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Alkolenker in der Stadt Salzburg erwischt

26-Jähriger wird angezeigt

SB, Alkolenker, betrunken Bilderbox
Schon wieder stoppte die Polizei einen Alkolenker. (SYMBOLBILD)

Mitten in der Nacht ging der Polizei in der Stadt Salzburg heute ein Alkolenker ins Netz.

Der 26-Jährige war von Eugendorf auf dem Weg nachhause in der Salzburger Lastenstraße von einer Streife angehalten. Ein Alkotest ergab einen Wert von 0,58 Promille. Der Lenker wird angezeigt, die Weiterfahrt wurde ihm untersagt, meldet die Polizei.

(Quelle: SALZBURG24)

Weniger Alkolenker in Salzburg unterwegs

symb_Alkolenker APA/Georg Hochmuth/Archiv
(SYMBOLBILD)

Im Bundesland Salzburg wurden in den vergangenen Tagen zahlreiche Alkolenker mit teils hohen Promillewerten aus dem Verkehr gezogen. Doch der Schein trügt, tatsächlich wurde zuletzt ein Rückgang bei betrunkenen Autofahrern verzeichnet. Wir haben uns angesehen, welche Rolle der Corona-Lockdown hier spielt und welche Maßnahmen Alkolenker am ehesten abschreckt.

Eine 33-Jährige, die in Schlangenlinien mit mehr als 2,8 Promille durch die Stadt Salzburg fährt, ein 39-Jähriger, der mit seiner zweijährigen Tochter auf dem Rücksitz mit 2,14 Promille auf der Westautobahn angehalten wird und ein 16-Jähriger, der gänzlich ohne Führerschein dafür mit fast zwei Promille im Pinzgau in eine Kontrolle gerät: Der Salzburger Polizei gehen nahezu täglich Alkolenker ins Netz, im Lockdown wurde hier jedoch ein Rückgang verzeichnet.

Hälfte weniger Alkolenker in Salzburg

Friedrich Schmidhuber, Leiter der Landesverkehrsabteilung der Polizei Salzburg, führt die Entwicklung bei den Alkofahrten im Gespräch mit SALZBURG24 weiter aus. "Wir sind hier etwa bei der Hälfte von dem, was wir letztes Jahr hatten." Demnach wurden heuer im Jänner und Februar 169 Alkolenker angehalten. Im Jahr 2020 wurden im selben Zeitraum, also noch vor dem ersten Lockdown, 371 betrunkene Autofahrer aus dem Verkehr gezogen.

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Weniger Kontrollen während Pandemie

Dabei fanden laut Schmidhuber heuer corona-bedingt auch weniger Routinekontrollen statt. Wurden 2020 in den Monaten Jänner und Februar noch 18.000 Alkotests durchgeführt, gab es 2021 in diesem Zeitraum 12.300 Tests. "Im Verhältnis ist es heuer dennoch weniger als im Vorjahr", so Schmidhuber. 2020 fiel etwa jeder 48. Test positiv aus, heuer gerade einmal jeder 72. Test.

Private Treffen in Corona-Zeiten

Die meisten Alkounfälle passieren am Wochenende. Das dürfte auch in Lockdown-Zeiten so sein, meint ÖAMTC-Verkehrspsychologin Marion Seidenberger. "Man trinkt dann eben zu Hause. Hier fehlt aber meiner Meinung nach die soziale Kontrolle. In einem Gasthaus gibt es andere, die einen darauf hinweisen, nicht so viel zu trinken oder nicht mehr zu fahren." Im privaten Bereich sei man somit lockerer und nehme nach einem Treffen noch einen Weg auf sich. 

Psychische Belastung: Alkohol als Seelentröster?

Nicht bekannt sei dabei, ob auch vermehrt zu starken Alkoholika gegriffen wird. "Arbeitsplatzverlust oder Partnerschaftsprobleme könnten dazu führen, dass Menschen vermehrt einen vermeintlichen Seelentröster brauchen, der das Problem jedoch nur verstärkt", so die Psychologin. Zudem würden in der Pandemie weniger Versuche unternommen, fachliche Hilfe von Ärzten oder Therapeuten in Anspruch zu nehmen. 

 

Mehr Kontrollen statt härtere Strafen

Nach zahlreichen Raser-Unfällen wurde in Österreich zuletzt rechtlich nachgebessert und vor allem der Strafrahmen erhöht sowie der Tatbestand "illegale Straßenrennen" eingeführt. Könnten höhere Strafen auch Alkolenker abschrecken? Dieser Ansicht ist Seidenberger nicht: "Ein geeignetes Mittel wären verstärkte Kontrollen. Es geht darum, die Entdeckungswahrscheinlichkeit zu erhöhen." Wenn ständig die Gefahr drohe, den Führerschein zu verlieren, würden sich die Menschen anders verhalten. 

Dieser Ansicht ist auch Friedrich Schmidhuber: "Die Strafen sind völlig ausreichend." Auch bezüglich der Kontrollen stimmt der Leiter der Verkehrsabteilung überein. Wenn die Pandemie einmal weniger Anspruch an die Polizei stellt, sollen die Kontrollen auch wieder hochgefahren werden können.

"Strafen wird das Problem nicht lösen"

In Österreich droht bei Alkofahrten je nach Promillewert eine Geldstrafe von 300 bis 5.900 Euro. Bei mehrmaligen Verstößen oder einem Wert von über 0,8 Promille ist zudem mit einem Führerscheinentzug und einer verkehrspsychologischen Nachschulung zu rechnen. Seidenberger spricht sich dabei vor allem für ein entsprechendes Hilfsangebot aus, denn "nur strafen alleine wird das Problem nicht lösen".

Aufgerufen am 17.04.2021 um 02:31 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/alkolenker-in-der-stadt-salzburg-unterwegs-101334448

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