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Warnung vor dubiosen Schlüsseldiensten

Schlüssel APA/HERBERT NEUBAUER
Die Arbeiterkammer warnt vor Abzocke beim Schlüsseldienst (Symbolbild).

Die Arbeiterkammer Oberösterreich warnt einmal mehr vor dubiosen Schlüsseldiensten, die man vor allem im Internet finden kann. Hat man erst einmal bar bezahlt, ist das Geld - oft bis zu 1.200 Euro - weg. Seriöse Unternehmen verlangen in Oberösterreich 55 bis 105 Euro für das Öffnen während der Betriebszeiten, bis zu 195 Euro zu den Randzeiten, wenn die Tür lediglich ins Schloss gefallen ist.

Ein Austausch des Türschlosses kann aber mehr kosten, erläuterte der AK-Konsumentenschutz in einer Presseaussendung am Mittwoch. Betroffene, die einen vermeintlich lokalen Schlüsseldienst im Internet gefunden und beauftragt hatten, berichteten, dass nach längerer Wartezeit Mitarbeiter mit ausländischen Kennzeichen am Auto vorfuhren.

1.200 Euro für Türöffnung

Die Türöffnung koste bis zu 1.200 Euro und müsse sofort bar bezahlt werden, notfalls werden die - sich stark bedrängt fühlenden - Kunden bis zum nächsten Bankomaten begleitet. Der Verantwortlichen werde man nur selten habhaft und das Geld ist verloren.

Das teuerste Angebot der 13 von der AK verglichenen Schlüsseldienste war das Aufschließen der versperrten Tür in der Nacht bzw. an Wochenende oder Feiertag mit 221 Euro. An Wochentagen tagsüber waren maximal 125 Euro zu zahlen, nachts ebenfalls bis zu 221 - immer noch erheblich günstiger als die genannten 1.200 Euro bei den unseriösen Anbietern.

Keine großen Beträge zahlen

Die AK rät, keinesfalls große Beträge an Unbekannte zu zahlen, sondern sich einen Zahlschein geben zu lassen und notfalls die Polizei zu holen. Außerdem solle man sich die Nummer eines lokalen Schlüsseldienstes ins Handy speichern bzw. in einem Mehrparteienhaus ans Schwarze Brett hängen. Am einfachsten sei es freilich, einen Schlüssel bei einem vertrauenswürdigen Nachbarn zu deponieren.

Ermittlungen der Polizei laufen

Ermittlungen gegen Schlüsseldienste – vor allem aus Deutschland – laufen in ganz Österreich. Erste Verurteilungen hat es vergangene Woche in Tirol gegeben. So wurde etwa ein 26-jähriger „Schlossengel“ wegen Sachwuchers schuldig gesprochen. Er kassierte für den Tausch eines Sicherheitsschlosses 937,36 Euro – konkret hat der Mann einen Stundenlohn von 1.196 Euro verrechnet.

Schlüsseldienst: Dubioser Fall in Salzburg

Auch in Salzburg häufen sich Betrügereien mit Schlüsseldiensten, bestätigt der Konsumentenschutz der Arbeiterkammer (AK) Salzburg auf SALZBURG24-Anfrage. Während es dabei größtenteils um Preiswucher geht, wurde in der Landeshauptstadt eine Salzburgerin kürzlich mit einer neuen Masche konfrontiert: Nachdem in der Nacht ihr Schlüssel abgebrochen war, suchte sie via Google auf ihrem Handy nach einem Schlüssel-Notdienst. Die Helfer von tür-öffnen24.at waren rasch zur Stelle und verlangten für einen neuen Schlüssel 358,10 Euro im Voraus. 300 Euro hatte die Frau dabei, die sie als Anzahlung hergab. Den versprochenen Schlüssel hat sie bis heute nicht bekommen, sie erstattete Anzeige.

Den ausführlichen Bericht dazu lest ihr HIER.

(APA/SALZBURG24)

(Quelle: APA/SALZBURG24)

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