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Deutlich ansteckender

Was die Virus-Mutation für Salzburg bedeutet

Spitäler und Contact-Tracing gefordert

Die britische Mutation des Coronavirus ist auch in Salzburg angekommen. Uta Hoppe, die Leiterin des medizinischen Expertengremiums, erklärt, was das für das Contact-Tracing und die Spitäler des Landes bedeutet.

Allen voran appelliert Landessanitätsdirektorin Petra Juhasz: „Die Infektionszahlen sinken derzeit endlich wieder merklich, die 7-Tages-Inzidenz fällt erstmals seit Mitte Oktober unter 200. Diese positive Entwicklung dürfen wir jetzt aber nicht leichtfertig aufs Spiel setzen. Auch gegen die neue Virusvariante kann man sich am besten mit den bereits bekannten Hygienemaßnahmen wappnen. Die FFP2-Maske hat dabei den Vorteil, dass sie auch den Träger selber vor einer Infektion schützt, das ist angesichts dieser neuen Tatsachen sicher wichtig.“

Britische Mutation deutlich ansteckender

„Wir haben es schon länger vermutet und seit gestern Montag liegen nun Belege vor, dass die britische Virus-Mutation in Salzburg angekommen ist. Sie wurde bei zwei Patienten bestätigt und im Abwasser im Pongau und Tennengau nachgewiesen“, so Petra Juhasz. Das bedeutet natürlich neue Umstände, wie in den kommenden Wochen und Monaten vorzugehen ist.

Salzburgs Spitäler folgen weiter dem Stufenplan, je nach Zahl der Infektionen und zu behandelnden Patienten, allerdings bereitet die Virus-Mutation auch den Ärzten Kopfzerbrechen. Uta Hoppe, Leiterin des medizinischen Expertengremiums, beobachtet die aktuelle Entwicklung mit Sorge und Wachsamkeit: „Wir wissen nicht genau, wie sehr der Lockdown die Ausbreitung des Virus angesichts der ansteckenderen Variante abschwächen kann. Jedenfalls rechnen wir mit mehr Patienten, die im Spital mit Covid-19 behandelt werden müssen“, so Hoppe. Erst eine breite Durchimpfung wird laut Hoppe eine echte Entspannung für die Krankenhäuser bringen. „Jeder einzelne der geimpft ist, ist ein Gewinn, das sehen wir auch an den Zahlen der Spitäler in Israel, wo schon sehr viele Menschen geimpft wurden“, betont die Ärztin.

Hart treffen kann es nicht nur ältere Menschen, wie Hoppe betont: „Ich erlebe auf der Covid-Station das gesamte Altersspektrum, mit und ohne Vorerkrankungen, die schwer an Covid-19 erkranken und von denen sehr viele an Langzeitfolgen leiden. Darunter sind Menschen um die 50 Jahre ebenso wie ganz junge Leistungssportler, die jetzt keinen Leistungssport mehr betreiben können. Deshalb mein Appell: Verwenden sie so oft es geht FFP2-Masken, denn damit schützen sie nicht nur andere, sondern auch sich selbst.“

Contact-Tracing wird umfangreicher

„Das wichtigste ist, dass wir uns von den derzeit rückläufigen Zahlen nicht täuschen lassen“, sagt der Leiter des Katastrophenschutzes Markus Kurcz. „Wir behalten angesichts der ansteckenderen Variante die Anzahl an Mitarbeitern im Contact-Tracing aufrecht und im Training. Derzeit können Bezirkshauptmannschaften, Gemeinden und das zentrale Team des Landes 400 bis 600 Durchschnittsfälle pro Tag abarbeiten“, so Kurcz. Er rechnet aufgrund der Virus-Mutation mit vielen neuen Fällen. Mit Hilfe der kostenlosen Schnelltest-Stationen werden darüber hinaus zahlreiche mit Covid-19 infizierte entdeckt, die keine Symptome haben. „Auch hier müssen die Kontakte wie gewohnt nachvollzogen und damit die Ausbreitung des Virus effizient eingedämmt werden. Das alles bedeutet keine Entspannung der Lage, eher das Gegenteil“, sagt Markus Kurcz.

(Quelle: SALZBURG24)

Britische Corona-Mutation in Salzburg entdeckt

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17 Prozent der analysierten positiven Fälle waren von der Mutation betroffen. (SYMBOLBILD)

Zwei Fälle der britischen Virus-Variante sind in Salzburg nachgewiesen worden. Auch im Abwasser wurden Reste des Coronavirus gefunden.

Landessanitätsdirektorin Petra Juhasz bestätigt in einer Aussendung vom Land Salzburg, dass bei zwei Patienten die Virus-Mutation anhand einer DNA-Sequenzierung nachgewiesen wurde. 

Hinweise auf britische Corona-Mutation in Abwasser

Darüber hinaus ergaben auch Abwasseranalysen bei den Reinhalteverbänden Salzach-Pongau und Tennengau-Süd Hinweise auf die neue Variante. „Experten gehen davon aus, dass die neue Variante des Virus 50 Prozent ansteckender ist. Dem können wir nur mit dem Einhalten der Maßnahmen, wie viel Abstand und dem Tragen von FFP2-Masken etwas entgegen setzten“, betont Juhasz.

Zwei Verdachtsfälle in Salzburg bestätigt

17 Virus-Proben aus Salzburg wurden zur Österreichischen Agentur für Ernährungssicherheit (AGES) geschickt, um diese auf die Corona-Virus-Variante B 1.1.7. zu überprüfen. „Bei zwei davon hat sich der Verdacht bestätigt. Die britische Corona-Mutation ist also auch in Salzburg angekommen. Weitere Proben, vor allem aus dem Raum Pongau werden jetzt verstärkt zur Sequenzierung nach Wien geschickt“, sagt Landessanitätsdirektorin Petra Juhasz.

Wie die AGES heute der Landessanitätsdirektion mitgeteilt hat, konnten im Rahmen von regelmäßig laufenden Abwasseruntersuchungen Reste des Corona-Virus bei Proben vom 27. Dezember 2020 und 3. Jänner 2021 nachgewiesen werden. In der Kläranlage des Reinhalteverbands Salzach-Pongau waren es am 27. Dezember 16,11 Prozent und am 3. Jänner 2021, also binnen einer Woche, 54,82 Prozent. Beim Reinhalteverband Tennengau-Süd konnte bei 1,03 Prozent der Virenreste die neue Variante bestätigt werden.

FFP2-Masken essenziell

Landessanitätsdirektorin Petra Juhasz ist angesichts der Virus-Mutation, die um 50 Prozent ansteckender ist, sehr besorgt. „Das Einhalten der Hygieneregeln ist jetzt wichtiger denn je. Darüber hinaus sollten wir ab sofort zwei anstatt einem Meter Abstand halten und den Mund-Nasen-Schutz wo immer und wann immer möglich durch eine FFP2-Maske ersetzen, diese kann auch mich selber gegen Ansteckung schützen, ist daher das Gebot der Stunde. Die Virus-Mutation ist deutlich ansteckender und das erfordert auch größere Vorsicht im Alltag“, betont Petra Juhasz und sie fügt hinzu: „Ich weiß, das geht allen schon auf die Nerven, aber wir Mediziner und alle Experten warnen aus gutem Grund vor dieser neuen Virus-Variante. Wir dürfen ihr so wenig Chance wie möglich zur Verbreitung geben -gemeinsam!“

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