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Heftige Gewitter

16.080 Blitze in Salzburg gemessen

Auf Unwetter folgt kurze Hitzewelle

Blitz, Gewitter, SB APA/dpa/Ole Spata
Der Dienstag war der bislang blitzreichste Tag im heurigen Jahr. (SYMBOLBILD)

16.080 Blitze sind am gestrigen Dienstagabend in Salzburg niedergegangen. Damit liegt das Bundesland österreichweit im Mittelfeld der Statistik. Nach den schweren Unwettern soll nun eine kurze Hitzewelle mit bis zu 36 Grad folgen.

An der Südflanke einer Kaltfront über Deutschland gab es am Dienstag mit bis zu 37 Grad in Wien den bislang heißesten Tag des Jahres. Am Nachmittag und Abend folgten allerdings schwere Unwetter, nach Angaben der Wetterexperten der Österreichischen Unwetterzentrale war der Dienstag mit 136.000 Blitzentladungen auch der bislang blitzreichste Tag des Jahres.Das ist der bislang höchste Wert des Sommers, gefolgt vom 1. Juli mit 107.426 Entladungen.

 

Die Kaltfront eines Nordseetiefs namens Dana lag am Dienstag quer über Süddeutschland. An ihrer Südflanke strömte aus Südwesten sehr heiße Luft ins Land und in jedem Bundesland wurde die 30-Grad-Marke überschritten. Besonders heiß war es in Niederösterreich und Wien, hier wurden Temperaturen bis zu 36, in der Wiener Innenstadt sogar 37 Grad gemessen. "Die Kombination aus energiereicher Luft und starker Höhenströmung an der Südflanke der Kaltfront haben zu idealen Bedingungen für schwere Gewitter geführt", erklärt Manfred Spatzierer, Chefmeteorologe der Unwetterzentrale.

Regensumme Ubimet

Böen mit knapp 100 km/h in Zell am See

Die Gewitter haben nicht nur für viele Blitze und Starkregen gesorgt, sondern auch für großen Hagel und teils orkanartige Böen. Besonders große Schäden durch Hagel um fünf Zentimeter gab es im Großraum Feldkirch in Vorarlberg sowie in einem Streifen von Waldzell bis nach Ottnang im oberösterreichischen Hausruckviertel. Die stärksten Windböen wurden im Tullnerfeld in Niederösterreich mit 103 km/h und in Zell am See (Pinzgau) mit 99 km/h gemessen.

Blitzedichte Ubimet

Stärkste Blitze in Tirol und Wien

Die Kraft von Blitzen wird über die Stromstärke in der Einheit Ampere angegeben. Der stärkste Blitz des Landes wurde in Reutte in Tirol gemessen: "Spitzenreiter ist eine Entladung mit rund 305 kA", so Spatzierer. "In kürzester Zeit wurde dabei fast 20.000 mal mehr Energie freigesetzt, als in einer haushaltsüblichen Steckdose mit 16 Ampere verfügbar ist." An zweiter Stelle folgt eine Blitz mit 188 kA in Berwang (Bez. Reutte) und an dritter Stelle eine Entladung mit 182 kA in Wien-Donaustadt.

Woche endet mit kurzer Hitzewelle

In der zweiten Wochenhälfte liegt der Alpenraum unter dem Einfluss eine Hochs namens Claws und aus Westen gelangen neuerlich sehr warme Luftmassen ins Land. "Die Temperaturen steigen täglich auf über 30 Grad, damit steht die erste Hitzewelle des Jahres bevor", so der Experte. Am heißesten mit bis zu 36 Grad wird es im Westen des Landes, dazu gibt es von Donnerstag bis Samstag bestes Badewetter und nur vereinzelte Hitzegewitter im südlichen Bergland. Am Sonntag folgt im Westen dann die nächste Kaltfront mit Schauern und Gewittern, im Osten wird es dagegen nochmals hochsommerlich heiß.

(Quelle: SALZBURG24)

So entstehen Blitze

Blitz, Unwetter, Gewitter, SB APA/dpa/Marcel Kusch/SYMBOLBILD

Rund um die Entstehung von Blitzen gibt es immer noch zahlreiche offene Fragen. Nicht klar ist etwa, was in den Bruchteilen einer Sekunde passiert, wenn ein Blitz in der Wolke ausgelöst wird. Die gemessenen Feldstärken in der Wolke sind meistens zu gering und können nicht der Grund sein. Die nötigen Zutaten für den Blitz sind aber bekannt.

Die Zahl der Blitze in Österreich schwankt von Jahr zu Jahr stark und liegt meist zwischen 100.000 und 200.000 Blitzeinschlägen in den Boden pro Jahr. Rechnet man zu den Einzelentladungen in den Wolke-Erde Blitzen auch die Wolke-Wolke-Entladungen dazu, gibt es in Österreich pro Jahr durchschnittlich zwischen 700.000 und 800.000 Entladungen. 

 

Großer Temperaturunterschied notwendig

Notwendig für einen Blitz ist ein sehr großer Temperaturunterschied zwischen bodennahen und höheren Luftschichten, dann können mächtige Gewitterwolken entstehen, die in Mitteleuropa Höhen von zwölf Kilometern und mehr erreichen. In diesen Wolken toben mächtige Auf-und Abwinde, mit Geschwindigkeiten von rund 100 bis 150 km/h. Diese Winde schleudern Wassertropfen, Eiskristalle und Hagelkörner durch die Wolke. Dabei kommt es zu elektrostatischer Aufladung, ähnlich wie beim Reiben eines Luftballons an Stoff, erläuterten die Experten von ALDIS.

Leitblitz für menschliches Auge nicht sichtbar

Im oberen Bereich der Gewitterwolke (rund acht bis zwölf Kilometer) sammeln sich bevorzugt positiv geladenen Teilchen, in den unteren Bereichen (ca. drei bis sechs Kilometer) bevorzugt negative Teilchen. Warum das so ist, ist immer noch nicht völlig geklärt, berichteten die Blitz-Experten. Erreicht der Unterschied zwischen Plus- und Minus-Bereich dann eine bestimmte Größe, kommt es zu einem großen elektrischen Funken: dem Blitz. Je nach Ladungsausgleich handelt es sich um einen Wolke-Wolke- oder einen Wolke-Erde-Blitz.

Die sichtbare Blitzentladung (Flash) wird durch einen sogenannten ersten Leitblitz vorbereitet, der für das menschliche Auge nicht sichtbar ist. Bei fast allen Blitzen startet dieser Leitblitz in der Wolke und wächst ruckartig in Stufen von 50 bis 200 Metern in Richtung Erde vor. Erreicht der Leitblitz den Boden wird dieser entladen und der ganze vorbereitete Kanal leuchtet hell auf. Das ist dann der sichtbare Blitz.

Im Kanal der ersten Entladung folgen dann oft mehrere weitere Entladungen, sogenannte Folgeblitze, im Abstand von wenigen Tausendstel Sekunden. Bis zu 20 und mehr solcher Folgeblitze können innerhalb von einer Sekunde auftreten. Bei einer größeren Zahl dieser Folgeblitze können wir oft mit freiem Auge ein Flackern des Blitzes erkennen. Die Stromflussdauer einer einzelnen Entladung liegt bei wenigen 100 Millionstel Sekunden. Die Pause zwischen zwei Folgeblitzen beträgt zwischen einigen Millisekunden und einigen 100 Millisekunden.

Blitze zwischen 2.000 und 300.000 Ampere Stromstärke

Ein Blitz erreicht dabei Stromstärken zwischen 2.000 Ampere (2 kA) und 300.000 Ampere (300 kA). Der Großteil der Blitze hat Stromstärken zwischen zehn und 30 kA (Kiloampere). Der Strom im Blitzkanal heizt die Luft schlagartig auf rund 30.000 Grad Celsius auf. Da heiße Luft mehr Raum benötigt als kühle Luft, entsteht ein extremer Überdruck. Bildlich gesprochen "zerreißt" die Hitze die Luft und verursacht einen Knall. Dieser Überdruck (Knall) breitet sich als Druckwelle in alle Richtungen rund um den Blitzkanal aus. Aufgrund der Schallgeschwindigkeit von 330 m/s dauert es mehrere Sekunden bis die Druckwelle bei einem Beobachter ankommt. Der Blitz ist früher zu sehen, da die Lichtgeschwindigkeit viel höher ist und somit schneller beim Beobachter ankommt. Das lang gezogene Donnergrollen entsteht durch das zeitlich verzögerte Eintreffen der Druckwelle von verschiedenen Teilen des Blitzkanals und durch Echoeffekte.

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