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Risiken beim digitalen Bezahlen

Bankomatkarte, Karte, Zahlung, SB APA/HANS KLAUS TECHT
Beim digitalen Bezahlen hinterlassen wir Spuren. (SYMBOLBILD)

Die Möglichkeiten ohne Bargeld zu bezahlen sind bereits vielfältig: Bankomatkarte, Kreditkarte, Handy-App oder sogar ein Chip unter der Haut. Experten warnen bei den digitalen Zahlungsmethoden allerdings vor Verletzungen des Datenschutzes. Keine Gefahr drohe dabei von der Bankomatkarte, erklärt Thomas Flöckner von der Arbeiterkammer Salzburg (AK).

Beim Zahlen mit Bankomatkarte werde nur eine Verbindung zur eigenen Bank hergestellt, erläutert Flöckner von der Konsumentenberatung AK im Gespräch mit SALZBURG24. „Nur die Bank weiß, wo ich eingekauft habe. Aufgrund des Bankgeheimnisses darf das aber nicht an Dritte weitergegeben werden“, sagt der Experte.

Digitales Zahlen: Daten gehen an Dritte

Anders ist das etwa schon beim Bezahlen mit Kreditkarte, wie ORF Salzburg berichtet. Hier würden bereits die Bank sowie die Kreditkarten-Institute Zugriff haben. Bei Apps wie Apple Pay oder Google Pay gehen die Daten dann auch an diese Konzerne. Hier sei Skepsis angebracht. Jede digitale Zahlung würde Spuren hinterlassen, die theoretisch nachvollziehbar seien. Eine Abschaffung des Bargelds wird aus diesen Gründen kritisch gesehen.

Daten nicht wirklich anonymisiert

Zudem verweisen Experten darauf, dass nicht nur Daten des Zahlungsverkehrs, sondern durch die Internetnutzung auch viele andere Informationen gesammelt werden. In Kombination sei man schnell nicht mehr anonym, sondern ein gut auslesbarer, gläserner Nutzer, erklärt Heike Mai von der Deutsche Bank Research.

Sie ergänzt, dass es Forschern bereits gelungen sei, 90 Prozent von 1,1 Millionen Kreditkarteninhabern allein anhand ihrer anonymisierten Kartentransaktionen im Zeitraum von drei Monaten korrekt zu identifizieren. Dabei hätten sie nur Ort und Tag des Einkaufs verwendet, nicht aber Namen oder Kartennummern. Mai spricht von "pseudonymisierten Daten".

Flöckner: "Einkauf nicht nachvollziehbar"

AK-Experte Flöckner sieht die reine Kartenzahlung als relativ sicher an. „Allein aufgrund des Zahlungsvorgangs, kann nicht nachvollzogen werden, was ich gekauft habe.“ Ein höheres Risiko würden hier Kundenkarten darstellen, bei denen Händler genau nachvollziehen können, was Kundinnen und Kunden wann und in welcher Menge gekauft haben.

Auch beim mobilen Bezahlen – also via Smartphone-App – würden prinzipiell dieselben Regeln wie bei Bankomatkarten gelten. „Auch hier gilt das Bankgeheimnis, Daten dürfen ohne Einverständnis nicht an Dritte weitergegeben werden.“ Allerdings sei das mobile Bezahlen hierzulande ohnehin noch nicht sehr weit verbreitet.

Warnung vor Phishing-Mails

Der Experte sieht Karten- und Bargeldzahlungen in puncto Sicherheit auf einer Stufe. „Die Bankomatkarte kann mir genauso gestohlen werden wie das Bargeld.“ Allerdings gebe es bei der Bankomatkarte zusätzliche äußere Risiken. So komme es immer noch zu Fällen, in denen der Pin-Code ausspioniert, später die Karte gestohlen und das Konto leergeräumt werde. Auch sogenannte Phishing-Mails, bei denen Betrüger sich als Mitarbeiter der eigenen Bank oder des Kreditkarteninstituts ausgeben, könnten großen finanziellen Schaden anrichten.

(Quelle: SALZBURG24)

Aufgerufen am 27.11.2021 um 04:23 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/bargeldabschaffung-risiken-beim-digitalen-bezahlen-78422656

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