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Hochsaison für Brände

Wann die Versicherung beim Feuer-Schaden aussteigt

Christbäume und Adventkränze brennen rasch nieder

Brennende Kerzen, rauchende Adventkränze oder ein Christbaum in Flammen – das stimmig geschmückte Weihnachtsfest kann durch Unachtsamkeit rasch zur Katastrophe werden. Wir zeigen auf, wann die Versicherung greift bzw. wann man vom Versicherungsschutz ausgeschlossen ist.

Mit den Adventsonntagen hat für viele Salzburgerinnen und Salzburger die weihnachtliche Zeit begonnen. Doch wenn der Christbaum plötzlich brennt, ist der Schaden in der Wohnung oder im Haus meist groß.

Hochsaison für Wohnungsbrände

Die Advent- und Weihnachtszeit ist Hochsaison für Wohnungsbrände. Allein bei der Generali Versicherung werden jährlich mehr als 150 Brände durch offenes Licht und Feuer, unter anderem durch Adventkränze, Kerzen und Christbäume, gezählt. "Die meisten Brände sind vermeidbar", erklärt Christoph Zauner, Leiter Retail und Corporate der Generali Versicherung, auf SALZBURG24-Nachfrage. "Doch die Zahl der Toten und Verletzten und die hohen Schadensummen der letzten Jahre zeigen, wie sehr die Gefahr des Feuers in den eigenen vier Wänden unterschätzt wird."

Gefährliche Brandursachen

Ausgetrocknete Adventkränze und Christbäume können binnen Sekunden die Existenz vieler Menschen bedrohen. Laut Angaben der Uniqa-Versicherung zählen Teelichter, Kerzen und andere Arten des offenen Lichts bzw. Feuers zu den Brandursachen Nummer eins. Innerhalb nur weniger Sekunden kann ein Christbaum in Vollbrand stehen. Und dann dauert es nicht mehr lange, bis die Wohnung lichterloh brennt. Die durchschnittliche Schadensumme dieser Zündquellen betrage österreichweit 45,5 Millionen Euro pro Jahr. 

Versicherung deckt Feuer-Schäden

Erst am Marienfeiertag rückte die Feuerwehr in Bad Reichenhall wegen eines brennenden Adventgestecks aus (wir haben berichtet). Doch wann greift die Versicherung und wann steigt sie aus? "Im Fall der Fälle deckt eine Eigenheim- und Haushaltversicherung Schäden durch Feuer", zeigt Zauner von der Generali Versicherung auf. 

Bad Reichenhall, Zimmerbrand, Feuerwehr, Brand, BRK BGL
Vermeintlichen Brand-Alarm gab es in der Früh in Bad Reichenhall.

Adventgesteck löst Brand-Einsatz aus

Zu einem vermeintlichen Zimmerband wurden die Einsatzkräfte heute Früh im benachbarten Bad Reichenhall (Lkr. BGL) gerufen. Ein Adventgesteck dürfte in Brand geraten sein.

Für den Abschluss einer Haushaltsversicherung besteht zwar keine gesetzliche Verpflichtung, sie wird aber von Konsumentenschützern empfohlen. Sie deckt zumeist Schäden am Hausrat ab, die durch Feuer, Sturm, Leitungswasser, Einbruch entstehen und – falls versichert – auch Glasbruch. Zusätzlich enthalten sind üblicherweise auch eine Privathaftpflichtversicherung, die vor Haftungen des täglichen Lebens schützt, die existenzbedrohend sein können, beispielsweise nach einem verschuldeten Ski- oder Fahrradunfall.

Ausnahmen bei fahrlässigem Handeln

Vom Versicherungsschutz ausgeschlossen sind grob fahrlässig verursachte Schäden, wenn etwa brennende Kerzen unbeaufsichtigt stehen gelassen werden. Ist es zu einem Wohnungsbrand gekommen, müssen die Versicherung und der Vermieter bzw. die Hausverwaltung umgehend informiert werden. Vor einer Schadenbehebung muss eine sachverständige Begutachtung erfolgen.

Damit ein Schaden durch eine Haushaltsversicherung abgedeckt wird, müssen gewisse Voraussetzungen erfüllt werden. Wie die Arbeiterkammer (AK) informiert, zahlt die Versicherung nur dann, wenn der Schaden durch ein im Haushalt lebendes Familienmitglied verursacht wird. Bei einer Wohngemeinschaft muss die Person in diese Versicherung einbezogen sein. Wird der Brand von jemand anderem verursacht, dann übernimmt die eigene Versicherung keine Deckung. Verfügt diese Person über eine Haushaltsversicherung, ist der Schaden durch diese zu ersetzen.

SB: WOhnung, Miete Bilderbox
(SYMBOLBILD)

Große Unterschiede bei Heim-Versicherungen

Große Unterschiede gibt es bei Prämien, Versicherungssummen und Leistungen bei Eigenheim- und Haushaltsversicherungen. Das zeigt eine Analyse der Arbeiterkammer von 15 Versicherern.

Die AK rät außerdem, nach Rabatten zu fragen sowie die passende Versicherungssumme zu wählen, damit man nicht über- oder unterversichert ist. Empfohlen wird auch, die Polizze regelmäßig darauf zu prüfen, ob sich die versicherten Werte geändert haben. Die Konsumentenschützer weisen zudem darauf hin, dass die jährliche Zahlung der Versicherungsprämie billiger ist.

Wichtige Tipps zur Brandverhütung

  • Brennende Kerzen niemals unbeaufsichtigt lassen.
  • Adventkränze und Christbäume feucht halten (mit Wasser besprühen) und trockene Zweige regelmäßig austauschen.
  • Leicht entzündliche Gegenstände im Umfeld des Adventkranzes entfernen.
  • Den Christbaum möglichst kühl lagern, um vor dem Austrocknen zu schützen. Bäume und Kränze nicht neben der Heizung oder anderen Wärmequellen aufstellen.
  • Achtet darauf, dass der Christbaum standsicher aufgestellt ist.
  • Adventkränze und Teelichter auf feuerfeste Unterlagen stellen (Keramik oder Glas), Christbaumkerzen in nicht brennbare Kerzenhalter stecken. Besonders gefährlich sind Papierschmuck oder Strohsterne. Abstand zu anderen Zweigen, brennbaren Weihnachtsschmuck und zum Vorhang beachten.
  • Spitz- und Wunderkerzen immer frei hängend am Christbaum anbringen. Wenn dieses beim Abbrennen mit trockenem Reisig oder Papier in Berührung, herrscht höchste Brandgefahr.
  • Kerzen auf dem Christbaum immer von oben nach unten entzünden – und in umgekehrter Reihenfolge löschen, um nicht mit der Kleidung in das Feuer zu geraten.
  • Kerzen nicht in die Zugluft eines Fensters oder einer Tür stellen.
  • Keinesfalls Christbaumschnee aus Spraydosen aus benutzen, wenn die Kerzen bereits brennen. Das Spray ist hoch entzündlich, auch der Kunstschnee kann brennbar sein.
  • Kinder über die Gefahren von offenem Feuer aufklären, Feuerquellen fernab von Kinderhänden aufbewahren.
  • LED-Christbaumkerzen und Lichterketten sind eine sicherere Alternativen zu Kerzen aus herkömmlichen Wachs.
  • Rauchmelder können Leben retten; Löschmittel parat halten (Decke, Feuerlöscher, Wassereimer).
  • Beim Brand: Feuerwehr unter 122 alarmieren, bevor eigene Löschversuche unternommen werden (Europäischer Notruf: 112).
(Quelle: SALZBURG24)

Große Unterschiede bei Heim-Versicherungen

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Große Unterschiede gibt es bei Prämien, Versicherungssummen und Leistungen bei Eigenheim- und Haushaltsversicherungen. Das zeigt eine Analyse der Arbeiterkammer von 15 Versicherern.

Die Unternehmen bieten auch verschiedene "Pakete" an – vom Basis- bis zum Exklusivschutz. Mit Selbstbehalt ist die Prämie günstiger. Die AK-Konsumentenschützer raten zum Einholen mehrerer Angebote.

Wie ihr Geld sparen könnt

"Vergleichen macht sicher. Bei einem Reihenhaus mit 80 Quadratmetern können sich KonsumentInnen bei der Eigenheimversicherungsprämie langfristig einige tausend Euro sparen", so AK-Konsumentenschützerin Michaela Kollmann am Mittwoch in einer Pressemitteilung. Umgelegt auf eine häufig angebotene zehnjährige Laufzeit sparen sich die Konsumenten laut AK-Test bis zu 5.892,50 Euro, wenn man die niedrigste und höchste Jahresprämie vergleicht. Wesentlicher Punkt sei, zu überlegen, was man absichern will – ob es beispielsweise besondere Risiken puncto Einbruchsdiebstahl oder Sturmschäden gibt oder was der Wert von Eigenheim und Hausrat ist.

Unterschiede bei Versicherungen

Für ein 80 Quadratmeter großes Reihenhaus hat die AK-Analyse für Angebote ohne Selbstbehalt folgende Bandbreiten ergeben: Die Jahresprämie lag zwischen rund 380 und 970 Euro. Bei der Versicherungssumme für das Gebäude waren es 231.045 bis 486.069 Euro und bei der Versicherungssumme für den Hausrat 101.298 bis 193.088. Euro. Tarife mit Selbstbehalt sind günstiger als die Tarife ohne Selbstbehalt – die Ersparnis beträgt zwischen knapp 8 und 23 Prozent.

Die kombinierte Eigenheim- und Haushaltsversicherung umfasst eine Gebäudeversicherung, die Schäden am Haus abdeckt, und eine darin inkludierte Hausratsversicherung für Schäden am Wohnungsinhalt.

Polizze regelmäßig prüfen

Die AK rät außerdem, nach Rabatten zu fragen sowie die passende Versicherungssumme zu wählen, damit man nicht über- oder unterversichert ist. Empfohlen wird auch, die Polizze regelmäßig darauf zu prüfen, ob sich die versicherten Werte geändert haben. Die Konsumentenschützer weisen zudem darauf hin, dass die jährliche Zahlung der Versicherungsprämie billiger ist.

Für Analyse haben Scienta Versicherungsmakler im Auftrag der AK 16 Versicherungsunternehmen unter die Lupe genommen und die Preise und Leistungen für eine kombinierte Eigenheim- und Hausratsversicherung verglichen.

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