Jetzt Live
Startseite Österreich
30 Mitarbeiter betroffen

Verdacht: Missbrauch der Kurzarbeit bei Volkshilfe

Razzia in Oberösterreich

Die Volkshilfe OÖ hat sich am Mittwoch gegen den Verdacht des Missbrauchs von Kurzarbeit gewehrt, der nach einer Razzia der Finanzpolizei aufgekommen war. Manche der rund 390 Mitarbeiter in den Mobilen Diensten hätten anfangs mehr Stunden gearbeitet als ursprünglich vereinbart. Man habe aber noch keine Ausfallsstunde eingereicht und keinen Cent erhalten, so die Organisation.

"Es besteht der Verdacht, dass rund 30 Mitarbeiter drei Monate lang auf 30 bis 50 Prozent Kurzarbeit angemeldet waren - stattdessen aber voll beschäftigt gewesen sind. Wer dabei nicht mitspielen wollte, dem wurde mit Kündigung gedroht", berichtete die "Kronen Zeitung" online am Mittwoch und berief sich auf eine Razzia der Finanzpolizei am Standort in Schwertberg.

Aus dem Finanzministerium hieß es zu der Causa nur, man könne aufgrund der abgabenrechtlichen Geheimhaltungspflicht keine Auskunft zu konkreten Fällen geben.

Volkshilfe: "Völlig haltlose Anschuldigungen"

"Da wir von der Finanzbehörde bislang nicht kontaktiert wurden, fehlt uns jeglicher Hintergrund für diese völlig haltlosen Anschuldigungen", sagte der Vorsitzende der Volkshilfe OÖ, Michael Schodermayr in einer Presseaussendung. Ausschlaggebend sei, dass lediglich die im Nachhinein festgestellten Ausfallsstunden dem AMS zur Abrechnung vorgelegt werden.

Mitarbeiter korrekt zur Kurzarbeit angemeldet

Die Volkshilfe habe aufgrund der behördlichen Auflagen die Dienstleistungen entsprechend reduziert. Daher wurden die Mitarbeiter korrekt beim AMS zur Kurzarbeit angemeldet, hieß es. Das habe die Sicherstellung von 700 Arbeitsplätzen ermöglicht. Ausdrücklich festgehalten wird in der Presseaussendung, "dass bis dato keine einzige Ausfallsstunde beim AMS eingereicht und abgerechnet wurde." Somit entbehre der Verdacht des Fördermissbrauches jeglicher Grundlage. Das Gerücht, Mitarbeiter seien unter Druck gesetzt worden, wies Schodermayr "auf das Schärfste zurück". Eine derartige Vorgangsweise entspreche nicht der Kultur der Volkshilfe.

Kontrollen der Finanzpolizei in ganz Österreich

Die Finanzpolizei hat zuletzt Schwerpunktkontrollen bei kurzarbeitenden Betrieben auf Verdachtsbasis durchgeführt. Rund 350 Finanzpolizisten hatten bundesweit insgesamt 5.119 Personen in 1.946 Betrieben an 1.205 Einsatzorten kontrolliert, war am Sonntag mitgeteilt worden. Seit 21. April wurden 460 Übertretungen festgestellt und 31 Personen wegen etwaigen Kurzarbeitsmissbrauchs angezeigt. Die Übertretungen wurden nach dem Ausländerbeschäftigungsgesetz, dem Allgemeinen Sozialversicherungsgesetz, dem Arbeitslosenversicherungsgesetz, dem Lohn- und Sozialdumping Bekämpfungsgesetz sowie dem Arbeitszeitgesetz verzeichnet.

(Quelle: APA)

Aufgerufen am 27.05.2020 um 01:28 auf https://www.salzburg24.at/news/oesterreich/volkshilfe-razzia-wegen-verdachts-auf-missbrauch-der-kurzarbeit-87515917

Kommentare

Mehr zum Thema