343

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