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Studie sieht Vorteile

Wohnungen künftig über Bahngleisen errichten?

Oberndorf als konkretes Beispiel

Studie_Wohnbau_20220902_Leopold_9.jpg Land Salzburg/Neumayr/Leopold
V.l.n.r.: Felix Müller (BWSG), Bürgermeister Oberndorf Georg Djundja, Landesrätin Andrea Klambauer und Martin Oberascher (Architekt) bei der Präsentation der Studie.

Werden in Salzburg künftig vermehrt Wohnungen über oder direkt an Bahngleisen errichtet? Dieser Frage wurde in einer Untersuchung des Landes nachgegangen. Dabei würden sich zahlreiche Vorteile ergeben.

Leistbarer Wohnraum ist in Städten und Ortszentren zum knappen Gut geworden. Bauen auf der grünen Wiese ist hingegen mit Bodenversiegelung und Zersiedelung und ihren negativen Folgen verbunden. Dass sich Nachverdichtung nicht nur auf die oft vorgeschlagene Aufstockung von Supermärkten konzentrieren muss, zeigt nun ein Beispiel aus Salzburg. Eine Studie im Auftrag des Landes hat sich mit der Überbauung von Bahngleisen beschäftigt - und sieht darin zahlreiche Vorteile.

 

Versiegelte Flächen mehrfach nutzen

"Wir wollen Flächen, die bereits versiegelt sind, durch mehrfache Nutzung für den Wohnbau gewinnen", sagte Wohnbaulandesrätin Andrea Klambauer (NEOS) am Freitag bei einem Pressegespräch. Zugleich solle Wohnen gemeinsam mit Mobilität gedacht und zusätzlicher Individualverkehr mit dem Pkw größtmöglich vermieden werden. Im Fokus der Untersuchung standen darum Verkehrsknotenpunkte wie Bahnhöfe, an denen die Baudichte angehoben werden soll.

Gute Anbindung an öffentlichen Verkehr

Wie die beiden Studienautoren - die Architekten Martin Oberascher und Klaus Bidner - betonten, sollen Menschen angesprochen werden, die auf ein eigenes Auto verzichten wollen und Wert auf gute öffentliche Verkehrsanbindung legen - Studierende, Senior:innen oder junge Familien etwa. "Es ist nicht mehr so wichtig, in welcher Stadt oder Gemeinde man genau wohnt, sondern dass man möglichst schnell auf einen dieser Knotenpunkte zugreifen kann", sagte Oberascher. "Ich kann dann auch von Hallein oder Oberndorf aus rasch in Linz, München oder Wien sein."

S-LINK-Stationen als Möglichkeit

Die Architekten wollen singuläre Nutzungsfunktion vermeiden. "Also nicht Bahnhof, Park-and-Ride-Flächen, Geschäfte und Wohnen nebeneinander, sondern alles zentriert und kompakt." Weil Bahnsteige und Parkplätze in der Regel linear angeordnet seien, würde sich für Bauprojekte ein länglicher Basisriegel anbieten. Im Erdgeschoss oder in den unteren Stockwerken werden die Strukturen wie Park-and-Ride-Plätze für Pendler untergebracht. "Auf diese baut man dann die Wohnungen oder zusätzliche kommunale Funktionen auf", erklärte Oberascher. Für Projekte würden sich vor allem Bahnhöfe anbieten, die renoviert werden müssen - oder die Stationen der geplanten Salzburger Regionalstadtbahn S-LINK.

Wohnungen bis an Gleise errichten

Die Baukörper mit den Wohnungen können bis an die Gleise heranreichen - oder diese auch überragen. Das ist aber mit mannigfaltigen Herausforderungen verbunden. Vibrationen und Lärm würde man technisch gut in den Griff bekommen - etwa indem man Gänge und Nebenräume zu den Gleisen hin ausrichte. Doch es gibt noch andere Hürden. Ab einer Überbauung von mehr als 50 Metern Länge gelte man eisenbahnrechtlich als Tunnel. Auch seien Bahnüberbauungen teurer, was aus Gründen der Wirtschaftlichkeit höhere Baudichten - also mehr Stockwerke - erfordere. Ein Problem sei nicht zuletzt auch die Verfügbarkeit von Flächen. Selbst wenn Grundstücke brach liegen, würden sie von Verkehrsbetrieben mitunter als Lagerflächen während Sanierungs- und Umbauarbeiten genutzt.

Oberndorf als konkretes Beispiel

Konkret haben sich die Studienautor:innen ein Lösungsmodell für die 6.000-Einwohner-Kleinstadt Oberndorf im Salzburger Flachgau angeschaut - die flächenmäßig zweitkleinste Gemeinde im Bundesland. Die Kommune liegt an der Salzburger Lokalbahn. "Wir wollen leistbaren Wohnraum im Stadtzentrum schaffen, gerade für junge Bürger, die weiter in der Gemeinde leben wollen, in der sie aufgewachsen sind", sagte Bürgermeister Georg Djundja (SPÖ). Von einem konkreten Projekt sei man zwar noch weit entfernt, der Grundeigentümer Salzburg AG zeige aber Interesse.

(Quelle: APA)

Aufgerufen am 26.09.2022 um 03:20 auf https://www.salzburg24.at/news/oesterreich/wohnungen-kuenftig-ueber-zuggleisen-errichten-126480106

Kommentare

I.K.

Das ist menschenunwürdig, Lärm und Staub und Gestank machen krank. Wie kann man so etwas nur andenken! Man soll zuerst mal alle Supermärkte überbauen, hier ist genügend Potential.

Wassolls

Also vorteile hat das überhaupt keine ich wohne gleich neben den gleisen am hbf und es ist eine katastrophe ich empfehle es niemanden miete teuer man kann nicht schlafen vom lärm fenster kann man nur kippen nicht ganz öffnen weil es zugesperrt ist staub hab ich ohne ende in der wohnung lüften kann man nicht schlimm einfach nur schlimm

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