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Hohe Infektionszahlen

Wie viel Risiko geht wirklich von Geimpften aus?

Salzburg will 2,5-G-Regel umsetzen

Impfung Corona PIXABAY
Nur vier von 1.000 Geimpften infizieren sich mit dem Coronavirus. Das Risiko, sich bei einer vollimmunisierten Person anzustecken, ist also gering. (SYMBOLBILD)

374 Neuinfektionen wurden in Salzburg in den letzten 24 Stunden gemeldet. Das Land will angesichts der hohen Corona-Zahlen in Zukunft auf eine 2,5-G-Regel umstellen und keine Antigen-Tests mehr akzeptieren. Wie sinnvoll diese Umstellung ist und welches Infektionsrisiko von Geimpften ausgeht, hat uns Dr. Holger Förster, Impfreferent der Ärztekammer Salzburg, erklärt.

In Salzburg steht die Corona-Ampel derzeit auf Rot – es herrscht „sehr hohes“ Infektionsrisiko. Der Großteil der Neuinfektionen betrifft Ungeimpfte. Von den Geimpften gehe auch ohne regelmäßige Tests nach wie vor nur ein sehr geringes Risiko aus, meint Förster heute im Gespräch mit SALZBURG24. Momentan komme es bei vier von 1.000 Menschen zu einem Impfdurchbruch. „Diese Menschen sind dann auch ansteckend, aber das sind nicht viele“, beruhigt der Allgemeinmediziner.

 

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Die Salzburger Miliz-Soldaten rückten in die Schwarzenberg-Kaserne ein.

Salzburg erreicht Höchstwert bei Neuinfektionen

430 Corona-Neuinfektionen meldet das Land Salzburg am Donnerstag. Das ist der bisher höchste Tageswert in diesem Jahr.

Geringes Infektionsrisiko durch Geimpfte

Von einem Impfdurchbruch spricht man, sobald der Test eines Geimpften positiv anschlägt. Wie wahrscheinlich sich Geimpfte infizieren, hänge vor allem von Alter und Immunsystem ab, erklärt Förster. „Bei alten Menschen lässt die Schutzwirkung schneller nach, bei Jungen hält sie recht gut.“ Der mit der Zeit nachlassende Schutz und die unterschiedlichen Virusvarianten würden deshalb vor allem bei Pensionisten Auffrischungsimpfungen notwendig machen.

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(SY;BOLBILD)

Auf 1.000 Geimpfte kommen vier Impfdurchbrüche

Die Wirksamkeit der Corona-Schutzimpfungen ist sehr hoch, beträgt aber wie bei allen Medikamenten und Impfungen nicht 100 Prozent. Auf 1.000 vollständig geimpfte Personen kommen somit rund vier …

Booster-Impfung wirkt

Am Beispiel Israel habe man gesehen, dass eine solche Booster-Impfung gut wirke. „Dort wurde relativ früh geimpft, eine neue Mutation hat dann für mehr Neuinfektionen gesorgt. Nach einer Auffrischung gingen die Zahlen auch rasch wieder runter“, so der Impfreferent. Solange regelmäßig aufgefrischt werde, seien die unterschiedlichen Varianten daher kein großes Problem. In Salzburg haben nach Angaben des Landes mittlerweile 14.910 Menschen eine solche Auffrischungsimpfung bekommen.

Nach Impfung Test nur bei Symptomen sinnvoll

Die Testpflicht auch auf Geimpfte auszuweiten ist in den Augen des Arztes „Geldverschwendung“. Da von Geimpften nur ein sehr geringes Infektionsrisiko ausgehe, sei es ausreichend, wenn bei Symptomen getestet wird. Im Gesundheitsbereich würden sich Vollimmunisierte oftmals auch freiwillig weiter testen lassen. „Da braucht es keine Pflicht.“

 

Testbereitschaft bei Geimpften hoch

Eine Studie der Uni Wien zeigt, dass die Testbereitschaft der Geimpften ohnehin hoch ist. Im Rahmen einer Umfrage gaben nur 3,8 Prozent der vollimmunisierten Befragten an, kein einziges Mal in den letzten vier Wochen einen Corona-Test gemacht zu haben. Über ein Drittel der befragten Geimpften ließ sich sogar mehr als viermal im selben Zeitraum testen. Im Gegensatz dazu gaben 28,9 Prozent der Ungeimpften an, keinen Test gemacht zu haben, 21,5 Prozent haben öfter als viermal in den erfragten vier Wochen einen Corona-Test gemacht.

 

Salzburg will Umstellung auf 2,5-G

Wie Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP) gegenüber den Salzburger Nachrichten ankündigt, werde die 2,5-G-Regel für Salzburg kommen. Ungeimpfte müssten dann einen PCR-Test machen, Antigentests würden nicht mehr akzeptiert werden. Ein konkretes Datum gebe es dafür aber noch nicht. Diesen Vorstoß begrüßt Förster: „Wohnzimmer- und Nasenbohrer-Tests sind nicht sehr zuverlässig, sie sind eher ein Vorscreening.“ PCR-Tests hingegen seien der Goldstandard, eine Umstellung auf eine 2,5-G-Regel sei deshalb „sicher sinnvoll“. Gerade wegen der steigenden Zahlen sei es aber wichtig, dass die Corona-Tests weiterhin kostenlos angeboten werden. Irgendwann sollte jedoch auch das wegfallen, meint Förster. „Eine gut schützende, kostenlose Impfung, die nicht angenommen wird und gratis Zutrittstests passen inhaltlich einfach nicht zusammen.“

(Quelle: SALZBURG24)

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