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Krankenstandstage

Burn-Out und Co machen 7.685 Salzburger krank

Länger krank bei psychischen Problemen

Burn-out AFP PHOTO / KENZO TRIBOUILLARD/SYMBOLBILD
Burn-Out ist in Salzburg für mehr als ein zehntel aller Krankenstandstage verantwortlich. (SYMBOLBILD)

Die Krankenstandstage aufgrund von psychischen Problemen und Verhaltensstörungen nehmen zu – im Bundesland Salzburg addierten sie sich 2017 laut Arbeiterkammer Salzburg (AK) auf 270.220 Tage von 7.685 Personen. Das sind immerhin 12 Prozent aller Krankenstandstage.

Zudem sind psychisch kranke Salzburgerinnen und Salzburger länger im Krankenstand. 35 Tage bei psychischen Erkrankungen im Vergleich zu zehn Tagen bei anderen Erkrankungen.

 

Monatelange Krankenstände

Die AK berichtet von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, die bereits seit Jahren über ihre Kräfte hinaus gearbeitet hätten, bis sie sich Hilfe suchen. Es beginnt mit immer öfter auftretenden, am Anfang noch vergleichsweise kurzen Krankenständen zwischen intensiven Arbeitsphasen. Bis irgendwann nichts mehr geht und die Betroffenen für Monate ausfallen. Immerhin 12 Prozent aller Krankenstandstage werden psychischen Erkrankungen zugerechnet. Wobei aufgrund der oft diffusen gesundheitlichen Beschwerden, wie Verdauungsstörungen, Übelkeit, Schwindel, Herzrasen, Atemnot, chronische Kopf- oder Rückenschmerzen, die Dunkelziffer durchaus höher sein dürfte. Zur belastenden Situation im Arbeitsalltag hat die Bundesarbeitskammer in einer Studie auch Salzburger Zahlen erhoben:

  • 36 Prozent gaben an sich manchmal bereits vor Beginn des Arbeitstags erschöpft zu fühlen. 15 Prozent sogar eher bis sehr oft.
  • 32 Prozent der befragten Salzburgerinnen und Salzburger gaben an, dass sie sich zumindest manchmal durch die Arbeit ausgebrannt fühlen. 12 Prozent sogar eher bis sehr oft.
  • 40 Prozent gaben an, sich zumindest manchmal am Ende eines Arbeitstags verbraucht zu fühlen. 17 Prozent sogar eher bis sehr oft.
  • 39 Prozent gaben an, dass ihnen nach der Arbeit wenig Energie für Dinge blieb, die zu Hause erledigt werden müssen.
  • Fünf Prozent gaben an, sich täglich erschöpft und matt zu fühlen. 12 Prozent etwa drei Mal in der Woche, 28 Prozent etwa ein Mal in der Woche.

Burn-Out durch wechselnde Arbeitszeiten

„Studien zeigen, dass eine Wochenarbeitszeit über 40 Stunden und auch wechselnde Arbeitszeitstrukturen stark negative Auswirkungen auf die Betroffenen haben können“, erklärt AK-Arbeitspsychologin Karin Hagenauer. Damit es gar nicht erst zum Burn-out kommt, braucht es aus ihrer Sicht eine Reduktion häufig wechselnder Arbeitszeiten bzw. einen angemessenen Ausgleich mit ausreichenden Regenerationsphasen.

WHO: Burn-Out als Folge von Arbeitsstress

Auch, wenn der Beschluss der aktuellen Fassung noch aussteht, zeigt sich Hagenauer erfreut, dass die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in einer Aktualisierung ihre Klassifikation der Krankheiten (ICD-11) das Burn-out ganz klar als Folge von Arbeitsstress klassifiziert und dieses ausschließlich auf den beruflichen Kontext bezieht. „Die WHO widerlegt die Behauptung der Wirtschaft, dass viele Menschen durch ungesundes Freizeitverhalten ihr Burn-out selbst verursachen, eindeutig“, betont Hagenauer.

Zur Bekämpfung zunehmender Burn-out-Erkrankungen sieht AK-Präsident und ÖGB-Landesvorsitzender Peter Eder die Dienstgeber in der Pflicht. Diese seien aufgerufen für Arbeitsbedingungen zu sorgen, die nicht krank machen. „Abgesehen vom menschlichen Leid gehen diese Krankenstandstage zu Lasten der Wirtschaft. Es müsste daher im Interesse der Arbeitgeber liegen, für Arbeitsbedingungen zu sorgen, die nicht krank machen. Dazu gehören geregelte Arbeitszeiten, die 40 Stunden nicht übersteigen sollten, und ausreichend Ruhephasen“, sagt AK-Präsident und ÖGB-Landesvorsitzender Peter Eder.

(Quelle: APA)

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