Jetzt Live
Startseite Salzburg
Salzburg

Campingplatz für Sinti und Roma in Salzburg soll Konflikte lösen

Ein Campingplatz soll nun zur Konfliktlösung für Sinti und Roma in Salzburg geschaffen werden. Die Volksgruppe bevölkerte zuvor mit Wohnwagengespannen den Parkplatz und eine Wiese beim Schwimmbad Bergheim (Flachgau).

Anfang Juni haben Sinti und Roma mit 30 Wohnwagengespannen den Parkplatz und eine Wiese beim Schwimmbad Bergheim im Salzburger Flachgau bevölkert. Um die Probleme wegen der Verschmutzung und Verparkung von Stellflächen in den Griff zu bekommen, initiierte der Kommandant der Polizeiinspektion Bergheim, Helmut Naderer, am vergangenen Dienstag einen Krisengipfel. Das Ergebnis: Mittelfristig soll ein Campierplatz für die Volksgruppe im Flachgau oder Tennengau geschaffen werden.

Massive Beschwerden seitens der Bevölkerung

Den Vorschlag eines eigenen Campingplatzes unterbreitete Rosa Martl vom Verein "Ketani für Sinti und Roma" in Linz. "Solange ein solcher Platz nicht zur Verfügung steht, wird es immer Probleme geben." Solche Durchreiseplätze gäbe es bereits in Linz und Braunau. In Innsbruck, Wels und St. Pölten würden derzeit Gespräche geführt, um Plätze zu schaffen, sagte Martl.

Im Juni habe es in Bergheim massive Beschwerden seitens der Bevölkerung gegeben, schilderte Naderer. Beim nächsten Konflikt sollen deshalb Mitarbeiter des Vereins "Ketani" als Mediatoren auftreten, um eine Eskalation zu vermeiden. Nun müsse die Politik entscheiden, wann und in welchem Salzburger Bezirk der Campingplatz errichtet wird, erklärte Naderer. Ähnliche Probleme mit campierenden Sinti und Roma gebe es auch in Puch im Salzburger Tennengau und in der Stadt Salzburg.

Parkplatz mit Fäkalien, Toilettenpapier und Müll verschmutzt

Bei dem Krisengespräch sei vereinbart worden, dass die Bezirkshauptmannschaft Salzburg-Umgebung auf Anforderung der Polizeiinspektion Bergheim einen Strafreferenten vor Ort schicke, der sofort ein Verwaltungsstrafverfahren einleiten und abschließen könne. "Er schreibt auf seinem Laptop eine Strafverfügung. Wenn derjenige nicht zahlt, kann er ihn ins Polizeigefängnis mitnehmen", veranschaulichte der Polizist.

In einem Umkreis von 300 Metern sei die Umgebung des Parkplatzes in Bergheim in jenen fünf Tagen Ende Mai, Anfang Juni mit Fäkalien, Toilettenpapier und Müll verschmutzt worden. "Wildes Campieren" ist in Bergheim zwar ortspolizeilich verboten, doch der Bürgermeister könne mangels rechtlicher Grundlagen die Gemeindeverordnung nicht exekutieren, erläuterte Naderer, der selbst Vizebürgermeister in Seekirchen (Flachgau) ist. Nicht nur der Bürgermeister von Bergheim, sondern auch ein Vertreter der Bezirkshauptmannschaft Salzburg-Umgebung sei bei dem Krisengespräch anwesend gewesen. Dieser werde den Aktenvermerk über das Gespräch an das Büro von Landeshauptfrau Gabi Burgstaller (S) weiterleiten, sagte der Polizist.

(APA)

(Quelle: S24)

Whatsapp

Aufgerufen am 16.10.2019 um 01:26 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/campingplatz-fuer-sinti-und-roma-in-salzburg-soll-konflikte-loesen-59250382

Kommentare

Mehr zum Thema