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Virus-Langzeitfolgen

So hart trifft die Corona-Krise Salzburgs Jugend

Unsicherheit und Angst sind Auswirkungen des Lockdowns

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Die psychische Langzeitfolgen der Corona-Krise kommen nun vermehrt auf. (SYMBOLBILD)

Unsicherheiten, Angst um den Arbeitsplatz und Gewalt innerhalb der Familie sind die Langzeitfolgen der Corona-Krise und treffen vor allem die junge Generation. Wie es den betroffenen Kindern und Jugendlichen in Salzburg geht, lest ihr hier.

Die Corona-Krise fordere junge Menschen schwer heraus. Und das nicht nur in Sachen Ausbildung und Arbeit, sondern vor allem auch in der Psyche. Laut einem Anfang August veröffentlichten Bericht der Vereinten Nationen (UNO) leiden 17 Prozent "wahrscheinlich" unter Depressionen und Ängsten. Viele junge Leute hätten demnach ein Gefühl der Unsicherheit und Angst, das sich auch auf ihre Ausbildung auswirke.

"Jugendliche halten es zuhause nicht mehr aus"

Und auch in Salzburg sind Barbara Erblehner-Swann von der Kinder- und Jugendanwaltschaft (kija) die Folgen von dem Coronavirus bekannt. Im SALZBURG24-Gespräch sagt sie: "Die psychischen Auswirkungen der intensiven Phase dieser Krise sind vor allem jetzt im Sommer besonders zu spüren." Auffällig sei, dass vermehrt Jugendliche in die Beratungsstelle kommen, weil sie es zuhause nicht mehr aushalten: "14- bis 18-Jährige brechen auf und suchen sich beispielsweise eine Wohngemeinschaft, weil sie im Lockdown innerhalb der Familie körperliche und psychische Gewalt erfahren haben."

 

Angespannte Situation am Arbeitsmarkt als extreme Belastung

Aber nicht nur zuhause kann es Probleme geben. Die derzeitige angespannte Arbeitsmarktsituation sei für die Jugendlichen oftmals eine echte psychische Belastung. "Bereits 2019 war dies zwar ebenfalls präsent, allerdings unterscheidet sich das letzte Jahr vom heurigen, denn keiner weiß so recht, wie es weitergeht", erzählt die Lebens- und Sozialberaterin. Diese Ungewissheit wiederum sei ein großer Faktor, wenn es um das psychische Wohlbefinden geht und "keinen Praktikumsplatz oder keine Lehr- oder Arbeitsstelle zu finden, nagt verständlicherweise am Selbstbewusstsein.“

Für die Kleinen wird Schulbeginn besonders schwierig

Und wie geht es den Kindern? "Dadurch, dass die Schulen im Frühling geschlossen waren und auf Homeschooling umgestellt wurde, ist es für die Kleinen im Herbst besonders schwierig, dies aufzuholen", weiß Erblehner-Swann. Auch bei einer Erhebung der Arbeiterkammer (AK) im Zeitraum Ende Februar bis Mitte April 2020 mit rund 3.500 Haushalten und circa 5.400 Schulkindern habe sich gezeigt, dass Homeschooling eine massive Belastung für die Familien war – wir haben berichtet. Neben der Hilfe durch Förderkurse und Eltern benötigen insgesamt 32 Prozent der Schüler (317.000 Personen) private Nachhilfe. 40.000 bekommen diese allerdings laut der AK-Umfrage nicht, vor allem, weil die Eltern sich diese nicht leisten können.

Psychische Langzeitfolgen kommen vermehrt auf

Jährlich wenden sich rund 3.000 Kinder und Jugendliche aus dem ganzen Bundesland Salzburg an die Beratungsstelle. Ob im Vergleich zum letzten Jahr die Fälle gestiegen sind, lasse sich zum jetzigen Zeitpunkt aber noch nicht sagen. "Es hat schon immer Spitzenzeiten gegeben – auch vor Corona. Daher kann man erst Ende 2020 wirklich sagen, wie es aussieht." Aber Erblehner-Swann kann schon jetzt berichten: "Die psychischen Langzeitfolgen kommen erst jetzt auf und vermehren sich höchstwahrscheinlich bis zum Herbst."

Beratung vor Ort

Die Beratungen in der Kinder- und Jugendanwaltschaft fanden aufgrund von Corona lange Zeit nur telefonisch statt, doch nun können Kinder und Jugendliche auch wieder persönlich vorbeikommen. "Unsere Räumlichkeiten lassen viel Abstand zu." Von 9.00 bis 13.00 Uhr hat die kija in den Sommerferien geöffnet. Ein Vorbeikommen ist ohne Termin jederzeit möglich.

Das Kern-Team der kija in Salzburg zählt gesamt rund zehn bis 15 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sich aus Psychologen, Sozialarbeiter, Juristen und Pädagogen zusammensetzen. Die unterschiedlichen Projekte, die sie anbieten, reichen von Mut in schwierigen Lebenslagen zu machen bis hin zur Unterstützung von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen.

(Quelle: SALZBURG24)

Aufgerufen am 12.04.2021 um 10:08 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/corona-krise-kinder-und-jugendliche-trifft-es-hart-91739881

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