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80 Zentimeter Neuschnee

Was genau bedeutet Lawinen-Warnstufe 5?

Die Lawinensituation im Bundesland Salzburg hat sich weiter zugespitzt. Seit Mittwoch gilt die Lawinenwarnstufe 5. Was das genau bedeutet, haben wir hier für euch zusammengefasst.

Bis Mittwochabend erwarten die Wetterdienste rund 60 bis 80 Zentimeter im Bereich der Nordalpen und Hohen Tauern.

Grafik Lawinenwarnstufe APA
Die Lawinenwarnstufe in Salzburg wurde erhöht (Stand 11.45 Uhr).

"Lawinen, die alle zehn bis 20 Jahre abgehen"

Durch den frischen Neu- bzw. Triebschnee sind Lawinen jetzt nicht nur sehr leicht auslösbar, sie gehen auch spontan ab. Experten erwarten in den betroffenen Gebieten zahlreiche große Lawinen, auch in mäßig steilem Gelände. „Das sind Lawinen, die alle zehn oder 20 Jahre abgehen“, erklärt der Leiter der Lawinenwarnzentrale, Bernhard Niedermoser, im Gespräch mit Franz Wieder vom Land Salzburg (siehe Video oben). Heikel sei es generell im gesamten Bundesland, besonders aber am Hochkönig, dem Tennengebirge bis hinein ins Großartal.

Noch mehr Neuschnee kommende Woche

Mit dem Neuschnee, der auch am Donnerstag noch hinzukomme, sei die Wahrscheinlichkeit für Staublawinen relativ hoch, weshalb mit einer Herabstufung der Lawinengefahr erst im Laufe der nächsten Woche gerechnet werden könne, weiß der Experte. Außerdem stehe eine nächste Front an: Nach einer kurzen Pause am Freitag und Samstag solle es am Sonntag und Montag weitere Schneefälle geben.

49592478_2239728459384210_1445725200590045184_o.jpg Lawinenwarndienst Salzburg

Fünf Lawinenwarnstufen seit 1992

DieEuropäische Gefahrenskala für Lawinenist eine seit 1993 in Europa geltende Bewertungsskala für die Einschätzung derLawinengefahrin den Bergen.

Diese Skala richtet sich hauptsächlich an dieWintersportler, die abseits von gesicherten Skipisten unterwegs sind. Behörden richten sich nach diesen Warnstufen, um gegebenenfalls Ortsteile und Straßen zu evakuieren bzw. zu sperren. Die Betreiber von Wintersportanlagen müssen aufgrund der Gefahrenstufe Skipisten sperren oder auf eine andere Weise die Sicherheit der Wintersportler gewährleisten.

  • 1 (gering): Eine Lawinenauslösung ist nur bei großer Zusatzbelastung an sehr wenigen, extremen Steilhängen möglich. Spontan sind keine Lawinen (sog. Rutsche) zu erwarten. Allgemein sichere Verhältnisse.
  • 2 (mäßig): Eine Lawinenauslösung ist bei großer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen wahrscheinlich. Größere Lawinen sind nicht zu erwarten. Die Schneedecke ist allgemein gut verfestigt, außer an einigen Steilhängen. Vorsichtige Routenwahl bei den angegebenen Steilhängen und Hangexpositionen.
  • 3 (erheblich): Eine Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen wahrscheinlich. Fallweise sind spontan einige mittlere, vereinzelt aber auch große Lawinen möglich. Die Schneedecke ist an vielen Steilhängen nur mäßig bis schwach verfestigt. Erfahrung in der Lawinenbeurteilung notwendig. Angegebene Steilhänge und Hangexpositionen möglichst meiden.
  • 4 (groß): Eine Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen wahrscheinlich. Fallweise sind spontan viele mittlere, mehrfach auch große Lawinen möglich. An vielen Steilhängen ist die Schneedecke nur schwach gefestigt. Bei der Routenwahl Beschränkung auf mäßig steiles Gelände sowie Beachtung der Lawinenauslaufgebiete. Viel Erfahrung in der Lawinenbeurteilung notwendig.
  • 5 (sehr groß): Spontan sind zahlreiche große Lawinen, auch in mäßig steilem Gelände, zu erwarten. Die Schneedecke ist allgemein schwach verfestigt und instabil. Verzicht auf Touren ist empfohlen.

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