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Kraft des kühlen Nass

500 Wasserkraftwerke erzeugen Energie für Salzburg

Bundesland will bis 2030 Strom-Selbstversorger sein

Wasserkraftwerk Pomwenger Josef Schwaiger Land Salzburg/Neumayr/Hofer
"Ohne Wasserkraft geht bei der heimischen Energieversorgung nichts", ist Landesrat Josef Schwaiger (ÖVP, re, im Bild) überzeugt. Hier zu sehen beim Lokalaugenschein beim Kraftwerk POmwenger in Hallwang (Flachgau) mit Jakob Pomwenger. (ARCHIVBILD)

500 Wasserkraftwerke – von sehr groß bis klein – gibt es im Bundesland Salzburg. Gemeinsam erzeugen sie Energie im Ausmaß von rund 4.000 Gigawattstunden (GWh). Umgerechnet kann damit mehr als eine Million Haushalte versorgt werden.

"Auf die nachhaltige und sichere Versorgung durch die Kraft des kühlen Nass kann sich Salzburg verlassen. Sie wird von Privatkunden, Wirtschaft, Industrie oder dem Bahnverkehr geschätzt. Deshalb ist es wichtig, in ihren Ausbau und Effizienzsteigerung zu investieren, um unabhängiger bei der Stromversorgung zu werden", betont Landesrat Josef Schwaiger (ÖVP), ressortverantwortlich für das Wasser, am Sonntag in einer Aussendung.

Die aktuellen weltpolitischen Ereignisse führen allen deutlich vor Augen, wie wichtig erneuerbare Energiequellen zur unabhängigen Deckung des Energiebedarfs seien. "Wasserkraft liefert zuverlässig saubere und preislich erschwingliche Elektrizität und macht den größten Anteil am Ökostrom in Salzburg aus. Besonders hohen Stellenwert hat dabei auch die ökologische Funktionsfähigkeit der Bäche und Flüsse. Zudem sichern die Investitionen qualifizierte Arbeitsplätze und setzen Impulse für die Zukunft", so Schwaiger weiter.

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"Holen alles heraus"

Mit 417 Anlagen kommen Ausleitungskraftwerke im Bundesland zahlenmäßig am häufigsten vor. Hier wird ein Teil des Wassers eines Fließgewässers ausgeleitet und der Höhenunterschied zwischen Ausleitungsbauwerk und Krafthausstandort genützt, um Energie zu gewinnen. "Seit zehn Jahren steht das Land, mit der Salzburger Wasserkraftberatung, kleinen Werksbetreibern mit Rat und Tat zur Seite. Ziele sind dabei die Steigerung der Effizienz und Stromerzeugung durch Modernisierung, Erweiterung und Nachrüstung", so Schwaiger.

Wasserkraft ist ein Alleskönner

Sie kann ganz unterschiedlich eingesetzt werden, dies ist ihr großer Vorteil. "Die Lauf- und Ausleitungskraftwerke gewinnen den Grundstrom. Die Energie aus den großen Speicherseen decken die Spitzenwerte ab, und die Pumpspeicherkraftwerke regulieren das Energienetz", erklärt Theodor Steidl vom Referat Allgemeine Wasserwirtschaft des Landes, und er meint weiter. "Die Hauptlast bei der Energieversorgung tragen dabei zwölf Speicher- und derzeit fünf Pumpspeicherkraftwerke."

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Salzburg will bis 2030 Strom-Selbstversorger sein

Salzburg hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2030 den gesamten Strombedarf im Bundesland selber zu erzeugen. "Die bestehenden Kleinkraftwerke leisten dabei einen wichtigen Beitrag, und durch Anpassungen bestehender Anlagen werden laufend erhebliche Effizienzverbesserungen erzielt", sagt Schwaiger, der anfügt: "Die Strom-Produktivität wurde auch bei Trinkwasserkraftwerken gesteigert. Seit der Veröffentlichung der, durch das Ressort beauftragten, Potentialstudie der BOKU Wien im Jahr 2009 wurden 25 Projekte daraus realisiert. Damit können rund 1.200 Haushalte zusätzlich mit Trinkwasserkraft elektrisch versorgt werden."

Potenzial für weitere Kraftwerke

"Die Wasserkraft wird der wichtigste Teil der Energieversorgung aus erneuerbaren Quellen im Bundesland Salzburg bleiben, und wir sind noch nicht am Ende. So ist zum Beispiel im Bereich der Trinkwasserkraftwerke aktuell noch Potential für weitere 20 Projekte gegeben", sagt Schwaiger und ergänzt: "Durch die Verbesserungsmaßnahmen wird der Anteil der erneuerbaren Energien in Zukunft noch weiter ausgebaut und vor allem gestärkt und sichergestellt."

Energiegeladen in allen Bezirken

Je nach Region kommen im Bundesland Salzburg unterschiedliche Typen von Kraftwerken zum Einsatz.

Pinzgau

  • 213 Wasserkraftwerke (185 Ausleitungs-, zwei Lauf-, drei Pumpspeicher-, sieben Speicher- und 16 Trinkwasserkraftwerke).
  • Jahresarbeitsvermögen (RAV): rund 1.600 GWh, entspricht rund 400.000 Haushalten.
  • Größtes Ausleitungskraftwerk: ÖBB-Werk im Stubachtal (RAV: 115 GWh – die gleiche Menge, die der gesamte Lungau produziert).
  • Großer Teil des Pinzgauer Stroms wird für den Bahnverkehr benötigt.

Pongau

  • 125 Wasserkraftwerke (98 Ausleitungs-, neun Lauf-, ein Pumpspeicher-, sechs Speicher- und elf Trinkwasserkraftwerke).
  • RAV: rund 1.614 GWh, entspricht rund 404.000 Haushalten.
  • Acht der neun Laufkraftwerke sind an der mittleren Salzach (RAV: 515 GWh, entspricht rund 128.000 Haushalten).
  • Der Pongau trägt wesentlich zur Erzeugung von Grund- und Spitzenlast, auch auf nationaler Ebene, bei.

Flachgau

  • 72 Kraftwerke (60 Ausleitungs-, neun Lauf- und drei Trinkwasserkraftwerke).
  • RAV: 20 GWh, entspricht rund 5.000 Haushalten.
  • Erzeugte elektrische Energie wird von vielen Wasserkraftbetreibern selber für ihre eigenen Betriebe (in Sägewerken, Mühlen etc.) verwendet.

Lungau

  • 39 Kraftwerke (35 Ausleitungs-, ein Trinkwasser-, ein Pumpspeicher- und zwei Speicherkraftwerke).
  • RAV: 115 GWh, entspricht rund 29.000 Haushalten.

Tennengau

  • 35 Wasserkraftwerke (28 Ausleitungs-, vier Lauf-, zwei Speicher- und ein Trinkwasserkraftwerk).
  • RAV: 340 GWh, entspricht rund 85.000 Haushalten.
  • Kraftwerk Urstein ist mit einer Leistung von 22,7 MWh das größte Laufkraftwerk der Salzburg AG in der Salzach.

Stadt Salzburg

  • 17 Wasserkraftwerke (14 Ausleitungs- und drei Laufkraftwerke).
  • RAV 109 GWh, entspricht rund 27.500 Haushalten.
  • Almkanal wichtigstes Gewässer für Ausleitungskraftwerke (Erzdiözese Salzburg, die Stadt Salzburg, das Müllner Bräu und die Stieglbrauerei betreiben an der Alm ein Wasserkraftwerk).
  • Größtes Kraftwerk: Sohlstufe Lehen (RAV von 80 GWh, entspricht rund 20.000 Haushalten).
(Quelle: SALZBURG24)

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