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Vatertag: Süß und hochprozentig muss es sein

52 PRozent der Österreicher feiern den Vatertag. APA/Fohringer
52 PRozent der Österreicher feiern den Vatertag.

Für rund 9.000 Österreicher hat der Vatertag an diesem Sonntag eine besondere Bedeutung: So viele Männer ziehen ihren Nachwuchs (jünger als 15 Jahre) laut Statistik Austria alleine auf. Das sind noch immer relativ wenige, verglichen mit 104.000 alleinerziehenden Müttern. Doch das Bild der Väter hat sich zuletzt deutlich gewandelt.

So schätzt Cornel Binder-Krieglstein vom Berufsverband Österreichischer Psychologen, dass mittlerweile rund die Hälfte der Väter zumindest einen Teil der familiären Verantwortung übernimmt. Und das sei gut so, denn dass das Vorhandensein beider Elternteile wichtig ist, sei unumstritten. Wichtig sei etwa die emotionale Verfügbarkeit, so der Psychologe. Mit einer männlichen Bezugsperson könnten die Kinder ihre Grenzen ausloten, Konfliktverhalten erlernen und Kommunikationsmodelle kennenlernen.

Vatertag wird mehrheitlich gefeiert

Einer Umfrage von Marketagent.com zufolge feiern am Sonntag 52 Prozent der Österreicher den Vatertag. Mehr als jeder vierte Mann (26,9%) kommt dabei selbst in den Genuss etwas geschenkt zu bekommen oder eine andere Form der Zuwendung zu erhalten. Mehrheitlich wird der Vatertag hierzulande gemütlich im Familienkreis verbracht (41,2%), knapp jeder Fünfte (18,7%) wird am kommenden Sonntag einen Ausflug unternehmen. Geschenke oder kleine Aufmerksamkeiten lassen 37 Prozent den Vätern am 8. Juni zukommen, so das Ergebnis einer aktuellen Studie von Marketagent.com, einem der führenden Online Markt- und Meinungsforschungsinstitute im deutschsprachigen Raum.

Geschenke sind süß und hochprozentig

Hoch im Kurs bei der Geschenkauswahl für den Vatertag stehen heuer Genussartikel. Für den Blumenhandel ist Vatertag dagegen nicht der Bringer. „Das mit Abstand beliebteste Geschenk für Väter sind heuer Süßigkeiten sowie, mit Abstand gefolgt, Hochprozentiges wie Spirituosen oder auch Wein", erklärt Thomas Schwabl, Geschäftsführer von Marketagent.com. Selbstgebasteltes belegt Platz drei in der Hitliste der beliebtesten Vatertagsgeschenke (19,6%). Gutscheine werden ebenfalls ganz gerne überreicht (16,5%), ansonsten gilt die Regel „Kosmetika vor Elektronikartikel". Bargeld hingegen ist in der Alpenrepublik als Vatertagsgeschenk ein Tabu. Zumindest gibt kein Befragter (0,0%) an oder zu, den eigenen Vater am kommenden Wochenende mit Bargeld zu überraschen.

Hauptmotiv für das Feiern des Vatertags ist in Österreich vor allem die persönliche Wertschätzung der väterlichen Leistungen. 37 Prozent möchten den eigenen Vater zumindest einmal im Jahr ehren und fast genauso viele „Vati" zeigen, dass er einem wichtig ist (36,3%). Für 28 Prozent ist es einfach ein guter Grund, wiedermal mit der Familie zusammenzukommen. Mehr als ein Drittel (35,9%) lässt sich aus Tradition und immerhin jeder Zehnte (9,5%) aus Verpflichtung darauf ein, um niemanden in der Familie zu kränken.

Kein einheitlicher Termin für Vatertag

Im Unterschied zum Muttertag konnte man sich beim Vatertag bisher nicht auf einen weltweit einheitlichen Termin einigen. Der Muttertag wird rund um den Globus am 2. Maisonntag begangen. Für den Vatertag stehen mindestens drei Tage zur Auswahl: Christi Himmelfahrt, der zweite oder der dritte Sonntag im Juni.

Wirtschaftliche Interessen im Vordergrund

Zudem standen hinter der Idee, zumindest hierzulande, handfeste geschäftliche Interessen: Laut Helmut Herz, "Vater" des österreichischen Vatertags und damaliger Gloriette-Werbeleiter, wollte in der Sommerzeit den Konsum ankurbeln und konnte auch andere Firmen für eine Kampagne "Vater sein ist vielfach Plag', drum leb' er hoch der Vatertag" begeistern. Und diese schlug 1956 tatsächlich ein.

Vatertag in Deutschland ein Männer-Fest

Andere Länder, andere Sitten: In Deutschland sind nicht das Feiern im Familienkreis und kleine Geschenke der Kinder wesentlichste Kennzeichen des Vatertags, sondern eine Lokaltour in feucht-fröhlicher Männerrunde und die Einweihung der Jüngeren in die "Sitten" der Männlichkeit. Aufgrund des erhöhten Alkoholkonsums gibt es laut Statistik zu Christi Himmelfahrt, wenn unsere Nachbarn den Vatertag begehen, erheblich mehr Schlägereien als an anderen Tagen.

Ausflüge in den USA

In den USA gestaltet man den Vatertag ähnlich wie in der Alpenrepublik. Ausflüge beschränken sich allerdings hauptsächlich auf Vater-Sohn-Unternehmungen. Jahre später noch erzählen Männer etwa vom gemeinsamen Fischen, herbmännlicher Lagerfeuerromantik und Baseballtraining.

Wer neben Vater und Mutter noch weitere Familienmitglieder hochleben lassen will, hat am 7. September Gelegenheit dazu, US-Gepflogenheiten zu übernehmen: Der ehemalige US-Präsident Jimmy Carter setzte 1978 den "Nationalen Großeltern-Tag" für den ersten Sonntag nach dem Tag der Arbeit in den USA (erster Montag im September) fest. (SALZBURG24/APA)

(Quelle: S24)

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