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2019 drittwärmstes Jahr der Geschichte

Wetter Salzburg Sonne APA/BARBARA GINDL
Über Salzburg schien 2019 häufig die Sonne.

Das vergangene Jahr das drittwärmste der Messgeschichte. Die Experten der Österreichischen Unwetterzentrale sprechen von einer Abweichung von rund +1,8 Grad im Vergleich zum langjährigen Mittel. Besonders in Erinnerung dürften vielen Menschen dabei die Schneemassen im Jänner in den Nordalpen, ein extrem heißer Juni und die Rekordniederschläge im November im Südwesten Österreichs geblieben sein.

Mit einer österreichweiten Abweichung von +1,8 Grad fällt das Jahr 2019 gegenüber dem langjährigen Mittel von 1981-2010 deutlich zu warm aus. Seit Beginn der instrumentellen Temperaturmessung 1767 waren lediglich die Jahre 2018 und 2014 noch wärmer. Passend zu dieser großen Temperaturabweichung weist das Jahr 2019 zehn überdurchschnittlich warme Monate auf. Der Jänner zeigte sich eine Spur und der Mai markant kälter als das langjährige Mittel, er ging als kältester Mai seit 1991 in die Annalen ein.

Jänner: Schneemassen in den Nordalpen

Durch eine gut zwei Wochen anhaltende, nasskalte Nordlage gab es an der Alpennordseite außergewöhnliche Neuschneemengen. „So lagen zur Monatsmitte in den Nordalpentälern verbreitet 1 bis 2 Meter Schnee, stellenweise wurden neue Schneehöhenrekorde für den Jänner aufgestellt“, so der Meteorologe. Auf den Bergen türmten sich die Schneemassen teilweise bis zu 5 Meter in die Höhe. Diese enormen Schneemengen führten zur höchsten Lawinenwarnstufe 5. Dadurch kam es zu weitreichenden Straßensperren und einige Orte waren für Tage von der Außenwelt abgeschnitten.

Extremer Juni

Auf der anderen Seite der Extrema lag der Juni. „Er fiel mit einer Abweichung von +4,7 Grad gegenüber dem langjährigen Mittel nicht nur deutlich zu warm aus“, sagt Manfred Spatzierer, Chefmeteorologe der Unwetterzentrale. „Landesweit war der Juni 2019 nämlich sogar der wärmste der Messgeschichte, nur gebietsweise wie etwa in Vorarlberg und in Teilen Tirols war der Juni 2003 noch etwas heißer.“ Nach dem zu kalten und zu nassen Mai setzte in den Alpen zudem eine extreme Schneeschmelze ein, welche am 12. und 13. zu einem markanten Hochwasser am Inn führte. Nur knapp wurde in Innsbruck ein hundertjährliches Hochwasser verfehlt. Bei den Tageshöchstwerten wurden im Juni an mehr als der Hälfte aller Wetterstationen neue Juni-Stationsrekorde aufgestellt, 27 Stationen stellten sogar neue Allzeit-Rekorde dar, wie etwa Imst, der Brenner oder die Schmittenhöhe. In drei Bundesländern wurden zudem neue Monatsrekorde aufgestellt:

  • Kärnten: 38,1 Grad in Hermagor (27.6.)
  • Tirol: 37,5 Grad in Imst (26.6.) und Innsbruck (27.6.)
  • Steiermark: 37,2 Grad in Graz (27.6.)

November: Rekordniederschläge im Südwesten

Die Wetterlage im November war von einem immer wiederkehrenden Muster geprägt. Kräftige Tiefdruckgebiete über dem Mittelmeer lenkten extrem feuchte Luft von Süden her gegen die Alpen, die Folge waren immense Regen- und Schneemengen vor allem vom Ötztal über die Salzburger Tauerntäler bis ins Obere Murtal sowie generell in Osttirol und Kärnten. Mit Abstand am meisten Regen und Schnee ist an der Messstation am Loibltunnel an der Grenze zu Slowenien zusammengekommen, nämlich 741 l/m². Mehr als 500 l/m² gab es aber auch in Kötschach-Mauthen, Dellach im Drautal und am Weißensee. Mehr als 30 Stationen haben einen neuen Novemberrekord aufgestellt, bspw. wurde in Kals am Großglockner der 103 Jahre währende Rekord um knapp 100 l/m² regelrecht pulverisiert. Orte wie Mallnitz, Virgen oder Millstatt meldeten gar den generell nassesten Monat der jeweiligen Messgeschichte.

Im Norden Trockenheit, allgemein wenig Gewitter

Über das gesamte Land gemittelt lagen die Niederschlagsmengen 2019 genau im Durchschnitt, allerdings mit lokalen Unterschieden. Um 20 bis 30% zu trocken war das Jahr vom Innviertel über das Mariazellerland bis nach Graz. Von Vorarlberg bis Kärnten fiel dagegen mehr Regen und Schnee als im Mittel. So kamen in Spittal an der Drau statt 981 l/m² insgesamt 1474 l/m² zusammen.

Mit 1.077.588 Blitzentladungen präsentierte sich das Gewitterjahr unterdurchschnittlich. Bereits der Start in die Saison war schwach, so gab es im Frühjahr 2019 lediglich ein Zehntel der zu dieser Jahreszeit üblichen Blitzanzahl. Der Sommer 2019 verlief außergewöhnlich heiß, aber auch trocken. Besonders im Juni gab es deutlich weniger Gewitter als üblich. Wenn man nur Blitze ab einer Stärke ab 5 kA betrachtet, wurden im vergangenen Jahr vom UBIMET-Blitzmessnetz 353.161 Blitze gemessen. Das ergibt den letzten Platz seit dem Beginn der modernen Blitzerfassung im Jahre 2009.

Höchste Temperaturen:

  • 38,8 Grad Krems (NÖ, 01.07)
  • 38,6 Grad Stockerau und Langenlebarn (NÖ, 01.07)
  • 38,5 Grad Innsbruck – Universität (T, 30.06.)
  • 38,4 Grad Wien – Innere Stadt (W, 01.07)
  • 38,1 Grad Hermagor (K, 27.06.)

Tiefste Temperaturen:

  • -20,8 Grad Tannheim (T, 24.01)
  • -20,5 Grad Radstadt - Tandalier (S, 19.01)
  • -20,3 Grad St. Michael im Lungau (S, 20.01)
  • -20,3 Grad St. Jakob im Defereggental (T, 22.01)
(Quelle: SALZBURG24)

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