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Österreich ist erschüttert

Terroranschlag mit Toten in Wien

Polizei und Bundesheer in Bundeshauptstadt im Einsatz

Der blutige Terroranschlag in der Wiener Innenstadt Montagabend hat – Stand: Dienstag, 8 Uhr – mindestens fünf Todesopfer und zahlreiche Schwerverletzte gefordert – unter den Toten ist auch ein Attentäter. Laut Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) handele es dabei sich um einen IS-Sympathisanten. Die Behörden gehen nach wie vor davon aus, dass mehrere Attentäter an dem Angriff beteiligt waren und hielten ihre Warnungen, zuhause zu bleiben und insbesondere die Innenstadt zu meiden, aufrecht. Wir berichten LIVE!

Vier der Toten sind Opfer, bei ihnen handelt es sich um zwei Frauen und zwei Männer. Der fünfte Tote ist ein Attentäter, der mittlerweile identifiziert wurde. Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) sprach bei einer Pressekonferenz Dienstagfrüh von einem "Anschlag von mindestens einem islamistischen Terroristen". Demnach war der Angreifer "Sympathisant der Terrormiliz IS".

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Schüsse im beliebten Ausgehviertel

Ein Mann war bereits am Abend verstorben, nachdem mehrere Männer mit Langwaffen und Pistolen wahllos auf Passanten und Lokalbesucher in einem Ausgehviertel geschossen hatten. Ein Täter wurde von Sicherheitskräften erschossen. Die Polizei rief die Bevölkerung dringend dazu auf, in den Häusern zu bleiben und nicht auf die Straßen zu gehen.

Schulpflicht in Wien ausgesetzt

Die Schulpflicht in der Bundeshauptstadt wurde für Dienstag ausgesetzt. Die Wiener Innenstadt war bis in die frühen Morgensstunden nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar.

Polizist bei Schießerei verletzt

Der Angriff hatte gegen 20 Uhr im belebten Ausgehviertel Bermuda-Dreieck begonnen, in dem kurz vor Beginn neuer Corona-Ausgangssperren und bei lauem Wetter viele Menschen unterwegs waren. Nach dem ersten Notruf bei der Polizei und dem Eintreffen der Einsatzkräfte kam es in weiterer Folge zu Schießereien zwischen der Polizei und den Tätern. Ein Polizist wurde dabei angeschossen und schwer verletzt. Insgesamt wurden 15 Menschen verletzt, viele davon schwer. Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) sprach vom "schwersten Tag für Österreich seit sehr vielen Jahren".

Polizei und Bundesheer im Einsatz

Der Großeinsatz der Exekutive lief in der Nacht weiter. So waren 150 Cobra- sowie 100 Wega-Beamte im Einsatz, dazu kamen mehrere 100 Streifenpolizisten sowie Kräfte in zivil. Die Gefahrenabwehr werde mit aller Kraft sichergestellt, sagte der Generaldirektor für die öffentliche Sicherheit, Franz Ruf. Auch werden in Absprache mit den Partnerländern verstärkt Kontrollen an den österreichischen Grenzen vorgenommen. Weitere Schäden müssen hintangehalten werden, sagte Pürstl.

Auch das Bundesheer wurde aktiviert. Rund 75 Soldaten übernahmen den gesamten Objektschutz in der Bundeshauptstadt, um die Polizei zu entlasten und Teile des Jagdkommandos wurden zur Unterstützung der Terrorismusbekämpfung bereitgestellt.

Augenzeuge berichtet in ZIB von Schüssen

Es hat sich nach Krachern angehört", schilderte ein Augenzeuge, der anonym bleiben wollte, in einer Sonderausgabe der ORF-Sendung "Zeit im Bild". "Dann hat man gemerkt, das sind Schüsse. Dann sah man eine Person die Seitenstetten herunterlaufen, (der hat) mit einer automatischen Waffe wild geschossen. Der ist dann abgebogen, hinunter, beim (Lokal) 'Roter Engel' von dort in Richtung Schwedenplatz. Er hat dort wild weitergeschossen. Dann kam die Polizei und hat geschossen." Auf oe24-TV berichteten Augenzeugen von "mindestens 50 Schüssen".

Vom Vorfall in der Wiener Innenstadt Montagabend kursierten mehrere Videos, die bewaffnete Männer in der Innenstadtstadt zeigt, die wild um sich schießen.

"Ängste unter den Gästen sind ein Wahnsinn"

Von den Schüssen überrascht wurde auch ein 53-jähriger Niederösterreicher, der Montagabend am Hohen Markt in einem Lokal ein Geschäftsessen hatte. "Wir haben die Schüsse gehört, und dann hat es geheißen, Licht aus, Türen zu", berichtete der 53-Jährige im Gespräch mit der APA. Daraufhin hatten sich alle Gäste auf den Boden gelegt. "Die Ängste unter den Gästen sind ein Wahnsinn." Verletzt wurde niemand in dem Restaurant. Ein Großaufgebot von Polizisten kümmerte sich um die Menschen in dem Lokal. Auch Passanten, die auf der Straße unterwegs waren, sollten in das Restaurant gebracht werden, um in Sicherheit zu sein. Dieser Plan wurde dann allerdings wieder geändert. Kurz nach 22.00 Uhr kam es laut dem Niederösterreicher zu einer Entspannung der Lage, die Polizisten wurden von dort wieder abgezogen. Der Bereich galt laut dem 53-Jährigen als gesichert. Die Beamten riefen die Menschen auf, die Wiener Innenstadt zu verlassen.

15 Verletzte in Kliniken eingeliefert

15 Verletzte sind nach der Attacke bisher in der Wiener Innenstadt in Kliniken des Wiener Gesundheitsverbundes aufgenommen worden. Das sagte Christoph Mierau, Sprecher des Gesundheitsverbundes, auf APA-Anfrage.

Mindestens sieben Menschen haben schwerere Verletzungen erlitten. Ob es sich um Schusswunden oder Verletzungen von einer Explosion handelt, konnte Mierau nicht sagen. Zur Unterstützung rück auch das Rote Kreuz aus Niederösterreich an. Zehn Rettungswagen und fünf Notarzteinsatzfahrzeuge sind auf dem Weg.

Laut Kultusgemeinde niemand in Synagoge

Zum Zeitpunkt des Anschlages dürften sich keine Menschen im Stadttempel in der Seitenstettengasse und in den Räumlichkeiten der Israelitischen Kultusgemeinde Wien (IKG) befunden haben. Man habe die Gemeindemitglieder dazu

Polizei: Öffis meiden

Die Exekutive ruft dazu auf, alle öffentlichen Plätze in der Stadt zu meiden. Die öffentlichen Verkehrsmittel sollten ebenfalls gemieden werden, appellierte die Polizei in einem auf Englisch verfassten Tweet.

Florian Klenk: "Terroranschlag auf Wiener Synagoge"

"Falter"-Chefredakteur Florian Klenk berichtet auf Twitter, dass die Schüsse direkt vor der Falter-Redaktion gefallen sind.

(Quelle: APA/SALZBURG24)

Terror im Wiener Party-Hotspot

Schüsse in Wien APA/ROLAND SCHLAGER
In Wien ist es am Schwedenplatz zu Schüssen und einem Großeinsatz der Polizei gekommen,

Die Attentäter von Wien haben sich einen Ausgeh-Hotspot ausgesucht. Die Terror-Attacke nahm laut Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) ihren Ausgang in der Seitenstettengasse. Dort befindet sich nicht nur die jüdische Synagoge, die ebenfalls Ziel gewesen sein könnte, sondern auch das sogenannte Bermuda-Dreick, ein alt gedientes Lokalviertel in der Wiener Innenstadt.

Das Bermudadreieck erstreckt sich vom Rabensteig über die Seitenstettengasse bis zur Judengasse und zum Ruprechtsplatz, alles nahe dem Verkehrsknotenpunkt Schwedenplatz. Angesichts der milden Temperaturen und der morgen coronabedingt startenden Gastrosperre war die Gegend, in der sich Lokal an Lokal reiht, auch an einem Montagabend belebt.

Legendäre Lokale am Terror-Schauplatz

Vor allem in den 1980er-Jahren war das Bermudadreieck ausnehmend beliebt. Zu den legendären Gaststätten zählten das noch immer bestehende "Krah-Krah", der "Rote Engel" und der "Kaktus". Der Name des Lokalviertels leitet sich der Legende nach davon ab, dass so mancher trinkfreudige Besuch für längere Zeit in diesem Viertel "verschollen" war.

Aufgerufen am 21.06.2021 um 01:04 auf https://www.salzburg24.at/news/oesterreich/wien-grosseinsatz-nach-terroranschlag-95070106

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