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Nach starkem Anstieg

"Ferieneffekt" dürfte Corona-Zahlen abschwächen

Verdoppelung bei Intensivpatient:innen erwartet

Coronavirus APA/BARBARA GINDL
Das Coronavirus war zuletzt wieder auf dem Vormarsch (SYMBOLBILD).

Die Corona-Infektionszahlen hatten in den letzten Wochen wieder deutlich zugelegt, der Zuwachs durch die BA.4/BA.5-Varianten in Österreich wird aber in den nächsten sieben Tagen geringer als zuvor ausfallen. Die Abschwächung erkläre sich laut Covid-Prognosekonsortium durch Änderungen im Kontakt- und Testverhalten seit Beginn der Schulferien im Osten, was die Modellrechner in dem Mittwochs-Update als "Ferieneffekt" zusammenfassen.

Bei dieser Zahl der Fallprognose für den kommenden Mittwoch handelt es sich jedoch wie immer um einen Mittelwert, der laut den Experten von TU Wien, MedUni Wien und Gesundheit Österreich GmbH (GÖG) nur in Zusammenhang mit der Schwankungsbreite aussagekräftig ist. Innerhalb eines 68-prozentigen Konfidenzintervalls wird eine Sieben-Tage-Inzidenz im Bereich von 880 bis 1.500 Fällen je 100.000 Einwohner erwartet. Mit einer Wahrscheinlichkeit von 2,5 Prozent ist auch ein Wert über 1.900 oder unter 640 möglich.

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(SYMBOLBILD)

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Die geringste Inzidenz wird in Kärnten (620 bis 1.000 Fälle) und die höchste in Wien (1.400 bis 2.200) prognostiziert. Aktuell liegt die österreichweite Sieben-Tage-Inzidenz bei rund 800 Fällen. Insbesondere in der Altersgruppe der Fünf- bis 14-Jährigen und speziell in den Bundesländern Wien und Niederösterreich wurde in den vergangenen Tagen die deutlichste Abflachung der Infektionskurven beobachtet, berichteten die Forscher in ihrer wöchentlichen Prognose im Auftrag des Gesundheitsministeriums.

Wieder mehr Corona-Patient:innen in Spitälern

Die als "Ferieneffekt" zusammengefassten Auswirkungen beinhalten die Schließung der Schulen und die verstärkten urlaubsbedingten Abwesenheiten an Arbeitsplätzen sowie reduzierte Freizeitkontakte. "Auch eine geringere Bereitschaft sich testen zu lassen (die möglicherweise auch bereits vor Beginn der eigentlichen Ferien einsetzt) kann nicht ausgeschlossen werden", heißt es in dem Update.

Die zwei Wochen in die Zukunft reichende Prognose für den Spitalsbelag geht von einem deutlichen Zuwachs von 926 Patient:innenn am (gestrigen) Dienstag auf im Mittelwert 1.650 Betroffene am 20. Juli aus. Als Schwankungsbreite werden 1.178 bis 1.650 Personen angegeben. Auf den Intensivstationen könnten sich die Belagszahlen von 56 auf 75 bis 129 Schwerstkranke in etwa verdoppeln (Mittelwert 98). Wegen der niedrigen Belagszahlen können jedoch übliche wochentagsbedingte Schwankungen zu hohen relativen Abweichungen führen, betonten die Prognoseexperten.

Zurückhaltung bei Variante BA.2.75

Eine weitere Sublinie der Corona-Variante Omikron namens BA.2.75 wird von einem Experten für Virusevolution noch mit Zurückhaltung gesehen. Sie habe zwar eine Reihe von relevanten Mutationen, sei aber bislang sehr selten und hauptsächlich in Indien beobachtet worden, teilte Richard Neher vom Biozentrum der Universität Basel mit. "Es ist durchaus möglich, dass BA.2.75 eine global erfolgreiche Variante wird, es ist aber zu früh, dies mit Sicherheit zu sagen."

In den vergangenen Tagen hatten mehrere andere Wissenschafter auf Twitter auf die Sublinie hingewiesen und sich über mögliche Folgen der Erbgutveränderungen ausgetauscht. So schrieb zum Beispiel der britische Virologe Tom Peacock, dass der Erreger mehrere Mutationen am sogenannten Spike-Protein aufweise, mit dem das Virus menschliche Zellen entert. Einzeln betrachtet lasse keine der Veränderungen wirklich aufhorchen, aber wenn alle zusammen auftauchten, sei es eine andere Sache. Ein weiterer Forscher schränkte aber auch selbst ein, dass die bisherigen Einschätzungen noch sehr spekulativ seien.

(Quelle: APA)

Aufgerufen am 11.08.2022 um 08:48 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/corona-infektionsplus-duerfte-sich-durch-ferieneffekt-abschwaechen-123843727

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