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Nach Zyklon "Idai"

Hilfe aus Österreich für Mosambik startet

Der Zyklon „Idai“ hat die mosambikanische Provinz Sofala verwüstet und die Hafenstadt Beira zerstört. Österreichs Hilfsorganisation starten nun eine große Initiative, um die Menschen vor Ort mit dem nötigsten versorgen zu können.

Die Anzahl der Toten wird auf 1.000 geschätzt, mehr als 249 Tote sind bereits bestätigt. Mehrere tausend Menschen werden vermisst. Verlässliche Zahlen sind nicht verfügbar, weil die Bezirke Buzi und Chibabava unzugänglich sind. Ganze Dörfer wurden dem Erdboden gleichgemacht. Das berichtet die Organisation in einer Aussendung am Freitag.

Schulkinder schlafen im Regen

„Sei So Frei“ ist seit 18 Jahren in der Provinz Sofala gemeinsam mit der Partnerorganisation Esmabama tätig. Alphabetisierungskurse für Erwachsene und Fortbildungen für Lehrkräfte sind die Schwerpunkte, erklärt Wolfgang Heindl, Projektreferent in Salzburg.

In den Projektgebieten wurden zahlreiche Gebäude beschädigt. Die Schulkinder müssen im Freien unter Bäumen schlafen. Eine Rückkehr zu ihren Familien ist vielfach nicht möglich, weil die umliegenden Dörfer komplett unter Wasser stehen.

Benzin und Geld werden knapp

In Beira, der zweitgrößten Stadt Mosambiks, sind laut Esmabama-Leiter Fabrizio Graglia 95 Prozent aller Dächer beschädigt. Überall liegen umgefallene Strommasten und Straßenlaternen, Strom- und Kommunikationsnetz sind weitestgehend zusammengebrochen. Es bildeten sich bereits am Montag lange Schlangen vor Tankstellen und Banken. Weder Geschäfte noch Märkte haben geöffnet. Die zusammengebrochene Trinkwasserversorgung verschlimmert die Situation zusätzlich.

Caritas entsendet Helfer nach Mosambik

Die Caritas Österreich entsendet die Katastrophenhelfer Andreas Zinggl und Harald Grabher in das Krisengebiet, wie die Organisation am Freitag ankündigte. Die beiden sollen die Caritas in Mosambik bei der Koordination der Hilfe unterstützen.

"Die großflächigen Überschwemmungen sind eine Katastrophe - vor allem für die Bäuerinnen und Bauern im südlichen Afrika. Der Zyklon hat nicht nur viele Häuser zerstört. Die Fluten haben auch die Ernte weggeschwemmt und die Arbeit von Monaten zunichtegemacht. Wir müssen jetzt rasch helfen und die Menschen mit dem Notwendigsten - also mit Lebensmitteln, Medikamenten und Hygieneartikeln - versorgen", sagte Caritas Präsident Michael Landau.

Die Caritas Österreich stellte für die sofortige Nothilfe 50.000 Euro zur Verfügung, auch sie arbeitet mit Esmebama zusammen.

Klimawandel könnte "Idai" verstärkt haben

Der Klimawandel könnte an den Auswirkungen des Zyklons "Idai" und der nachfolgenden Flutkatastrophe seinen Anteil haben. "Es ist sehr wahrscheinlich, dass die durch den Sturm ausgelöste Flut durch den Klimawandel verstärkt wurde, weil der Klimawandel den Meeresspiegel in der Region erhöht hat", sagte Walter Hajek, Leiter des Bereichs Internationale Zusammenarbeit beim Österreichischen Roten Kreuz.

Hajek berief sich dabei auf einen Analyse des Rotkreuz-Klimazentrums in Den Haag: "Wegen mangelnder Daten zu Windgeschwindigkeiten ist es schwer zu sagen, ob der Klimawandel auch die Stärke des Sturms beeinflusst hat. Die große Menge an Regen, die in Malawi, Mosambik und Zimbabwe niedergegangen ist, war jedenfalls für viele Todesopfer und weite Zerstörungen der Infrastruktur verantwortlich."

Rotes Kreuz wirft Hilfsmaschinerie an

Unterdessen hat die Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften (IFRC) - die Dachorganisation aller nationalen Rotkreuzgesellschaften - die Hilfsmaschinerie angeworfen. Das funktioniert so, dass die lokale Rotkreuzgesellschaft um Hilfe bittet. Ein FACT-Team sondiert daraufhin an Ort und Stelle den Bedarf. Dann melden die nationalen Gesellschaften, was sie beitragen können. "Derzeit fährt dieses System weiter hoch und kann sich in der Umsetzung auf viele Freiwillige stützen - die natürlich derzeit selbst von der Katastrophe betroffen sind", so das Österreichische Rote Kreuz (ÖRK).

"Verheerende Ausmaße" nach Zyklon "Idai"

Für die Volkshilfe Präsidentin, Barbara Gross, ist die unmittelbare Hilfe vor Ort alternativlos: „Die Situation hat verheerende Ausmaße angenommen, mehr als 600.000 Menschen sind betroffen. Sie haben seit Tagen nichts mehr gegessen, tausende sind obdachlos, es gibt kein Trinkwasser, keine medizinische Versorgung und sanitäre Infrastruktur. Da können wir nicht einfach zusehen.“

Die Volkshilfe Österreich unterstützt die sofortige Nothilfe mit 40.000 Euro. Alle drei Organisationen bitten um Spenden für die Betroffenen.

(APA/SALZBURG24)

(Quelle: APA/SALZBURG24)

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