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Polizei und ÖBB

So werden Body-Cams in Salzburg eingesetzt

Videoaufnahme zeigt Wirkung

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Die Polizei hat in Salzburg zehn Body-Cams zur Verfügung. (SYMBOLBILD)

Nach der Massenschlägerei am Rudolfskai in der Stadt Salzburg am Samstag wertete die Polizei nach wie vor Videomaterial aus. Gefilmt wurde dabei auch mit Body-Cams, die die Polizistinnen und Polizisten trugen. Zum Einsatz kommen die Körperkameras in Salzburg auch in den Zügen der ÖBB. Welche Erfahrungen man mit den Kameras gemacht hat, wann sie zum Einsatz kommen und wie viele es in Salzburg gibt, erfahrt ihr hier.

Im Jahr 2016 wurde Salzburg testweise als eines der ersten Bundesländer mit Body-Cams ausgestattet. Nach dem Testlauf wurden sie 2019 bundesweit an die Polizei ausgegeben. Inzwischen stehen in Salzburg zehn Kameras zur Verfügung, informiert Pressesprecherin Irene Stauffer im Gespräch mit SALZBURG24.

140 Body-Cams für Österreichs Polizei

Die Body-Cams für die österreichische Polizei werden vom britischen Unternehmen Reveal Media hergestellt. Im März dieses Jahres wurden in einer ersten Tranche 140 Stück ausgeliefert, 220 weitere sollen noch kommen. Die Gesamtkosten dafür belaufen sich auf rund 300.000 Euro. Das ging aus der offiziellen Bekanntmachung der Vergabe im November des Vorjahres hervor.

 

Ausrüstung noch nicht "flächendeckend"

Da es im Bundesland im Moment nur zehn Body-Cams gibt, hat nicht jede Polizistin und jeder Polizist bei jedem Einsatz eine an der Uniform. Manche Dienststellen hätten jedoch fixe Geräte. „Es sind nicht alle Polizistinnen und Polizisten für den Umgang mit den Body-Cams geschult, da die Ausrüstung auch noch nicht flächendeckend ist. Nicht in Salzburg und auch nicht in Österreich“, erläutert die Sprecherin.

Drei Body-Cams filmten am Rudolfskai

Laut Stauffer kommen die Geräte vor allem bei großen Einsätzen wie Demonstrationen oder Fußballspielen zum Einsatz, aber auch, wenn die Einsatzkräfte zu sogenannten Hot-Spots – wie auch der Rudolfskai einer ist – gerufen werden. Beim dortigen Einsatz am Samstag waren drei Body-Cams in Verwendung. Das Material werde derzeit noch ausgewertet. Wie lange die Cams eingeschalten waren und wie viele Minuten Material aufgezeichnet wurden, kann Stauffer nicht sagen.

Kameras wirken deeskalierend

Die Sprecherin weist daraufhin, dass die Kameras von den Beamtinnen und Beamten sichtbar am Körper getragen werden und ein Einschalten auch angekündigt wird. Das passiere in der Regel, wenn sich die Situation zuspitzt oder „das Gegenüber immer aggressiver wird.“ Die Erfahrungen mit den Körperkameras seien durchwegs gut. „Für die Beamten sind sie eine Absicherung, weil Situationen genau festgehalten und Geschehnisse besser dokumentiert werden.“ Zudem hätten sie ebenfalls eine deeskalierende Wirkung: Durch die Aufzeichnung gebe es eine höhere Hemmschwelle bei den Betroffenen, weiß Stauffer.

ÖBB speichert Aufnahmen 72 Stunden lang

Nicht nur bei der Polizei, sondern auch in den Zügen der ÖBB kommen Body-Cams zum Einsatz. Seit Juli 2018 stehen 14 Kameras zur Verfügung. „Die Mitarbeiter können auf die Body-Cams zurückgreifen. Sie können selbst entscheiden, ob sie diese mitführen oder nicht“, erklärt ÖBB-Pressesprecher Robert Mosser auf SALZBURG24-Anfrage.

Komme es im Zug zu einem „strafrechtlich relevanten Vorfall“ würden sie per Hand aktiviert, beschreibt der Sprecher. Gleich wie bei der Polizei müssen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter das Einschalten auch hier mitteilen. Für 72 Stunden verbleiben die Aufzeichnungen dann auf einem ÖBB-Server. Dieser sei eigens gesichert. „Die Daten können auf dem Gerät selbst nicht ausgelesen werden, selbst wenn dieses entwendet werden sollte“, gibt Mosser an. Im Fall der Fälle könnten die Aufnahmen dann an die Behörden übermittelt werden. Seit der Einführung vor rund einem Jahr sei das aber noch nicht nötig gewesen.

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Auch in den Zügen der ÖBB kommen die Kameras zum Einsatz. (ARCHIVBILD)

Höheres Sicherheitsgefühl in Salzburgs Zügen

Bei den ÖBB sieht man die Body Cams dennoch als wichtig an. Sie würden das Sicherheitsgefühl von Fahrgästen und Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern steigern, gibt Mosser an. Und auch er verweist auf die deeskalierende Wirkung: „Bereits dieser Hinweis führt erfahrungsgemäß zu einer Beruhigung der Situation."

(Quelle: SALZBURG24/APA)

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