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Verschwenderisches Salzburg

10 Prozent unseres Mülls sind Lebensmittel

Übergangsregierung mit Aktionsprogramm

Lebensmittel, Müll APA/dpa-Zentralbild
Zehn Prozent des Restabfalls in Salzburg sind weggeworfene, meist noch genießbare, Lebensmittel. 

19 Kilo Lebensmittel wirft jede und jeder von uns pro Jahr in den Restmüll. Das sind pro Haushalt Produkte im Wert von rund 300 Euro. Die Übergangsregierung stellt die Lebensmittelverschwendung in Österreich derzeit mit einem eigenen Aktionsprogramm in den Mittelpunkt ihrer Arbeit. Und schaut man sich die Menge an weggeworfenen Lebensmitteln in Salzburg an, haben wir keinen Grund, uns zu rühmen.

Hand aufs Herz, wie schnell wandert ein abgelaufenes Joghurt bei euch vom Kühlschrank in den Restmüll – ohne, dass ihr es aufgemacht habt? Zehn Prozent des Salzburger Restabfalls sind laut Informationen des Landes Salzburg angebrochene und original verpackte Lebensmittel. 20 Prozent der weggeworfenen Lebensmittel im Bundesland landen nur deshalb im Müll, weil die Etikettierung missverstanden wird.

Österreichweit landen 157.000 Tonnen an Lebensmitteln jährlich in der Tonne. Trends, wie z.B. der steigende Außer-Haus-Konsum, führten zu einer Verschärfung der Situation, informierte etwa das Bundeskanzleramt kürzlich.

Laut einer aktuellen Studie könnten mit allen weggeworfenen Lebensmitteln der Haushalte in der Europäischen Union rund 200 Millionen Menschen ein Jahr lang ernährt werden.

Und noch eine Zahl: Alleine 30 Prozent der Umweltbelastungen werden durch die Nahrungsmittelproduktion verursacht. Lebensmittel – vor allem die verarbeiteten – gehören zu den ressourcenintensivsten Produktgruppen. Eine Tonne Lebensmittelabfälle ist für 4,5 Tonnen CO² verantwortlich. Das heißt, auch der Umgang mit Lebensmitteln wirkt sich auf unser Klima aus.

Aktionsprogramm der Übergangsregierung

„Es werden immer noch zu viele wertvolle Lebensmittel unnötig entsorgt“, sagte Bundeskanzlerin Brigitte Bierlein kürzlich. Sie stellt das Thema Lebensmittelverschwendung gemeinsam mit Nachhaltigkeitsministerin Maria Patek mit einem eigenen Aktionsprogramm unter dem Motto „Lebensmittel sind kostbar“ in den Mittelpunkt. Ziel ist es, der Lebensmittelverschwendung auch von politischer Seite mehr entgegenzuwirken und die Weitergabe von noch genießbarem Essen an soziale Dienste oder Bedürftige auszubauen.

Lebensmittelverschwendung, Bierlein BKA
Die Wiener Tafel setzt sich seit 20 Jahren dafür ein, dass übriggebliebene Lebensmittel an Bedürftige weitergeben werden. Bundeskanzlerin Brigitte Bierlein und Nachhaltigkeitsministerin Maria Patek haben die Wiener Tafel und andere Organisationen zu einem Austausch ins Bundeskanzleramt geladen. Das gemeinsame Ziel lautet: Die Lebensmittelweitergabe noch weiter auszubauen und zu intensivieren. Im Bild: Nachhaltigkeitsministerin Maria Patek, die Geschäftsführerin der Wiener Tafel, Alexandra Gruber, und Bundeskanzlerin Brigitte Bierlein.

ÖVP will Wegwerf-Verbot für Supermärkte

Ein anderer Vorschlag zur Lebensmittelvermeidung aus der Politik hat erst kürzlich die Gemüter erregt. So will die ÖVP gesetzlich regeln, dass Supermärkte künftig genussfähige Lebensmittel nicht mehr wegschmeißen dürfen (SALZBURG24 hat berichtet). Derzeit buche der Handel pro Jahr rund 80.000 Tonnen an Produkten aus, nur 12.000 Tonnen würden an Bedürftige weitergegeben. In der nächsten Legislaturperiode solle ein Verbot beschlossen werden, "das zumindest für große Supermärkte gilt".

Spar-Chef: "Handel nicht für Problem verantwortlich"

Gerhard Drexel, Chef des Lebensmittelkonzerns Spar, mit Sitz ist Salzburg, reagierte in einem am Dienstag veröffentlichten APA-Interview und wehrte sich gegen die Kritik einer verschwenderischen Lieferkette im Handel. "42 Prozent der Lebensmittelabfälle werden im Privathaushalt weggeworfen. Nur fünf Prozent der Lebensmittelabfälle kommen vom Handel. Wir und unsere Mitbewerber haben für jede Verkaufsstelle eine zugewiesene Sozialeinrichtung, um noch genießbare Produkte abzuholen“, sagt Drexel.

 

Mindesthaltbarkeits-Datum ist kein Ablaufdatum

Viele noch nicht geöffnete Produkte schmecken gut und können bedenkenlos verzehrt werden, auch wenn das Mindesthaltbarkeits-Datum bereits überschritten wurde. Nutzt eure Sinnesorgane, um die Lebensmittel zuerst zu überprüfen. Schaut, riecht und Schmeckt!

Wusstet ihr, dass…

  • durchschnittlich 10 Prozent des Salzburger Restabfalls angebrochene und original verpackte Lebensmittel sind?
  • viele Lebensmittel auch nach abgelaufenem Mindesthaltbarkeitsdatum noch genießbar sind?
  • das Verbrauchsdatum nur bei leicht verderblicher Ware angeführt wird und diese nach Ablauf nicht mehr verkauft werden darf?
  • jeder Salzburger ca. 19 Kilo essbare Lebensmittel im Jahr einfach wegschmeißt?
  • dass sich Obst und Gemüse bei der Lagerung nicht gut miteinander vertragen?
  • auch Lebensmittel das richtige Platzerl brauchen um sich wohlzufühlen?
  • man ganz einfach testen kann, ob Eier frisch sind?
(Quelle: SALZBURG24)

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