Jetzt Live
Startseite Salzburg
Salzburg

Badeunfälle: Kinder ertrinken lautlos

Die Gefahr bei Badunfälle wird oft unterschätzt. APA/dpa/Armin Weigel/Symbolbild
Die Gefahr bei Badunfälle wird oft unterschätzt.

Badeunfälle können bei Kleinkindern fatale Folgen haben. Bei einem Sturz ins Wasser entscheiden nur wenige Augenblicke zwischen Leben und Tod. Kinder gehen lautlos und ohne deutliche Signale unter. Ein Sechsjähriger ist am Montag nach einem Badeunfall im Faaker See im Krankenhaus gestorben. Bode Miller verlor bei einer Pool-Party seine 19 Monate alte Tochter Emeline - die Unfälle häufen sich.

Anders als Erwachsene geben Kleinkinder keine Schreie bei einem Fall ins Wasser ab - auch Wedeln sie nicht mit ihrem Armen. Sie gehen lautlos unter und nur zwei Minuten, etwa die Zeit für ein Telefongespräch, reichen aus, dass ein Kind das Bewusstsein verliert. " Nach fünf Minuten kann Sauerstoffmangel bereits zum Tod führen", sagt Trauner-Karner, Sprecherin beim Kuratorium für Verkehrssicherheit.

Ertrinken die häufigste unfallbedingte Todesursache bei Kindern

Die aktuellen tragischen Unfälle der letzten Tage zeigen wie schnell es passieren kann: Durchschnittlich drei bis fünf Kinder ertrinken pro Jahr in Österreich. Insgesamt sind im Zeitraum 2007 bis 2017 mehr als 40 Kinder unter 15 Jahren an den Folgen eines Ertrinkungsunfalles gestorben. Das Zeitfenster bei Badeunfällen ist minimal, in dem das Schlimmste vermieden werden kann. Durchschnittlich fünf Kinder unter 15 Jahren ertrinken pro Jahr in Österreich – davon sind vier Kinder unter fünf Jahre alt. In der Altersgruppe der Kleinkinder unter fünf Jahre ist das Ertrinken somit die häufigste unfallbedingte Todesursache.

Vier Schritte Entfernung oft zu viel

Es ist im wahrsten Sinn des Wortes von lebensrettender Bedeutung, dass Kinder – auch wenn sie schon schwimmen können – in der Nähe von Gewässern nie unbeaufsichtigt bleiben. Gerade bei Kleinkindern gilt: Ist die Aufsichtsperson nicht in Reichweite, also einen bis maximal drei Schritte entfernt, bleibt für die Rettung wenig Zeit – manchmal zu wenig, um schlimme Folgen zu verhindern. Daher: Kinder immer im Auge behalten! Kleinkinder immer in unmittelbarer Reichweite. "Es liegt an uns Erwachsenen aufmerksam und vorrausschauend zu handeln, damit unsere Kinder erst gar nicht in diese Gefahr geraten. Aufklärung und Sensibilisierung müssen hierfür ganz klar gefördert werden", erklärt Trauner-Karner.

Sicherheitstipps beim Baden

    • Kleinkinder müssen in und in der Nähe von Gewässern immer in unmittelbarer Reichweite beaufsichtigt werden
    • Größere Kinder in Sichtweite. Achten Sie besonders bei Festen mit vielen Erwachsenen darauf, dass immer eine Person für die direkte Beaufsichtigung der Kinder zuständig ist
    • Auch kleinen Kindern kann man lernen sich beim „in das Wasser schauen“ auf den Bauch zu legen. Dadurch wird das Risiko ungewollt das Gleichgewicht zu verlieren und in das Wasser zu fallen etwas reduziert
    • Kleiden Sie Kinder in gut sichtbare Badekleidung
    • Im schlimmsten Fall der Fälle können Kinder unter Wasser so schneller aufgefunden werden
    • Ältere Kinder und auch Erwachsene überschätzen ihren Schwimmkenntnissen gerne

Links zu diesem Artikel:

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 13.04.2021 um 01:28 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/badeunfaelle-kinder-ertrinken-lautlos-58457347

Kommentare

Mehr zum Thema