Jetzt Live
Startseite Salzburg
Gute Erfahrungen aus Sommer

Das planen Salzburgs Touristiker für den Winter

"Deutsche Reisewarnung darf nicht passieren"

Frühere Sperrstunde, Maskenpflicht und Co: Die Corona-Maßnahmen in Salzburg werden wieder spürbar angezogen – auch um den für das Land immens wichtigen Wintertourismus zu schützen. Denn eines will man um jeden Preis verhindern: Eine Reisewarnung aus Deutschland. Wir haben uns mit SalzburgerLand Tourismus-Chef Leo Bauernberger über die anstehende Wintersaison unterhalten und bei Snow Space Salzburg nachgefragt, wie man für Covid-19 gewappnet ist.

Rekordzahlen wie in den vergangenen Jahren dürften sich im heimischen Wintertourismus heuer nicht ausgehen. "Das ist allen völlig klar", sagt Bauernberger im Gespräch mit SALZBURG24, "obwohl der Sommer alle unsere Erwartungen übertroffen hat". Demnach verzeichnete man in den Monaten Juli und August insgesamt weniger als zehn Prozent Einbußen als im Vorjahr. Dennoch gebe es ein deutliches Gefälle zu Ungunsten der Landeshauptstadt (rund 40 Prozent weniger Nächtigungen, Anm.). 

Sommer in Salzburg war "sehr gut"

"Die Sommersaison am Land war sehr, sehr gut" so Bauernberger. "Im Lungau und Teilen des Pongaus und Pinzgaus wurden sogar Zuwächse erzielt." Diesen positiven Schwung wolle man mitnehmen. Für Salzburgs Tourismus-Chef sei das eine logische Entwicklung, "denn die meisten Urlaubsgäste suchen heuer nach Erholung und Natur." 

Und genau dieser Weg soll auch im Winter 2020/21 eingeschlagen werden. "Die Gäste erwarten heuer keine Partys oder große Ski-Openings, auch wenn dabei auf Liebgewonnenes verzichtet werden muss", ist sich Bauernberger sicher. Damit hätte man bereits im Sommer Erfahrungen gemacht. Vielmehr sei die Sehnsucht groß nach einem "erholsamen und gediegenen Winterurlaub, mit viel Schnee und allem was dazu gehört." 

“Deutsche Reisewarnung darf nicht passieren” 

Hauptzielgruppe bleiben unsere Nachbarn aus Deutschland, die mit 40 Prozent den mit Abstand größten Anteil im Salzburger Tourismus ausmachen. Danach folgen heimische Gäste (23%), Urlauber aus den Niederlanden (etwa 10%) und osteuropäische Touristen (rund 13%). "Eine deutsche Reisewarnung darf nicht passieren", mahnt Bauernberger, angesprochen auf die vorverlegte Sperrstunde und Ausweitung der Maskenpflicht: "Darum begrüßen wir alle notwendigen Einschnitte, um eine weitere Corona-Ausbreitung zu verhindern und die Fallzahlen im Land niedrig zu halten." Ziel Nummer eins müsse es sein, Ansteckungen zu vermeiden.

Corona bleibt "riesige Herausforderung"

"Es ist eine riesige Herausforderung für die Salzburger Betriebe", weiß Bauernberger. "Hoteliers und Gastronomen haben einen super Job gemacht, der Salzburger Tourismus ist gewappnet." Auch wenn die Buchungslage aktuell deutlich geringer als gewohnt ausfällt, zeigt man sich auch aufgrund der Entwicklungen aus dem Sommer zuversichtlich. Unterstützend dabei helfen sollen auch die regelmäßigen Covid-19-Tests im Tourismusgewerbe (bislang rund 50.000 Testungen, Anm.). 

Wie sich die Wintersaison aber nun schlussendlich entwickeln wird, hängt nicht nur von der Entwicklung in Österreich ab, sondern auch von der Corona-Situation in den Herkunftsländern der Touristen. "Darüber hinaus spielen die allgemeine Reisebereitschaft der Menschen und natürlich auch die Entwicklung und Einführung eines Impfstoffs große Rollen – das ist Neuland für uns alle." Darum sollen – wie schon im Sommer – vermehrt heimische Urlaubsgäste in die Salzburger Berge gelockt werden. Dafür werde auch das Budget für entsprechende Werbekampagnen "deutlich" aufgestockt.  

Planungssicherheit ist auch das Stichwort bei Snow Space Salzburg, denn längst laufen die Planungen für die Wintersaison auf Hochtouren. Neu ist die siebenköpfige Taskforce, in der wöchentlich gemeinsam mit medizinischem Personal unterschiedliche Maßnahmen evaluiert werden, berichtet Pressesprecher Simon Guggi gegenüber S24. 

Keine Maskenpflicht auf der Skipiste

Man wolle ebenso auf Erfahrungen aus dem Sommer zurückgreifen und werde "alles dafür tun, den Skiurlaub so sicher wie möglich zu gestalten". Maskenpflicht gilt etwa in allen Gebäuden und an neuralgischen Punkten, wie an Talstationen oder in Seilbahnen, wo mehrere Menschen zusammenkommen. "Auf der Piste selbst wird es keine MNS-Pflicht geben", ergänzt Guggi. Mit einem Totalausfall aufgrund von Corona rechnet man bei Snow Space Salzburg jedenfalls nicht. “Wir gehen davon aus, dass die Frequenz deutlich geringer sein wird als in den letzten Jahren.” Das würde den Vorteil mit sich bringen, dass Abstandsregeln leichter eingehalten werden könnten.  

Mithelfen sollen auch Gästelenkungen, um die Besucherströme zu entzerren. "Die erste große Kontaktzone im Skigebiet ist normalerweise die Kassa", weiß Guggi, "das versuchen wir stark zu entzerren, indem wir dafür werben, das Ski-Ticket online zu kaufen." Mehrtagesgäste können sich ihre Karte an der Rezeption holen. Eine Obergrenze an Wintersportlern sei für Snow Space Salzburg jedenfalls nicht vorstellbar, genauso wenig wie Mitarbeiterkürzungen. Hauptvoraussetzung dafür dürfte die weitere Corona-Entwicklung in Österreich bzw. Salzburg sein.  

(Quelle: SALZBURG24)

Whatsapp

Aufgerufen am 22.10.2020 um 07:49 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/corona-krise-wie-sich-salzburgs-tourismus-fuer-den-winter-ruestet-93233638

Kommentare

Mehr zum Thema