Jetzt Live
Startseite Salzburg
Verwirrung

Salzburg gibt Zahl der Antigentests nicht bekannt

Gesamtzahlen nun unvollständig

Coronatest APA/dpa-Zentralbild/Britta Pedersen
Die bundesweiten Zahlen der bereits getesteten Menschen sind unvollständig.  (SYMBOLBILD)

Weil die Bundesländer Salzburg und Niederösterreich ihre Zahlen der bisherigen Antigentests nicht veröffentlicht haben, fehlen diese nun in der bundesweiten Statistik.

Die Verwirrung um die Corona-Teststatistik geht weiter. Niederösterreich und Salzburg sind bei der von der Regierung für heute geplanten Umstellung nämlich nicht mitgezogen und haben die Zahl ihrer bisher durchgeführten Antigentests nicht veröffentlicht. Damit ist vorerst unklar, wie viele Covid-Testungen insgesamt stattgefunden haben. Klar ist nur, dass es bisher 3,793 Mio. PCR-Tests gegeben hat, um 12.601 mehr als gestern. Dazu kommen zumindest 1,6 Mio. Antigentests.

Ohne die Zahlen aus Niederösterreich und Salzburg ist die auf der Homepage des Gesundheitsministeriums veröffentlichte Gesamtzahl von 5,4 Mio. Euro unvollständig. Wieso die beiden Länder ihre Antigentests nicht beziffern, war vorerst unklar.

Salzburg argumentiert fehlende Zahlen

Das Land Salzburg hat die nicht erfolgte Meldung der Zahl an bisher durchgeführten Antigentests in die AGES-Teststatistik damit argumentiert, dass man Doppelzählungen vermeiden wolle. "Es laufen hier noch Abstimmungen zwischen den Ländern und dem Bund. Uns scheint aber wichtig, dass jeder Fall genau einmal gezählt werden sollte", sagte Landessanitätsdirektorin Petra Juhasz zur APA. Die entsprechenden Daten seien alle vorhanden und würden auch nicht verloren gehen.

Zwar werde im Zuge der Schnelltests in den Bezirken derzeit noch jeder Antigentest mit einem PCR-Test bestätigt, nach Änderung der Falldefinition durch das Gesundheitsministerium reiche bei niedergelassenen Ärzten aber mittlerweile alleine ein Schnelltest aus, um einen Covid-19-Fall zu bestätigen. Wie eine Sprecherin des Landes erklärte, werde es in Zukunft insgesamt möglich sein, symptomatische Fälle rein durch einen Antigentest zu identifizieren und ins EMS einzugeben - mit allen Folgen wie etwa der behördlichen Absonderung. Offen sei noch, wie mit asymptomatischen Kontaktpersonen umgegangen wird, also ob hier ein positiver Antigentest noch mit PCR-Test bestätigt werden muss. "Auch hier laufen noch Bund-Länder-Gespräche."

Salzburger Gesamtbilanz soll vorgelegt werden

Ein großes Geheimnis ist die Zahl der bisher durchgeführten Antigentests im Bundesland freilich nicht. Bei den Massentests Mitte Dezember wurden im Bundesland inklusive Lehrer, Exekutivbeamte und Seniorenheimbewohner insgesamt 137.471 Personen getestet. Die Schnelltests vor und nach den Weihnachtsfeiertagen - sie laufen in Salzburg seit dem 21. Dezember - nahmen bis Jahresende mehr als 46.000 Menschen in Anspruch, wobei das Land keine Angaben zum 27. Dezember veröffentlicht hat. Keine Zahlen lagen zu den bei Apotheken, Hausärzten und in einzelnen Berufsgruppen durchgeführten Antigentests vor. Alles in allem dürften im Bundesland aber deutlich mehr als 200.000 Schnelltests durchgeführt worden sein.

Das Land Salzburg kündigte am Montag an, am Mittwoch oder Donnerstag gemeinsam mit dem Roten Kreuz eine Gesamtbilanz über die bisher durchgeführten Antigentests vorlegen zu wollen.

(Quelle: APA)

Verwirrung um Corona-Testdaten in Österreich

Corona-Test APA/EXPA/ERICH SPIESS
Ein Lokalaugenschein in einer Corona-Teststation In der Gemeinde Axams in Tirol am Mittwoch, 2. Dezember 2020. Die Tests Axams werden von 4. bis 6. Dezember durchgeführt. 

Die Regierung hat mit einer missglückten "Datenbereinigung" in der täglichen Corona-Statistik für Verwirrung gesorgt. Konkret wurde am Samstag ein Rückgang der insgesamt durchgeführten Corona-Tests um 89.000 gemeldet. Innen- und Gesundheitsministerium hatten für Wien nämlich auch die Antigentests angegeben, während für andere Bundesländer nur die PCR-Tests mitgezählt wurden.

Eine finale, diesmal korrekte, Bereinigung soll laut Gesundheitsministerium am Montag erfolgen. Geplant ist, dass am Montag sowohl das Gesundheitsministerium auf seiner Homepage als auch die AGES in ihrem Dashboard die Antigentests und die PCR-Tests getrennt ausweisen. Die AGES hat am Wochenende - offenbar als Reaktion auf die fehlerhafte Veröffentlichung des Sozialministeriums vom Vortag - gar keine aktuelle Teststatistik veröffentlicht. Auch die im selben Datensatz gespeicherte Statistik der Spitals- und Intensivpatienten mit einer Corona-Infektion wurde nicht aktualisiert und blieb am Stand 1. Jänner.

Datenpanne mit Ansage

Die Datenpanne hatte sich schon nach Weihnachten angekündigt. Die Gemeinde Wien war nämlich als erstes Bundesland der Aufforderung des Krisenstabs im Innenministerium gefolgt und hatte die PCR-Tests und die auch bei den Massentestungen genutzten Antigentests in den internen Datenmeldungen getrennt ausgewiesen. Die anderen Bundesländer hatten nach eigenen Angaben nur PCR-Tests eingemeldet. Am Wochenende rechnete das Gesundheitsministerium in seiner täglichen Datenveröffentlichung dann plötzlich die bisher durchgeführten Antigentests aus den Wiener Zahlen heraus. Österreichweit führte das zu einem scheinbaren "Rückgang" der Testungen um fast 89.000.

Begründet wurde das auf der Homepage des Gesundheitsministeriums mit einer "Datenbereinigung". "Aufgrund der heute erstmals getrennten Darstellung der Anzahl an Antigen-Testungen und PCR-Testungen in nunmehr allen Bundesländern, ist mit heutigem Tag eine Datenbereinigung erforderlich", hieß es in den Anmerkungen zur täglichen Datentabelle. Tatsächlich erfolgte die Umstellung am Samstag aber nicht für alle Bundesländer, wie ein Sprecher des Ministeriums auf APA-Anfrage bestätigte. Dies soll erst am Montag erfolgen. Dann wird die tägliche Datentabelle sowohl die Gesamtzahl der Testungen als auch getrennte Angaben für PCR- und Antigentests enthalten. Der Auslöser der Panne blieb am Wochenende unklar.

Bereinigte Daten für Montag angekündigt

Für Wien wird die Statistik nach der neuerlichen Umstellung am Montag wohl ein starkes Plus bei den durchgeführte Tests ausweisen. Denn zu den vom Gesundheitsministerium am Sonntag ausgewiesenen 979.206 PCR-Tests in der Bundeshauptstadt kommt dann noch eine halbe Million Antigentests dazu. Inklusive Massentestungen hat Wien laut einer Aussendung am Sonntag bisher nämlich 1.489.388 Testungen durchgeführt - mehr als Nieder- und Oberösterreich laut bisheriger Statistik zusammen.

Keine Auswirkungen sollte die Datenpanne auf die Infektionsstatistik haben. Denn die durch einen Antigentest gefundenen Corona-Infektionen werden laut Gesundheitsministerium zwar durch einen PCR-Test überprüft, aber für die Statistik nur einmal gezählt.

Aufgerufen am 13.05.2021 um 02:03 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/antigentests-salzburg-gibt-zahl-nicht-bekannt-97883641

Kommentare

Mehr zum Thema