Jetzt Live
Startseite Salzburg
"Schwieriger als Lockdown"

2-G-Regel sorgt in Salzburg für Aufregung

Umsatzeinbußen, Stornos und Ungewissheit

In ganz Österreich gelten seit heute verschärfte Corona-Maßnahmen. Zentral ist dabei die 2-G-Regel, somit dürfen weitgehend nur noch genesene oder geimpfte Personen am öffentlichen Leben teilnehmen. Dies sorgt bei Salzburgs Betrieben für Umsatzeinbußen und Ungewissheit.

Die vierte Welle der Corona-Pandemie hat Österreich voll erfasst und sorgt seit vergangener Woche für starke Anstiege bei den Infektionszahlen. Am Freitag reagierten Bundeskanzler Alexander Schallenberg (ÖVP) und Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) auf die Entwicklung und gaben eine Verschärfung der Corona-Maßnahmen bekannt. Seit Montag gilt nun überall dort, wo zuvor die 3-G-Regel gegolten hat, die 2-G-Regel.

symb_Impfnachweis, symb_Grüner Pass HELMUT FOHRINGER

Alle 2-G-Regeln auf einen Blick

In Österreich gelten ab heutigem Montag schärfere Corona-Regeln: Wer weder geimpft noch genesen ist, wird von praktisch allen öffentlichen Aktivitäten ausgeschlossen. Die entsprechende Verordnung …

2-G schafft Sicherheit für Tourismus

Für Sorgen sorgt dies besonders in der Tourismus-Branche, wo aktuell die Vorbereitungen auf die Winter-Saison laufen. Auch wenn 2-G eine weitere Hürde darstellt, so freut man sich dennoch darüber, überhaupt in die Saison starten zu können. "2-G schafft Sicherheit, sodass der Winter stattfinden kann. Man verzichtet gezwungenermaßen auf eine 100-prozentige Saison, hat dafür aber eine gewisse Auslastung", teilt WKS-Spartensprecher Albert Ebner im Gespräch mit SALZBURG24 am Montag mit. Der Großteil der Hoteliers würde die Regelung befürworten.

Angst vor Reisewarnungen

Die Betriebe seien derzeit damit beschäftigt, die Gäste über die Änderung bei den Corona-Maßnahmen zu informieren. Etwaige Stornierungen lassen sich deshalb noch nicht genau abschätzen, sie kommen laut Ebner aber bereits vor. Sorgenfalten rufen zudem etwaige Reisewarnungen hervor, die aktuell im Raum stehen. "Die Reisewarnungen hängen wie ein Damoklesschwert über der Hotelbranche. Hier ist 2-G das geringere Übel", so Ebner.

SB: Hotel, Hotelzimmer, Beherbungsbetrieb pixabay
(SYMBOLBILD)

Hotelbranche fürchtet Reisewarnungen

Mögliche Reisewarnungen wegen der aktuell hohen Coronazahlen hängen wie ein Damoklesschwert über der Hotel- und Gaststättenbranche, sagte die Hotellerie-Sprecherin in der Wirtschaftskammer …

Friseure fürchten Umsatzeinbußen von 40 Prozent

Die verschärften Maßnahmen sorgen bei den Friseuren für Aufregung. Innungsmitglied und Friseurstudio-Betreiber Florian Rauchenschwandtner erzählt im Gespräch mit S24 von "völligem Chaos, Fassungslosigkeit und vielen Fragezeichen." Nach einer "Flut an Absagen" rechne die Branche mit Umsatzeinbußen von 40 Prozent.

2,5-G-Regel gefordert

Der weitere Betrieb ließe sich dadurch nur sehr schwierig gestalten. Gerade angesichts des bevorstehenden Weihnachts- und Silvestergeschäfts blicke man in eine ungewisse Zukunft. Die Friseure fordern daher eine Entschädigung der Umsatzeinbußen und die Einführung der 2,5-G-Regel (PCR-getestet). "Unsere Hygienekonzepte funktionieren. Es gab keine Cluster", argumentiert Rauchenschwandtner die Forderungen.

 

Fitnessbetriebe verlieren Drittel der Kunden

Ähnlich stellt sich die Situation bei den Salzburger Fitnessbetrieben dar. "Die Stimmung ist wirklich schlecht, den Betrieben fällt ein Drittel der Kunden weg", teilt Christian Hörl, WKÖ-Branchensprecher und Geschäftsführer von Vita Club, gegenüber SALZBURG24 mit. Die Fitnessstudios würden dennoch die vollen Kosten stemmen, da der Betrieb für geimpfte und genesene Personen aufrecht ist. Hörl geht von einem Umsatzrückgang von 30 bis 35 Prozent aus.

"Wirtschaftlich schwieriger als Lockdown"

Bei Vita Club sind die Abos monatlich kündbar. Für die aktuelle Zeit werde zudem eine kostenfreie Stilllegung des eigenen Abos bis Ende Jänner angeboten. "Wir schauen uns an, was die Leute wollen. Dazu gab es am Wochenende bereits viele Anfragen, der Aufwand ist auch hier enorm", so Hörl. Es handle sich um eine "herausfordernde Zeit", die "wirtschaftlich schwieriger als ein Lockdown" sei. Hörl spricht sich deshalb für rasche und unbürokratische Hilfen für die Betriebe aus.

Unklare Situation bei Sportveranstaltungen

Die Folgen der 2-G-Regel für die Besucher von Sportveranstaltungen sind noch nicht ganz klar. Gerade Dauerkartenbesitzer stehen plötzlich vor einer veränderten Situation. Der FC Red Bull Salzburg etwa will noch auf einen Bescheid der Behörden warten und sich dann intensiver mit der Thematik auseinandersetzen. Da das nächste Bundesliga-Spiel der Bullen allerdings erst in zwei Wochen über die Bühne geht, habe man noch etwas Zeit. Wie mit den rund 10.000 Dauerkartenbesitzern hier umgegangen wird, ist noch nicht klar, teilte der Club gegenüber S24 mit. Ähnliches gab auch der Eishockey-Club EC Red Bull Salzburg an. Die Entscheidung werde im Laufe des Tages getroffen und dann auch kommuniziert.

Der quasi "Lockdown für Ungeimpfte" sorgt in Salzburg für Aufregung und Ungewissheit. Obwohl der Betrieb aufrechterhalten werden kann, entstehen den Unternehmern hohe Kosten. Wie mit etwaigen Entschädigungen für den Umsatzentgang umgegangen wird, ist noch nicht klar.

(Quelle: SALZBURG24)

Aufgerufen am 25.05.2022 um 10:45 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/2-g-regel-sorgt-in-salzburg-fuer-aufregung-112107742

Kommentare

Mehr zum Thema