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Süße Früchte

Pestizid-Cocktail in vielen Trauben

Worauf ihr achten solltet

SB: Weintraube, Traube, Taferltraube Bilderbox
In der Vergangenheit haben Pestizidrückstände auf Trauben häufig für Schlagzeilen gesorgt. (SYMBOLBILD)

Trauben gehören zu den beliebtesten Früchten in den Supermarktregalen. Immerhin 3,5 Kilogramm werden pro Kopf in Österreich durchschnittlich pro Jahr vertilgt. Ein Test der Salzburger Arbeiterkammer (AK) ergab nun, dass in der Mehrzahl der süßen Früchte eine Vielzahl an Pestiziden steckt.

Um Trauben vor Insekten und Pilzen zu schützen, kommen häufig Pestizide zum Einsatz. Die AK Salzburg hat nunmehr 14 Produkte unter die Lupe genommen. Das bedenkliche Ergebnis: Alle neun konventionell produzierten Produkte enthielten einen Cocktail aus mehreren Pestiziden .

Nur Bio-Trauben sind frei von Pestiziden

In der Vergangenheit haben Pestizidrückstände auf Trauben häufig für Schlagzeilen gesorgt. Die AK Salzburg wollte es genau wissen und ließ 14 Produkte aus Italien, Griechenland und der Türkei untersuchen. Dabei hat sich gezeigt: Wer pestizidlos konsumieren will, muss zu Bio-Produkten greifen, denn bei allen neun konventionell erzeugten Trauben konnten mehrere Pestizide nachgewiesen werden. Besonders bedenklich: Gleich bei zwei Proben wurde der ADI-Wert (Acceptable Daily Intake – empfohlene tägliche Aufnahmemenge) für Kinder überschritten. Bei einem dieser Produkte überschritt der zusammengerechnete, prozentuelle Höchstgehalt der sechs nachgewiesenen Pestizide die 100-Prozent-Marke der maximal erlaubten Höchstgehalte an Rückständen nach EU-Richtlinien.

AK-Test: Diese Trauben sind bedenklich

Konkret wurden in den losen Trauben von Spar 0,846 mg/kg des Fungizids Cyprodinil nachgewiesen. Hier liegt der ADI-Wert bei Kindern bis 6 Jahre oder 20 kg bei 0,6 mg/kg. In Trauben der Marke Jolife fanden sich 2,021 mg/kg des Fungizids Dimethomorph. Der ADI-Wert bei Kindern bis 6 Jahre oder 20 kg liegt hier bei 1 mg/kg. Zudem wurde bei Jolife-Trauben die 100-Prozent-Regel mit 121,72% deutlich überschritten.

"Da es Rückstandshöchstwerte nur für Einzelsubstanzen und nicht für Mischungen gibt, sind alle Proben verkehrsfähig", erklärt AK-Konsumentenschützer Stefan Göweil. "Aus Sicht der AK sind allerdings Produkte, die mit einem Cocktail von mehr als drei Pestiziden versetzt wurden, nicht akzeptabel. Das Vorsorgeprinzip im Sinne der Gesundheit und das Minimierungsgebot im Bereich des Einsatzes von Chemikalien verlangen bessere Ergebnisse."

Pestizide auf schwarzer Liste

Insgesamt wurden in den 14 Proben mit Pestiziden 18 unterschiedliche Pestizidwirkstoffe gefunden. Auf einem Produkt fanden sich unglaubliche elf verschiedene Pestizidrückstände. Besonders bedenklich: 13 der 18 gefundenen Pestizidwirkstoffe finden sich auf der schwarzen Liste der Pestizide von Greenpeace.

Angesichts des nachgewiesen Pestizid-Cocktails auf allen konventionellen Produkten fordert die AK die Intensivierung der Forschung zu möglichen additiven und synergetischen Auswirkungen der einzelnen Wirksubstanzen. Als ersten Schritt brauche es demnach eine Regelung, dass die Summe der Anteile der einzelnen Stoffe am jeweiligen Grenzwert die 100-Prozent-Marke nicht übersteigen darf.

(Quelle: SALZBURG24)

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