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Blackout in Salzburg

So bereiten sich die Florianis vor

Salzburgs Feuerwehren sind für einen längeren Stromausfall gewappnet. APA/Barbara Gindl/Archivbild
Salzburgs Feuerwehren sind für einen längeren Stromausfall gewappnet.

In Wien wird im Rahmen der Übung "Helios" derzeit geübt, wie mit einem flächendeckenden Stromausfall in Österreich umgegangen werden soll. Auf ein solches Blackout sind auch Salzburgs Florianis vorbereitet. Das ist der Plan für den Ernstfall.

Für etwa eineinhalb Stunden war in weiten Teilen der Stadt Salzburg, im Tennengau und im Flachgau im August vergangenen Jahres der Strom ausgefallen. Ebenso während des Jahrhundert-Schneefalls im Jänner. Die Stromversorgung konnte rasch wiederhergestellt werden, aber was passiert, wenn das Bundesland Salzburg ein sogenanntes Blackout – sprich ein plötzlicher, überregionaler und längerfristiger Stromausfall – ereilt?

Verkehrsampeln, das Telefonnetz, Aufzüge, Kühlschränke, elektrisches Licht, das Fernsehen – nichts davon würde in diesem Fall mehr funktionieren. Die betroffene Region würde zurück ins 19. Jahrhundert katapultiert werden. Ausgelöst könnte ein solches Ereignis beispielsweise durch Unwetter, die Überlastung des Stromnetzes oder auch Sabotage werden. Natürlich, ein Blackout hat es in Österreich noch nicht gegeben. Dennoch liegt ein solches Szenario im Bereich des Möglichen.

Ein Notstromgenerator pro Bezirk

Salzburgs Landesfeuerwehrverband (LFV) ist auf einen längeren Stromausfall vorbereitet. „Wir haben für diesen Fall einen Drei-Stufen-Plan erarbeitet“, erklärt Landesfeuerwehrkommandant Leopold Winter im Gespräch mit SALZBURG24. „Wir haben in Stufe eins vor einigen Jahren 15 so genannte Hochwasseranhänger beschafft.“ Neben dem Hochwassereinsatz könne man diese auch zur Notstromversorgung einsetzen. „Sie besitzen einen 45 kVa-Generator“, erläutert der LFV-Chef. Zum Vergleich: Der durchschnittliche österreichische Haushalt verbraucht pro Jahr umgerechnet etwa 4400 kvA (Kilovoltampere).

In Stufe zwei habe man gemeinsam mit der Salzburg AG sechs Notstromgeneratoren mit einer Leistung von 200 kVA beschafft. „Wir haben jeweils einen pro Bezirk stationiert“, erzählt der Landesfeuerwehrkommandant. „Diese werden nicht nur im Notbetrieb verwendet, sondern sind bei Bedarf auch für die Salzburg AG im Einsatz.“

Generatoren brauchen Sprit

Stufe drei wurde 2018 abgeschlossen. „Wir haben über 130 Notstromgeneratoren in verschiedenen Größen beschafft“, sagt Winter. Je nach Größe haben die Generatoren 14, 44 oder 88 kVA. „Diese sollen in erster Linie der Notstromversorgung für Feuerwehrgebäude oder Gebäude der Gemeinde dienen“. Gekostet habe die Anschaffung 2,7 Millionen Euro, die Kosten haben sich der LFV, die Gemeinden und das Land Salzburg geteilt. Mit diesem Plan sieht Winter die Feuerwehr im Katastrophenfall gut ausgerüstet.

Einen Pferdefuß hätten die angeschafften Generatoren jedoch: „Sie laufen so lange, wie wir Treibstoff haben“, so Winter. Wird der Sprit knapp, „haben wir das nächste Problem.“ Aus diesem Grund hatte der LFV im Frühjahr letzten Jahres eine eigene Projektgruppe zum Thema Blackout eingerichtet: „In dieser Projektgruppe sind auch anderer Organisationen wie Polizei, Rotes Kreuz oder das Land Salzburg vertreten“, erzählt Winter.

 

Projektgruppen arbeiten zu zwei Themen

Die Gruppe arbeitet an zwei Themen: „Zum einen befassen wir uns mit dem Thema der Notbetankung. Es wäre problematisch, wenn zum Beispiel alle Tankstellen im Pinzgau nach zwei Tagen leer wären. Denn dann stehen unsere Einsatzkräfte und den Generatoren geht der Sprit aus“, sagt der LFV-Chef.

Auch das Thema Kommunikation steht auf der Agenda: „Im Falle eines Stromausfalls könnten Telefonnetz und Digitalfunk ausfallen. Für die Einsatzkräfte ist es aber essentiell, dass sie sich intern wie extern untereinander verständigen können. Aktuell hat jede Organisation eine eigene Notkommunikation für sich festgelegt, das wollen wir vereinheitlichen und eine gemeinsame Kommunikationseben zusammenführen“, berichtet Winter.

Schwarzenbergkaserne als Sicherheitsinsel

Mit dem Szenario eines Blackouts hat sich auch die Österreichische Bundesregierung befasst. So sollen zwölf Standorte in Österreich zu sogenannten Sicherheitsinseln ausgebaut werden, darunter die Schwarzenbergkaserne in Salzburg. Diese sollen im Katastrophenfall die regionale Durchhaltefähigkeit gewährleisten. „Bis das umgesetzt wird, wird es noch dauern“, erzählt Wolfgang Riedlsperger vom Militärkommando Salzburg auf S24-Nachfrage.

Wie ist es derzeit um die Schwarzenbergkaserne im Katastrophenfall bestellt? „Das Gebäude, in dem das Militärkommando untergebracht ist, kann autark arbeiten. Ebenso unsere Tankstelle. Auf alles andere sind wir angewiesen“, sagt Riedlsperger. Bis zu ihrem Ausbau zur Sicherheitsinsel ist Österreichs flächenmäßig größte Kaserne daher von einem Stromausfall ebenso betroffen wie der Rest des Bundeslandes auch.

(Quelle: SALZBURG24)

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