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Anschober-Nachfolger

Wolfgang Mückstein offiziell angelobt

Neuer Gesundheitsminister erscheint mit Sneakern

Wolfgang Mückstein (Grüne) ist Montagvormittag von Bundespräsident Alexander Van der Bellen als neuer Sozial- und Gesundheitsminister angelobt worden. Er übernimmt die Aufgabe von Rudolf Anschober (Grüne), der das Amt aus gesundheitlichen Gründen niedergelegt hatte. Der neue Minister war bisher Mit-Inhaber eines Primärversorgungszentrums in Wien und für die Grünen in der Ärztekammer aktiv.

Zu den Patienten dieser Gruppenpraxis gehört auch der Bundespräsident selbst. Van der Bellen würdigte dann auch, dass Mückstein wichtige Pionierarbeit geleistet habe. Ärzte würden im Land das höchste Vertrauen der Bevölkerung genießen: "Ich bin zuversichtlich, dass Sie auf dieses Vertrauen auch als Gesundheitsminister bauen können."

Mückstein steht vor großen Aufgaben

Die Aufgaben, die vor dem Ressortchef stehen, nannte das Staatsoberhaupt - wenig überraschend - "herausfordernd". Nicht nur gelte es die Pandemie in den Griff zu bekommen. Es müsse auch einer möglichen Spaltung der Gesellschaft entgegengewirkt werden, soziale Verwerfungen müssten eingedämmt werden. Insgesamt zeigte sich der Präsident aber "zuversichtlich", dass die Krise gemeinsam bewältigt werde. Alleine könne solch eine Jahrhundertkrise auch der Gesundheitsminister nicht lösen, es brauche die ganze Regierung, die Landeshauptleute, Bürgermeister, das Gesundheits- und Pflegepersonal und die gesamte Bevölkerung.

Van der Bellen bei Angelobung zuversichtlich

Positiv für den Bundespräsidenten: Impfungen schritten voran, die Zahl der Neuinfektionen gehe zurück. Daher hoffe er sehr, dass man bald wieder das könne, was uns Menschen ausmache, sich treffen, einander einladen: "Vielleicht können wir uns sogar bald wieder die Hände schütteln.

Neuer Gesundheitsminister in legerem Look

Mückstein wurde von Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) und Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) begleitet und setzte auch ein modisches Zeichen, indem er mit Sneakern und ohne Krawatte in der Präsidentschaftskanzlei einkehrte. Corona-bedingt war Mücksteins Familie bei der Angelobung nicht dabei. Der neue Minister ist verheiratet und Vater von zwei Töchtern.

Im Anschluss an die Angelobung zeigte sich Mückstein "berührt" und betonte, gleich an die Arbeit gehen zu wollen. Angesetzt ist etwa ein Treffen mit dem Krisenstab. Neben der Pandemiebekämpfung will er auch einen Fokus auf die sozialen Auswirkungen der Krise legen. Kanzler Kurz zeigte sich über die "ausgezeichnete" Personalauswahl des Vizekanzlers erfreut und froh, "dass wir jetzt einen Praktiker im Team haben". Kogler attestierte dem neuen Minister "Tatkraft und Weitblick".

Keine formale Amtsübergabe durch Anschober

Eine formale Amtsübergabe durch Vorgänger Vorgänger Rudolf Anschober gibt es nicht. Diesem wurde von Van der Bellen für seine Arbeit "ganz herzlich" gedankt. Bereits vergangene Woche hat das Staatsoberhaupt den abgetretenen Gesundheitsminister zu einem längeren Gespräch in der Hofburg getroffen. Bereits am Dienstag sind weitere Termine in Aussicht genommen. Mückstein besucht mit Wiens Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) die Impfstraße im Vienna International Center. Später ist ein Austausch mit Intensivmedizinern und Pflegekräften in der Klinik Favoriten, dem früheren Kaiser-Franz-Josef-Spital angesetzt.

Regierung geht in Klausur

Die türkis-grüne Regierung trifft am Montagnachmittag zu einer zweitägigen Arbeitsklausur im Bundeskanzleramt zusammen. Diese steht ganz im Zeichen der Bewältigung der wirtschaftlichen Folgen durch das Coronavirus. Im Rahmen der Klausur sollen die ersten konkreten Projekte des sogenannten "Comeback-Paketes" beschlossen werden. Eine Premiere ist es für den neuen Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne), der kurz zuvor angelobt wurde.

Zentrale Bereiche der Arbeitsklausur werden "Arbeit", "Ökologisierung und Digitalisierung" und "Standort" sein. "Die Pandemie hat nahezu jede Volkswirtschaft der Welt schwer getroffen. Österreichs Standort wird jedoch stärker und widerstandsfähiger aus der Pandemie hervorgehen", lautet das Ziel von Bundeskanzler Sebastian Kurz. Vizekanzler Werner Kogler will "im Sinne des Europäischen Green New Deals sowohl investieren als auch reformieren".

(Quelle: APA)

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