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U-Ausschuss bekommt nur Teil des Ibiza-Videos

Für Zadic nicht "alles abstrakt relevant"

"Nicht alles in diesen sieben Stunden ist abstrakt relevant"

Für Justizministerin Alma Zadic ist nicht "alles in diesen sieben Stunden ist abstrakt relevant".

Der Ibiza-Ausschuss dürfte nicht das gesamte von der Justiz sichergestellte Videomaterial erhalten. Das lassen Aussagen von Justizministerin Alma Zadic (Grüne) erwarten. Sie verwies am Donnerstag darauf, dass dem Ausschuss alles vorgelegt werden muss, was von zumindest abstrakter Relevanz für die Untersuchungen ist, aber: "Nicht alles in diesen sieben Stunden ist abstrakt relevant."

Zadic betonte bei einer Pressekonferenz, der Staatsanwaltschaft den Auftrag erteilt zu haben, alle für den Untersuchungsgegenstand relevanten Unterlagen vorzulegen. Das Video und die zugehörigen Transkripte werden demnach nun geprüft.

Video-Prüfung noch nicht abgeschlossen

Wann die Prüfung abgeschlossen ist und das Parlament die aus Sicht der Justiz relevanten Passagen des Videos erhält, ist noch offen. Zadic betonte aber, die Staatsanwaltschaft Wien und die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft bereits um ein Datum gebeten zu haben.

Das Drängen von ÖVP-Fraktionschef Wolfgang Gerstl nach einer raschen Übermittlung des Videos wies Zadic zurück. Er hatte die Justiz am Donnerstag aufgefordert, "in die Gänge" zu kommen und sprach von einer Missachtung des Parlaments. Zadic betonte, dass die Justiz das Material vor der Übermittlung auf seine "abstrakte Relevanz" prüfen müsse. "Alles andere würde uns in Haftungsschwierigkeiten bringen. Das weiß auch der Kollege Gerstl."

Laut Zadic Zusammenspiel zwischen "Soko Tape" und WKSta gut

Die Probleme in der Zusammenarbeit zwischen WKStA und der bei der Polizei eingerichteten Ibiza-Sonderkommission ("Soko Tape") hält Zadic für ausgeräumt. Es gebe dazu Gespräche auf unterschiedlichen Ebenen. "Mein Letztstand ist, dass es gut funktioniert." Ob im Zusammenspiel zwischen Justiz und Polizei rechtliche Verbesserungen nötig sind, will Zadic im Zusammenhang mit der angekündigten Evaluierung der Großverfahren prüfen. Auf laufende Ermittlungen hätte das aber keine Auswirkungen, betonte die Justizministerin.

(Quelle: APA)

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