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Wiener Prozess um Wettbüro-Raub vertagt

Richterin Martina Krainz Salzburg24
Richterin Martina Krainz

Der Prozess um einen brutalen Raubüberfall auf ein Wettbüro ist am Mittwoch am Wiener Straflandesgericht auf unbestimmte Zeit vertagt worden. Weitere Augenzeugen, die das Geschehen unmittelbar vor der Tat in den frühen Morgenstunden des 17. Juli 2012 beobachtet hatten, haben im Zuge ihrer Einvernahme den 27-jährigen Angeklagten nicht wieder erkannt - teilweise sogar unfreiwillig entlastet.

Als erster Zeuge wurde ein Ermittler zur unmittelbaren Tatortarbeit befragt. Dabei wurde auch die forensische Auswertung angesprochen, im Rahmen derer man auch die Bilder aus der Überwachungskamera analysiert hat. Jener Täter, der die Schüsse auf den Geldboten abgegeben hat, soll demnach "1,90 bis 1,95 Meter groß, vielleicht sogar ein bisserl darüber" sein, wie der Kriminalist anmerkte. In diesem Zusammenhang verlieh Verteidiger Elmar Kresbach seinem Beweisantrag, die Kamerabilder von einem zweiten Gutachter auswerten zu lassen, noch einmal Nachdruck.

In der Folge kamen drei Kindergärtnerinnen zu Wort, die an diesem Tag Frühdienst in jenem Kindergarten versahen, der in unmittelbarer Nachbarschaft zum Wettbüro liegt. Alle drei Frauen gaben an, sie hätten drei Männer wahrgenommen, die auf einer Bank im Innenhof des Wohnblocks saßen, in dem auch der Kindergarten beheimatet ist. Diese hätten graue Arbeitsanzüge getragen, wie sie in der Bau- bzw. Maler-Anstreicher-Branche üblich seien.

Für einige Verwunderung sorgte schließlich die dritte einvernommene Kinderbetreuerin. Sie sagte aus, sie habe die drei Männer auch noch nach ihrem Dienstbeginn um 6.30 Uhr auf der Bank sitzen sehen. Der Raubüberfall wurde allerdings bereits um 6.13 Uhr verübt. Auf den vorgelegten Lichtbildern erkannte die Frau (sowie auch ihre Kolleginnen) stets einen Serben, der bereits in Belgrad in Haft sitzt. Den 27-jährigen Angeklagten konnte indes niemand identifizieren. Richterin Martina Krainz vertagte schließlich den Prozess auf unbestimmte Zeit, nicht zuletzt wegen der von der Verteidigung gestellten Beweisanträge.

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