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AK kritisiert: Salzburgs Frauenhäuser sind überfüllt!

Laut AK fehlen in Salzburg 38 Plätze in den Frauenhäusern. Bilderbox
Laut AK fehlen in Salzburg 38 Plätze in den Frauenhäusern.

Salzburgs Frauenhäuser sind überfüllt, kritisiert die Arbeiterkammer (AK) Salzburg. Viele Frauen, die in Gefahr sind, müssen abgewiesen werden. „Das ist ein untragbarer Zustand, der rasch abgestellt gehört!", fordern AK-Vizepräsidentin Gabi Proschofski und AK-Frauenreferentin Stephanie Posch.

In Salzburg gibt es drei Frauenhäuser: In der Stadt Salzburg, in Hallein und in Saalfelden. Seit Jahresbeginn mussten dort insgesamt 85 Frauen abgewiesen werden, obwohl sie dringend Hilfe gebraucht hätten. Das sind mehr als im gesamten Jahr 2013.

AK: 38 Plätze für Frauen in Not fehlen

Eine Expertengruppe des Europarates, die 1997 einen Bericht und Aktionsplan zur Bekämpfung von Gewalt an Frauen veröffentlichte, stellte fest, dass ein Frauenhaus-Platz pro 7.500 Einwohner notwendig wäre. In Salzburg wohnen derzeit 530.527 Menschen, in den drei Frauenhäusern stehen 32 Plätze zur Verfügung. „Es fehlen also 38 Plätze", kritisiert Posch.

Jede 3. Frau Opfer männlicher Gewalt

Wie notwendig genügend Plätze in Frauenhäusern sind, beweist die traurige Statistik. Eine Aktuelle Studie der EU-Grundrechtsagentur zeigt, dass jede dritte Frau Opfer von männlicher Gewalt wird. Im Vergleich schneidet Österreich unter den 28 EU-Staaten zwar relativ positiv ab. Doch bei genauerer Betrachtung zeigt sich, dass auch hierzulande noch vieles für einen besseren Schutz von Frauen vor Gewalt getan werden muss:

  • 20 Prozent der Frauen haben seit ihrem 15. Lebensjahr körperliche und/oder sexuelle Gewalt erfahren.
  • 15 Prozent der Frauen haben seit ihrem 15. Lebensjahr Stalking erlebt.
  • 35 Prozent der Frauen haben seit ihrem 15. Lebensjahr eine Form der sexuellen Belästigung erlebt.

„Besonders betroffen vom Platzmangel in den Frauenhäusern sind Migrantinnen, weil sie häufiger Opfer von familiärer Gewalt werden", sagt Djuja Becirevic, die als AK-Vorstandsmitglied für Migrantenfragen zuständig ist.

Frauenhäuser finanziell absichern

Unter all diesen Vorzeichen fordern Gabi Proschofski und Stephanie Posch den Ausbau und eine langfristige finanzielle Absicherung der Frauenhäuser in Salzburg: „Um alle Frauenhäuser in gleicher Qualität zu ermöglichen, schlagen wir eine Finanzierungsform vor, die zum einen gesetzlich verankert und durch unbefristete Verträge geregelt werden soll. Ähnlich wie bei der Mindestsicherung soll ein Bund-Länder Vertrag abgeschlossen werden, um österreichweite Mindeststandards sicherzustellen. Die Finanzierung der Frauenhäuser soll weiterhin Ländersache bleiben. Wichtig ist eine Absicherung der Frauenhäuser durch langfristige Verträge".

(Quelle: S24)

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