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Wenn kein Geld mehr da ist

Volkshilfe wirbt in Salzburg für Kindergrundsicherung

Landesweit rund 21.000 Kinder von Armut betroffen

Rund 21.000 Kinder und Jugendliche in Salzburg gelten als armuts- oder ausgrenzungsgefährdet – das sind 21 Prozent aller im Bundesland lebenden Menschen bis 14 Jahre. Für die Einführung einer Kindergrundsicherung hat am Montag deshalb die Volkshilfe in der Landeshauptstadt geworben.

Salzburg

Bereits im Vorjahr waren 368.000 Kinder und Jugendliche in ganz Österreich von Armut und Ausgrenzung betroffen. Im Schnitt gerechnet kommen jeden Tag 50 weitere Kinder dazu. Die aktuelle Teuerung bedroht die Existenz dieser Familien noch stärker.

Offensive gegen Kinderarmut

Die Volkshilfe macht daher jetzt auf einer zweiwöchigen Tour durch ganz Österreich gegen Kinderarmut mobil und sammelt Unterschriften für die Einführung einer Kindergrundsicherung. Gestartet wurde heute in Salzburg, wo landesweit rund 21.000 Kinder von Armut betroffen sind.

"Eine skandalös hohe Zahl. Die versprochenen Entlastungen der Regierung sollten dort ankommen, wo sie am meisten gebraucht werden", klagt Bernhard Behr, Geschäftsführer der Volkshilfe Salzburg. "Wir als Volkshilfe setzen uns dafür ein, dass sie nicht als Almosen in Form von Einmalzahlungen ankommen, sondern als armutsfeste, nachhaltige Unterstützung, die allen Kindern gleiche Chancen bietet."

Unterschriften für Kindergrundsicherung

Um sich für eine solche armutsfeste Unterstützung einzusetzen, die sogenannte Kindergrundsicherung, machte sich das "Kinderarmut Abschaffen"-Team der Volkshilfe in Salzburg einen Tag lang auf den Weg, um bei den Menschen Bewusstsein zu schaffen und Unterschriften zu sammeln. Nach einer Sammelaktion am Alten Markt, ging es am Nachmittag weiter in den Europark.

Jedes 5. Kind leidet unter Armut

"Wir wollen vor allem bei jungen Menschen ein Bewusstsein für das Thema schaffen. Deshalb auch der Besuch im Einkaufszentrum", so Behr zur Aktion. "Viele Schüler:innen haben unsere Petition unterschrieben. Fast alle, mit denen wir heute gesprochen haben, können nicht glauben, dass mehr als jedes fünftes Kind in Österreich unter Armut leiden muss."

Wenn das Geld nicht mehr zum Essen reicht

Warum eine Kindergrundsicherung im Angesicht der Teuerung besonders wichtig wäre, zeigt ein Blick auf den Preismonitor der Arbeiterkammer (AK). Am Ende des Monats gibt es bei armutsbetroffenen Familien oft nur Butternudeln. Früher günstig, kosten Penne-Nudeln aktuell um 79 Prozent mehr als im Vorjahr, Butter um 31 Prozent. Grundnahrungsmittel wie Milch und Obst sind um 7 Prozent teurer geworden, Brot um 8 Prozent. „Wer ohnehin die Hälfte des Einkommens für Lebensmittel, Wohnen und Energie ausgeben muss, den treffen diese Preissteigerungen ungleich mehr“, kritisiert die Volkshilfe in einer Aussendung.

Volkshilfe fordert Unterstützung für Kinder

"Die Mehrausgaben für eine Kindergrundsicherung würden bei rund zwei Milliarden Euro pro Jahr liegen. Bei einem versprochenen Anti-Teuerungspaket von 28 Milliarden Euro bis 2026, sollten wir über diese Investition in die Zukunft, in der Einkommen gleicher verteilt wären und die Kinderarmut um zwei Drittel verringert wäre, keine Sekunde nachdenken. Stellen wir uns einmal Folgendes vor: Statt Steuergeschenken für die Reichen könnte man jetzt geborenen Kindern 14 Jahre lang eine Kindheit ohne finanzielle Sorgen schenken", rechnete Volkshilfe Österreich-Direktor Erich Fenninger, am Alten Markt plakativ vor.

Die Petition für die Einführung einer Kindergrundsicherung in Österreich könnt hier unterzeichnen.

(Quelle: SALZBURG24)

Aufgerufen am 11.08.2022 um 02:02 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/21-000-salzburger-kinder-von-armut-betroffen-volkshilfe-mit-petition-123392836

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