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Heuer schon 22 Todesopfer

Immer mehr Einsätze für Salzburgs Bergretter:innen

Mangelnde Vorbereitung und Tourenplanung als Problem

Salzburgs Bergretter:innen sind heuer wieder öfter bei Einsätzen gefordert – über 570 waren es von Jänner bis Anfang September. 22 Menschen sind bei Bergunfällen schon ums Leben gekommen.

574 Mal sind die rund 1.400 Bergretter:innen der 43 Salzburger Ortsstellen zwischen Jänner und Anfang April bereits ausgerückt. „Die Einsätze nehmen heuer wieder stark zu“, sagt Landesleiter Balthasar Laireiter in einer Pressemitteilung am Mittwoch. Zum Vergleich: Im Vorjahr waren es 624 Einsätze im ganzen Jahr. Besonders tragisch: 22 Menschen sind heuer bereits ums Leben gekommen. Vergangenes Jahr gab es insgesamt 32 Todesopfer.

"Berg immer mehr als Sportgerät wahrgenommen"

Warum steigt die Zahl der Einsätze aber während der vergangenen Monate konstant? „Der Berg wird von vielen immer mehr als Sportgerät wahrgenommen und man ist nicht ausreichend vorbereitet", kritisiert Laireiter.

 

Das sind die Hauptunfallfaktoren

Die Hauptunfallfaktoren waren Stürze und medizinische Notfälle. Am häufigsten mussten die Bergretter:innen wegen Unfällen bei Wanderungen und beim Mountainbiken ausrücken. Zunehmend häufig seien auch Einsätze für abgestürzte Paragleiter zu bewältigen.

Während der Pandemie und durch Reisebeschränkungen seien jedenfalls viele auf den Geschmack gekommen, in der Natur und am Berg unterwegs zu sein. Das sportliche Angebot wächst, zunehmend viele Einsätze würden deshalb Sportarten wie Mountainbiken, Paragleiten, Klettersteiggehen, Canyoning, Traillauf und Skibergsteigen gelten.

Rutschbewegungen durch loses Gestein

Gründe für Unfälle gebe es mehrere: „Bei hochalpinen Touren kommt es durch das Abschmelzen von Schnee- und Eisfeldern zu Rutschbewegungen durch loses Gestein“, sagt der Leiter der Alpinpolizei, Thomas Schwaiger. „Aus manchen Schneefeldern wurden nun auch eisige Felsabschnitte, die hochalpine Ausrüstung wie Steigeisen nötig machen.“

Komplexe Gefahren in höheren Bereichen

Der Permafrost sorgt normalerweise für die Standfestigkeit von Wänden und Graten. Das Gehen auf Blankeis mit Schuttauflage erfordert eine gute Technik mit Steigeisen. Dazu kommt eine erhöhte Steinschlaggefahr durch die Veränderungen des Permafrostes. Man müsse auf sichtbare Gefahrenzeichen wie frische Eisschollen oder frische Risse in Stein und Eis achten. Die Gefahren sind in höheren Bereichen durchaus komplex und manche Hochgebirgstouren im Bereich von Gletschern nicht mehr ohne professionelle Ausrüstung bzw. praktischem Wissen zu Spaltenbergungen begehbar.

Zusammenarbeit zwischen Bergrettung und Alpinpolizei

„Wenn der Umgang mit Gletscherausrüstung nicht perfekt beherrscht wird, raten wir sogar zur Unterstützung durch einen Bergführer“, sagt Laireiter. Zunehmend viele Einsätze der Bergrettung Salzburg wurden heuer in Zusammenarbeit mit der Alpinpolizei, dem Hubschrauberteam der Libelle und mit Teams von Rettungshubschrauber (107) bewältigt: „Das ist für unsere Ortsstellen eine enorme Erleichterung, da sie so auch viel rascher vor Ort sein können.“

Alpinistisches Wissen essenziell

Nachwuchsprobleme gebe es bei den Bergretter:innen übrigens keine. Heuer haben 208 Teilnehmer:innen Kurse der Bergrettung Salzburg absolviert. So fanden zwei Alpine-Erste Hilfe-Kurse, zwei Fels- und ein Eiskurs sowie Spezialausbildungen für die Canyoninggruppe und die Hundeführer der Bergrettung statt. „Manche Unfälle lassen sich vielleicht nicht vermeiden. Aber prinzipiell sind viele Unfälle auf mangelnde Tourenplanung und -Vorbereitung zurückzuführen“, so der Salzburger Landesleiter. Alpinistisches Wissen könnt ihr euch auch bei Kursen bei alpinen Vereinen wie Naturfreunde oder Alpenverein holen.

(Quelle: SALZBURG24)

Aufgerufen am 26.09.2022 um 03:31 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/bergrettung-in-salzburg-mehr-einsaetze-und-22-tote-126704884

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