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250 Tiere in Salzburg

Schäden durch Biber teuer für Salzburg

Tiere teilweise auch Sicherheitsrisiko

Biber Salzburg Land Salzburg / Neumayr – Leopold
Biberexpertin Gundi Habenicht und Landesrat Josef Schwaiger stehen an der Fischach in Bergheim.

Die Biberpopulation im Bundesland Salzburg wuchs in den letzten Jahrzehnten stark an. Die Schäden stellen teilweise ein Sicherheitsrisiko dar und sorgen für finanzielle Einbußen bei Land- und Fostwirtschaft.

In Salzburg ist die Biberpopulation in den letzten Jahrzehnten stark gewachsen. Rund 250 Exemplare tummeln sich laut letztmaliger Kartierung 2019 in den Wäldern und Gewässern in ganz Salzburg. Normalerweise ernähren sich die Tiere von krautigen Pflanzen, im Winter fällen sie aber auch Bäume, um an Rinde und Knospen zu gelangen. Das führt zu finanziellen Einbußen insbesondere bei Land-und Forstwirtschaft aber auch bei privaten Grundbesitzern und ist nur eines der Probleme mit dem größten Nagetier Europas, berichtet das Land Salzburg heute in einer Presseaussendung.

Schäden teilweise gefährlich

„Wir geben dem Biber seinen Platz, müssen aber auch dafür sorgen, dass die Interessen der Grundbesitzer gewahrt bleiben, die Einnahmequelle unserer Land- und Forstwirte geschützt wird und die Verkehrssicherheit sowie der Hochwasserschutz nicht darunter leiden“, so Landesrat Josef Schwaiger beim Lokalaugenschein an der Fischach in Bergheim und er fügt hinzu: „Die Biberschäden haben auch einen Sicherheitsaspekt, wo Menschen unterwegs sind und Bäume auf die Wege stürzen könnten.“

Biber in der EU streng geschützt

Der Biber ist nach der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH) der EU streng geschützt und darf weder getötet noch gefangen werden. „Auf der einen Seite schafft der Biber neuen Lebensraum für Tiere und Pflanzen, sorgt durch seine filternden Bauten für sauberes Grundwasser und weitet die Uferböschungen auf. Auf der anderen Seite ist er ein umtriebiger Tausendsassa, kommt egal ob in der Stadt oder im Auwald mit jedem Lebensraum am Wasser zurecht und breitet sich so sehr stark aus. Genau das macht dann hier und dort die Probleme, wo Interessen aufeinander treffen“, so die Biberexpertin des Landes, Gundi Habenicht. 

Fördermöglichkeiten für Schutzmaßnahmen

„Bei der Regulierung unter Einhaltung der FFH-Richtlinie müssen alle Mittel ausgeschöpft werden, vor allem die Entschädigungen für betroffene Grundstücksbesitzer oder Landwirte sowie die Prävention sind wichtig“, so Schwaiger und er meint: „In den letzten Jahren wurden nicht nur großzügige Fördermöglichkeiten für Schutzmaßnahmen geschaffen, sondern seit 2015 auch rund 80.000 Euro an Entschädigung ausbezahlt. Gefördert werden unter anderem Elektro- oder Festzäune sowie der Einbau von Gittern zum Schutz von Durchlässen, aber auch die Sicherung von Zu- und Abläufen in Fisch-Teichanlagen oder der Einbau von Stahlmatten zum Schutz von Dämmen und Böschungen. Zusätzlich erhalten Waldbesitzer eine finanzielle Entschädigung mit wenigen Euro für kleine Stämme bis hin zu mehr als 500 Euro für dicke alte Bäume.

Schäden an Hochwasserschutzdämmen

Der Biber verursacht nicht nur Schäden bei Bäumen, sondern kann auch massive Gefahrenbeeinträchtigungen bei bestehenden Hochwasserschutzdämmen anrichten. „Vor einigen Jahren hatten wir beispielsweise größere Schäden bei einem bestehenden Schutzdamm in Hallwang, der von der öffentlichen Hand gebaut wurde. Hier mussten wir zusätzlich rund 12.000 Euro investieren, um die Standfestigkeit und Funktionstüchtigkeit wiederherzustellen“, ergänzt Schwaiger abschließend.

250 Biber in Salzburg

Laut der letzten Kartierung 2019 leben rund 250 Biber, aufgeteilt auf rund 70 Reviere in ganz Salzburg. Mit einer weiteren Erhöhung der Population wird nach Auswertung der laufenden Beobachtung und Zählung gerechnet. Die Biber-Hochburgen liegen im Norden Salzburgs in den Salzachauen, entlang der Salzach südlich der Stadt Salzburg bis nach Hallein und im Saalfeldener Becken. Dazu gibt es auch Ausbreitungsgebiete, die gerade besiedelt werden: Alle Flachgauer Seen, der Fuschlsee und der Wolfgangsee sowie Kuchl und Golling. Auch im Lungau und in Radstadt gibt es bereits erste Nachweise.

(Quelle: SALZBURG24)

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