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Corona-Mutationen

Brasilianische Variante in Salzburg bestätigt

Quarantäne wird auf 14 Tage verlängert

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Erstmals wurde die brasilianische Variante des Coronavirus in Salzburg nachgewiesen. (SYMBOLBILD)

Ende Februar ergab das Vorscreening einer auf Covid-19 positiv getesteten Person Hinweise auf die brasilianische Virus-Mutation. Die AGES hat diesen Verdacht mittels Ganzgenom-Sequenzierung nun bestätigt.

Das berichten die Salzburger Nachrichten am Montag. Der Fall konnte gut eingegrenzt werden und es sind keine weiteren Verdachtsfälle aufgetreten. Um Virusvarianten bestmöglich entgegenzutreten, wird die Quarantäne für positiv getestete Personen von zehn auf 14 Tage erweitert, berichtet das Land Salzburg in einer Aussendung.

Infektion liegt bereits Wochen zurück

Die Infektion des Mannes aus der Stadt Salzburg liegt schon etliche Wochen zurück. Beim ersten PCR-Test, bei dem das Virus festgestellt worden war, wurde die Mutation noch gar nicht festgestellt. Erst als sich der Infizierte gegen Ende der verordneten Quarantäne erneut testen ließ, sei die Mutante entdeckt worden, sagte der Sprecher des Landes Salzburg, Franz Wieser, zur APA.

Infizierter war nicht im Ausland

Wo sich der Salzburger angesteckt hat, konnte nicht geklärt werden. "Er war weder im Urlaub noch sonst auswärts unterwegs", so Wieser. Auf jeden Fall sei seine Absonderung verlängert worden, auch für seine Kontaktpersonen sei die Isolierung angeordnet worden. Daher seien auch keine weiteren Verdachtsfälle aufgetreten.

Dritte Variante der brasilianischen Mutation

Laut Wieser handelt es sich im vorliegenden Fall um eine dritte Variante der brasilianischen Mutation, bei der auch die Mutante mit der Bezeichnung E484K vorhanden ist. Und gerade diese stehe im Verdacht, die Immunabwehr des Körpers stark zu beeinträchtigen. Anzunehmen sei, dass die vorliegende Mutation deshalb erst jetzt entdeckt worden ist, weil Anfang Februar das Mutations-Screening umgestellt worden sei: Bis dahin hätten drei bestimmte Komponenten gleichzeitig vorhanden sein müssen, um als brasilianische Mutation erkannt zu werden, danach habe man nach allen Komponenten einzeln gesucht. Und beim nun bestätigten Fall fehle die Mutante N501NY.

Schnellere Ergebnisse ab Mitte März

Den Salzburger Gesundheitsbehörden wurde bisher ein Fall der brasilianischen Virusvariante P.2 bestätigt. Von der südafrikanischen Variante wurde bisher ein Fall bestätigt. Rund 80 Prozent aller positiven Fälle fallen inzwischen auf die britische Variante. Ab Mitte März soll im Uniklinikum Salzburg voraussichtlich eine Ganzgenom-Sequenzierung möglich sein. Das soll schnellere Ergebnisse ermöglichen.

Mustafa: „Erneute Ansteckung möglich“

Die Untersuchungen der AGES haben die aus Brasilien stammende Virus-Mutante P.2 bestätigt, einen ersten Verdacht dafür konnten wir bereits über eine mutationsspezifische PCR-Testung im Labor nachweisen. „Auch nach einer durchgemachten Infektion gibt es bei dieser Variante die Möglichkeit, sich noch einmal anzustecken. Noch nicht ausreichend geklärt ist zudem, wie wirksam die verschiedenen Impfstoffe in Bezug auf diese Mutationen sind“, betont Hans Georg Mustafa vom Labor medilab.

Juhasz: „Notwendige Vorsichtsmaßnahmen“

Während der Fall der brasilianischen Mutante gut eingegrenzt werden konnte, ist der Anteil der britischen Variante mittlerweile stark gewachsen, das hat auch Änderungen für die Gesundheitsbehörden zur Folge. „Derzeit weisen rund 80 Prozent der positiv getesteten Personen Merkmale der britischen Variante auf. Deshalb haben wir in Abstimmung mit dem Gesundheitsministerium die Quarantäne als notwendige Vorsichtsmaßnahme wieder von zehn auf 14 Tage erhöht“, so Landessanitätsdirektorin Petra Juhasz. Nach zehn Tagen ist ein „Freitesten“ und eine Beendigung der Quarantäne möglich, wenn keine Symptome mehr vorhanden sind und eine Ansteckung nicht mehr möglich ist. Die Entscheidung trifft die Gesundheitsbehörde.

Engmaschiges Contact Tracing

  • Die Quarantäne für positiv getestete Personen wird von zehn auf 14 Tage erweitert.
  • Die Verdachtsfälle auf Corona-Mutationen werden von den Gesundheitsbehörden der Bezirkshauptmannschaften mit Priorität behandelt.
  • Die Behörden überwachen die Quarantäne streng.
  • Entlassung aus der Quarantäne ist nur mit negativem PCR-Test möglich.
  • Öffentliche Aufrufe, um alle Kontaktpersonen (K1 und K2) zu finden und zu testen, falls sich die Indexperson im öffentlichen Raum aufgehalten hat.
  • Verstärkte Information der Bevölkerung über das Gefahrenpotenzial der Virusvarianten.
  • Gezielte Voruntersuchung aller positiven PCR-Tests auf Mutationen durch die Partnerlabore des Landes. Ob ein Verdacht auf eine Mutation besteht, oder nicht, steht innerhalb von 48 Stunden fest.
  • Ganzgenomsequenzierung der verdächtigen Proben durch die AGES in Wien.
  • Alle Kontaktpersonen der Kategorie 1 (enge Kontakte) werden wie gewohnt mittels PCR-Methode getestet.
  • Alle Kontaktpersonen der Kategorie 1 (enge Kontakte) - auch wenn vorerst kein Verdacht auf Mutation vorliegt - werden automatisch ab dem fünften Tag nach dem positiven PCR-Test der Indexperson erneut auf Covid-19 getestet.
  • Kontaktpersonen der Kategorie 2 von Mutations-Verdachtsfällen werden ab dem fünften Tag einem PCR-Test unterzogen.
  • Haushaltsangehörige von Kontaktpersonen 1 werden angehalten, außerhalb des Haushalts eine FFP2-Maske tragen.
  • Das Contact Tracing wurde in Salzburg auf die Mutationen abgestimmt. Nach wie vor sind die Teams in den Bezirkshauptmannschaften, das zentrale Team des Covid Boards, die Soldaten des Bundesheeres sowie die Contact Tracer in den Gemeinden flexibel je nach Aufkommen der Fälle oder Cluster einsetzbar.
(Quelle: SALZBURG24/APA)

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