Jetzt Live
Startseite Salzburg
Sex mit Zwölfjähriger

Haftstrafe für 16-Jährigen

Schon viertes Mal vor Richter

Justizgebäude_Landesgericht (1).jpg SALZBURG24/Wurzer
Der 16-Jährige ist heuer bereits drei Mal vor Gericht verurteilt worden. (SYMBOLBILD)

Ein 16-jähriger Salzburger, der laut Anklage im Alter von 15 Jahren am 23. März 2019 Sex mit einer Zwölfjährigen hatte, ist am Montag bei einem Prozess am Landesgericht Salzburg wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Unmündigen und wegen Nötigung zu eine teilbedingten Haftstrafe von 15 Monaten, davon fünf Monate unbedingt, verurteilt worden. Das Urteil ist bereits rechtskräftig.

Salzburg

"Haben Sie schon davon gehört, dass es Regeln gibt, ab wann man mit jemanden Sex haben darf", fragte der Vorsitzende des Schöffensenates, Richter Thomas Tovilo-Moik. "Gehört schon. Ich habe nicht gewusst, wie alt sie war", antwortete der Angeklagte. "Meine Freunde sagten zu mir, sie ist 15 oder 16 Jahre alt. Ich verlasse mich auf meine Freunde." Seine Freundin habe ihm nicht mitgeteilt, wie alt sie sei, sagte der Salzburger. Der Geschlechtsverkehr soll einvernehmlich gewesen sein.

Angeklagter: "Hatte keinen guten Tag"

Der Staatsanwalt konfrontierte den Burschen noch mit einer Anzeige von dessen Halbschwester. Er habe am 27. März in einem Telefonat mit seiner anderen Schwester gedroht, er werde sie und seine Freundin umbringen, wenn die beiden eine Beziehung eingehen würden. "Das war nicht ernst gemeint. Ich hatte damals keinen guten Tag. Meine Halbschwester weiß nicht, dass meine Schwester und ich regelmäßig so miteinander reden", rechtfertigte sich der 16-Jährige.

Noch ein Vorwurf: Drohung mit Messer

Der dritte Vorwurf betraf einen Vorfall im Oktober 2019. Der Salzburger soll einem Freund mit einem Messer gedroht haben, er werde ihn abstechen, sollte er noch einmal seine (aktuelle) Freundin angreifen. Zeugen belasteten im Ermittlungsverfahren den Angeklagten. Dieser erklärte beim Prozess, er habe das Messer nur "herausgetan", es aber dann weggeschmissen. Der Staatsanwalt reagiert verärgert und forderte ihn auf, "keinen Blödsinn zu reden" und die Wahrheit zu sagen. Nach einem Gespräch mit seiner Verteidigerin meinte der Bursch, vielleicht treffe es eher zu, was die Zeugen aussagten, "ich kann mich schwer erinnern".

Viertes Mal vor Gericht in einem Jahr

Der Vorsitzende gab zu bedenken, dass der Salzburger in diesem Jahr bereits dreimal am Landesgericht Salzburg verurteilt worden war (wegen versuchter schwerer Körperverletzung, Körperverletzung, Nötigung und Sachbeschädigung, Anm.) und nun bereits zum vierten Mal vor Gericht steht. "Was muss passieren, damit das aufhört?" Dazu der Angeklagte: "Meine Freunde sind das Problem. Ich lass mich zu schnell anstiften. Ich muss den Kontakt zu ihnen abbrechen, so schmerzhaft das ist, mit Hilfe meiner Eltern."

Der Salzburger wurde laut Gerichtssprecher Peter Egger anklagekonform verurteilt, wobei der Schöffensenat die angeklagte schwere Nötigung als Nötigung nach Paragraf 105 StGB und somit nicht als schwere Nötigung gewertet hatte. Die Strafe wurde als Zusatzstrafe zu einem Urteil vom 6. Oktober 2019 wegen Körperverletzung verhängt.

(Quelle: APA)

Aufgerufen am 13.04.2021 um 03:27 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/bursch-16-wegen-missbrauchs-vor-gericht-79749289

Kommentare

Mehr zum Thema