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Feuergefahr

Wohnungen brennen häufiger im Dezember

So lassen sich Brände vermeiden

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Die Advent- und Weihnachtszeit sind besonders gefährlich: Viele Kerzen erhöhen die Brandgefahr. (SYMBOLBILD)

Glimpflich ging ein Brand in Mittersill am Freitag aus: Zwei Menschen wurden leicht verletzt. Ausgelöst haben den Brand vermutlich brennende Teelichter. Besonders im Dezember häufen sich auch in Salzburg die Wohnungsbrände. Diese könnten oftmals vermieden werden. Zudem kommt nicht in allen Fällen die Versicherung für die Schäden auf.

Bei der Salzburger Landesstelle für Brandverhütung heißt es auf Anfrage von SALZBURG24, dass es ab Dezember vermehrt zu Wohnungsbränden wegen offenem Licht und Feuer komme. Vor allem aufgrund von Kerzen und Adventkränzen. Das bestätigt man auch beim Landesfeuerwehrverband. Im Dezember gäbe es vermehrt Fehlalarme durch Weihrauch, zudem auch mehr Alarmierungen auf Brandverdacht, obwohl nur Essen oder Kekse angebrannt seien. Rund um Silvester gäbe es oft Flurbrände bei Trockenheit.

Im Durchschnitt kommt es in Österreich in der kalten Jahreszeit von November bis Jänner zu 500 Unfällen mit Feuer.

 

Hälfte der Brände im Privatbereich

54 Prozent der Brände finden laut Statistik des Brandschutzforums Austria im Privatbereich statt. Bis Oktober 2019 verursachten sie Schäden im Wert von 56 Millionen Euro. Dabei bezieht man sich auf Zahlen des Innenministeriums. Pro Jahr gibt es demnach österreichweit 25.000 Brände, das ist zirka ein Brand alle 20 Minuten. Die Schadenssumme liegt bei der Hälfte der Brandereignisse unter 100 Euro.

Feuer gefährdet Kinder besonders stark

Kerzen verbreiten in vielen Haushalten gemütliche Weihnachtsstimmung. Für Kinder ist der Advent aber eine brandgefährliche Zeit. Das „Österreichische Komitee für Unfallverhütung im Kindesalter“ am Klinikum Graz warnt vor schmerzhaften und tief gehenden Verbrennungen und Verbrühungen. Feuer übt eine große Anziehungskraft auf die Kleinen aus und das kann zur Gefahr werden: Rund die Hälfte aller Brandverletzungen bei Kindern passiere laut dem Komitee in der Zeit von Dezember bis Jänner. Und weil die Kinderhaut weitaus dünner ist, wirken sich Verletzungen schwerwiegender aus. Die Experten raten deshalb, Kinder grundsätzlich nie mit brennenden Kerzen, Feuerzeugen oder Streichhölzern alleine zu lassen. Schulkinder sollten gemeinsam mit den Eltern lernen, eine Kerze sicher anzuzünden und zu löschen.

Kübel Wasser kann Leben retten

In vielen Fällen lassen sich Verletzungen und Brände durch ganz einfache Vorkehrungen verhindern: Ein Kübel mit Wasser in der Nähe von Adventkranz und Co hilft beim schnellen Löschen, ebenso ein Feuerlöscher in Griffweite. So können auch eine Ausbreitung des Feuers und damit verbundene größere Schäden und Verletzungen abgewendet werden.

Feuerlöscher und Rauchwarnmelder Pflicht

Mithilfe von technischen Hilfsmitteln können schwerwiegende Folgen von Bränden verhindert werden. Ein funktionierender Rauchwarnmelder und ein Feuerlöscher dürfen laut Experten in keinem Haushalt fehlen. Eine Rauchgasvergiftung kann schon in wenigen Minuten tödlich enden. Denn Kohlenmonoxid töte lange bevor man es überhaupt riecht. Besonders groß sei die Gefahr im Schlaf – da nimmt man Gerüche nicht wahr.

Nach Wohnungsbrand: Was zahlt die Versicherung?

Generell ist der Schaden bei einem Wohnungsbrand mit der Haushaltsversicherung abgedeckt, erklärt Thomas Flöckner von der Konsumentenberatung der Arbeiterkammer gegenüber SALZBURG24. "Die Versicherung zahlt auch bei Christbaum- oder Adventkranzbrand, außer es kann mir grobe Fahrlässigkeit nachgewiesen werden", sagt der Experte. Das sei etwa der Fall, wenn brennende Kerzen unbeaufsichtigt brennen oder auch, wenn man nebenbei einschläft. Grobe Fahrlässigkeit sei aber generell schwierig abzugrenzen, wo sie beginne und wo sie aufhört werde meist von Fall zu Fall entschieden.

Zudem gäbe es bereits Polizzen, die auch eine grobe Fahrlässigkeit abdecken. Flöckner rät daher, immer den eigenen Versicherungsstand genau zu überprüfen.

(Quelle: SALZBURG24/APA)

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