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Tabu-Thema

AIDS-Hilfe Salzburg ruft zum Testen auf

HIV-Infizierte sind Corona-Risikogruppe

Ein HIV-Test darf kein Tabu-Thema sein, schon gar nicht in Corona-Zeiten, diesen Appell richtet die AIDS-Hilfe Salzburg an die Salzburgerinnen und Salzburger. Heuer wurden im Bundesland bisher 21 Neudiagnosen gezählt. Die Zahl sei zwar deutlich geringer als noch vor zwei Jahren, vermittle aber ein völlig falsches Bild der Realität.

Salzburg

9.000 HIV-Infizierte Menschen leben aktuell in Österreich, dazu kommt eine Dunkelziffer von rund zehn Prozent. In Salzburg gibt es mit Stichtag 15. November insgesamt 21 Neudiagnosen. Das sind um sechs mehr als im Vorjahr und gleichzeitig 20 weniger als im Jahr 2019 – also vor Corona-Zeiten. Die österreichweite Entwicklung ist ähnlich: 430 (2019), 232 (2020) und 262 (2021) Neudiagnosen. „Diese Zahlen haben nichts damit zu tun, dass es weniger HIV-Positive gibt“, warnt der Geschäftsführer der AIDS-Hilfe Salzburg, Willi Maier, beim heutigen Online-Pressegespräch anlässlich des 33. Welt-AIDS-Tages am 1. Dezember.

Kaum oder keine Symptome bei Infektion

Seit Corona wurde schlichtweg weniger getestet. Während in Salzburg 2019 noch rund 2.500 Tests verzeichnet wurden, waren es vergangenes Jahr und heuer jeweils über 1.000 Blutabnahmen weniger (1.425 bzw. 1.480), zeigt Maier auf. „Wie sich der Rückgang der Testungen während Corona tatsächlich auswirkt, wissen wir erst in ein paar Jahren“, so Maier. Dazu komme, dass die Zeit zwischen der Infektion und der Diagnose im Durchschnitt zwei bis drei Jahre betrage. Denn gerade im Anfangsstadium gebe es kaum Symptome, die auf die HIV-Infektion hinweisen.

Rasche Behandlung kann schwere Erkrankungen verhindern

Dabei sei eine rasche Therapie essenziell, um Spätfolgen zu vermeiden, betont LAbg. Sebastian Huber (NEOS), der als Facharzt für Innere Medizin laufend Patienten betreut, die an HIV leiden. „Je früher man behandelt, desto leichter kann man behandeln und ein Frühstadium sei nur durch einen Test nachweisbar.

 

Das Wichtigste zu HIV-Symptomen in Kürze

  • HIV-Symptome können von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich sein.
  • Kurz nach einer HIV-Infektion können Symptome wie bei einer Grippe auftreten, zum Beispiel: Fieber, Abgeschlagenheit, Nachtschweiß oder Lymphknotenschwellung. Diese verschwinden in der Regel nach kurzer Zeit wieder.
  • Im Anschluss gibt es meist eine lange Phase ohne Symptome. Trotzdem schädigt HIV den Körper.
  • Ohne HIV-Behandlung ist das Immunsystem irgendwann so geschwächt, dass lebensgefährliche Erkrankungen auftreten. Dann spricht man von Aids.
  • Dank der HIV-Medikamente kann man mit HIV lange und gut leben und Aids verhindern.
  • HIV-Symptome sind unspezifisch und können auch bei anderen Krankheiten auftreten. Eine Lymphknotenschwellung mit Nachtschweiß bedeutet also nicht unbedingt, dass man sich mit HIV infiziert hat. Treten aber Symptome in zeitlicher Nähe zu einem HIV-Risiko auf, kann ein HIV-Test sinnvoll sein.

Und wie gehen HIV-Positive mit Corona um?

Während HIV-Infizierte vor einem Jahr noch nicht als Corona-Risikopatienten galten, dürfte diese Annahme nun in neuesten Studien widerlegt worden sein. „Wir gehen heute davon aus, dass HIV-Infizierte, vor allem jene ab 50 Jahren, deutlich höhere Covid-19-Krankheitsverläufe haben“, weiß Huber. Nicht zuletzt deshalb ruft der Arzt auch HIV-infizierte Menschen dringend zur Impfung auf. „Die Impfkommission empfiehlt die Impfung ausdrücklich und wir wissen mittlerweile, dass Menschen, die infiziert sind und eine entsprechende Therapie haben, die Corona-Impfung auch sehr gut funktioniert“, versucht Huber mögliche Bedenken zu entgegnen. Zudem sollte die Booster-Impfung bereits gleich nach vier Monaten durchgeführt werden.

Aids-Patienten, die an Covid-19 erkranken, bedürfen einer speziellen Betreuung und werden unter anderem in der Spezialambulanz des Salzburger Landeskrankenhauses behandelt.

Die AIDS-Hilfe Salzburg hält ihr Test- und Beratungsangebot auch während des Lockdowns aufrecht. Testmöglichkeiten gibt es jeden Montag und Donnerstag von 17 bis 19 Uhr. Das Überprüfen des aktuellen Status ist auch bei einer Reihe an Ärzten im gesamten Bundesland Salzburg jederzeit möglich.

(Quelle: SALZBURG24)

Aufgerufen am 07.12.2021 um 06:18 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/aids-hilfe-salzburg-ruft-zum-testen-auf-113052394

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