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"Bier geht sicher nicht aus"

Wieso Österreich kein Bierflaschen-Mangel droht

Habt ihr leere Kisten daheim rumstehen?

symb_Bierflasche, symb_bier, pixabay
Die Temperaturen steigen und damit auch der Bierdurst der Menschen in Österreich. (SYMBOLBILD)

Während Brauereien bei unseren Nachbarn in Deutschland und der Schweiz derzeit vor einem drohenden Bierflaschen-Engpass warnen, scheint die Lage in Österreich deutlich entspannter zu sein. Ein wesentlicher Grund dafür dürften die verschiedenen Flaschentypen sein.

Vor allem deutsche Brauereien befürchten in den bevorstehenden Sommermonaten eine Bierflaschen-Knappheit, weshalb an Verbraucher:innen appelliert wird, leere Bierkisten retour zu bringen.

Warum vor Engpass gewarnt wird

Als Gründe dafür werden bei unseren Nachbarn vor allem stark gestiegene Kosten bei der energieintensiven Flaschenproduktion angeführt. Zudem werde es aufgrund eines Lkw-Fahrermangels in der Logistikbranche schwieriger, die Lieferketten aufrechtzuerhalten. Hinzu kommen höhere Preise für Verpackungen und Co. Die Lage sei "äußerst angespannt", hieß es zuletzt seitens des Deutschen Brauer-Bunds. Auch Brauereien in der Schweiz stellen eine "angespannte Beschaffungslage" fest, wie der "Blick" kürzlich berichtete.

 

Jedes Jahr gleiche Herausforderung

Doch wie schaut das Ganze hierzulande aus? Florian Berger, Geschäftsführer des Brauereien-Verbands, beschwichtigt am Dienstag im SALZBURG24-Gespräch: "Das Bier geht in Österreich sicher nicht aus." Zwar seien auch hierzulande die Preise für Flaschen gestiegen, die Kostensteigerungen würden aber alle Bereiche betreffen. Berger, der rund 300 Braustätten in Österreich repräsentiert, führt aus: "Da geht es uns nicht anders als anderen Branchen. Diese Themen beschäftigen die gesamte Brauwirtschaft. "Im Wesentlichen ist es jedes Jahr die gleiche Herausforderung", so Berger. Die Temperaturen steigen und damit auch der Bierdurst der Österreicher:innen. "Deswegen ist es normal, dass weniger Mehrwegflaschen im Umlauf sind."

Unterschiede im Mehrwegsystem

Ein grundlegender Unterschied sei auch das Mehrwegsystem in den Ländern: Während jede deutsche Brauerei die Form der Flasche wählen und auch ihre Namen ins Glas prägen können, stützen sich die Betriebe in Österreich auf ein Standardformat. "Wegen der Gebinde-Vielfalt sind in Deutschland insgesamt weniger Flaschen als in Österreich im Umlauf." Hierzulande setzt die Brauwirtschaft auf die sogenannte NRW-Bierflasche im 0,5-Liter-Format. Andere Firmen in Deutschland können Flaschen der Konkurrenz also nicht einfach verwenden – bei unseren Nachbarn sind über 120 verschiedene Flaschentypen im Umlauf.

 

Aber angesichts eines möglichen Bierflaschen-Engpasses gibt es eine recht pragmatische Lösung, wie Berger meint: "Diejenigen, die ihr Bier lieber aus einer Flasche trinken wollen, sollen einfach ihr Leergut zurückbringen."

Weniger Durst auf Bier?

Übrigens: Während der Corona-Krise haben die Menschen in Österreich weniger Bier getrunken als je zuvor. Lag der Pro-Kopf-Konsum im Wirtschaftsjahr 2019/20 noch bei rund 107 Litern, sank er im Zeitraum von Juli 2020 bis Juni 2021 um 3,5 Liter auf 103,6 Liter. Grund für den gesunkenen Bierkonsum dürften die Schließungen von Restaurants und Bars wegen der Corona-Pandemie gewesen sein.

Und ob das Bier aus der Flasche, Dose oder frischgezapft im Glas kommt – am Ende müsse jeder selbst wissen, wie ihm oder ihr der kühle Gerstensaft am besten schmeckt.

(Quelle: SALZBURG24)

Aufgerufen am 27.06.2022 um 12:35 auf https://www.salzburg24.at/news/oesterreich/warum-oesterreich-kein-bierflaschen-mangel-droht-121812253

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