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Wahlergebnis

Drozda geht als SPÖ-Geschäftsführer

Thomas Drozda zieht sich als SPÖ-Bundesgeschäftsführer zurück. Das teilte er Montagvormittag gegenüber Journalisten mit: "Ein Wahlergebnis wie gestern muss Konsequenzen haben." Er wolle mit diesem Schritt einen Reformprozess in Gang setzen.

Betont wurde vom scheidenden Bundesgeschäftsführer, dass ihm gegenüber niemand Druck ausgeübt habe. Er habe heute Früh Parteichefin Pamela Rendi-Wagner über seinen Schritt informiert und diese habe ihn bedauert. Sein Mandat im Nationalrat wird Drozda "selbstverständlich" annehmen. Auch Kultur- und Mediensprecher will er bleiben.

Die letzten beiden Wahlergebnisse waren für uns SozialdemokratInnen sehr schmerzlich. Als SPÖ-Bundesgeschäftsführer...

Gepostet von Thomas Drozda am Montag, 30. September 2019

Drozda galt als angezählt

Schon vom Typus her war Drozda nicht unbedingt der idealtypische Generalsekretär einer Arbeiterpartei. Der luxusaffine Schöngeist mit besten Manieren wollte und konnte wohl auch nie in die Rolle des Kläffers hineinwachsen. Als weiteres Handicap erwies sich, dass er gerade dem parteiintern sehr beliebten Max Lercher folgen musste und nicht zuletzt der Misserfolg bei den einzigen Wahlen, die unter seiner gerade einmal einjährigen Geschäftsführung geschlagen wurden.

Drozda galt in der Partei schon seit längerem als angezählt. Spätestens mit der Bestellung von Christian Deutsch zum Wahlkampf-Manager war klar, dass dem Vertrauten von Parteichefin Pamela Rendi-Wagner die übrigen Parteigranden nicht mehr allzu viel zutrauten. Freilich: oft wurde Drozda auch einiges Unrecht getan. Selbst Fehler der Vorsitzenden wurden zumindest im Hintergrund zuallererst immer dem Bundesgeschäftsführer zugerechnet.

Kern holte Drozda ins SPÖ-Kanzleramt

Politische und Manager-Erfahrung hätte er in seinen Job eigentlich ausreichend mitgebracht. Jung leitete der verheiratete Oberösterreicher einen Verlag der Sozialistischen Jugend, jobbte bei der Nationalbank und diente ab 1993 als wirtschafts- und kulturpolitischer Berater der SPÖ-Bundeskanzler Franz Vranitzky und Viktor Klima, bevor der studierte Betriebs- und Volkswirt 1998 für ein Jahrzehnt als kaufmännischer Geschäftsführer ins Burgtheater wechselte. Danach oblag ihm die Führung der Vereinigten Bühnen und damit jene über Theater an der Wien und Ronacher.

Der SPÖ blieb Drozda verbunden. Mehrere Jahre vertrat er die Sozialdemokraten im ORF-Stiftungsrat. Christian Kern holte ihn von den Vereinigten Bühnen an seine Seite ins Kanzleramt, wo er die Regierungsarbeit mit der ÖVP koordinierte und die Kulturagenden dazu bekam. In letzterem Bereich setzte er auch die ein oder andere aufsehenerregende Personalie, etwa bei der Neubesetzung des Kunsthistorischen Museums, bei der Direktorin Sabine Haag leer ausging und Eike Schmidt zum Zug kam, bei der Staatsoper, wo Bogdan Roscic Direktor Dominique Meyer ersetzte oder im Burgtheater, das dank ihm von Martin Kusej geleitet wird.

Kultur soll auch weiter sein Steckenpferd bleiben. Drozda nimmt sein Nationalratsmandat an und will als Kultur- und Mediensprecher im roten Parlamentsklub wirken. Freilich, sollte ein Offert aus dem Kulturmanagement kommen, würde es nicht wundern, wenn er endgültig die Politik hinter sich lässt.

(Quelle: APA)

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