Jetzt Live
Startseite Salzburg
Ausbreitung verhindern

Coronavirus: Der Leitfaden für Salzburgs Spitäler

Das passiert bei Verdacht auf Lungenkrankheit

SALK NEUMAYR/PROBST/ARCHIV
An den Salzburger Landeskliniken wird das Coronavirus aufmerksam verfolgt. (ARCHIVBILD)

Bereits zwei Verdachtsfälle des Coronavirus gab es in Österreich. In beiden Fällen in Wien konnte Entwarnung gegeben werden. Trotzdem werden hierzulande Vorkehrungen getroffen. Auch in den Salzburger Landeskliniken (SALK). Dort gibt es einen Leitfaden für Verdachts-und Ernstfälle.

Auf Anfrage von SALZBURG24 erklärt Sprecher Wolfgang Fürweger am Montag, dass an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein Informationsschreiben ausgeschickt wurde. Die Maßnahmen seien für das MERS-Virus zusammengestellt worden, das dem Coronavirus sehr ähnlich sei, und wurden nun aktualisiert, erläutert Fürweger.

In dem Schreiben wird erklärt, welche Hygienemaßnahmen zu treffen sind und wie sich Ärztinnen, Ärzte und Pflegepersonal im Ernstfall zu verhalten haben.

Einzelzimmer auf Infektionsstation

Ist eine Coronaerkrankung bei einer Patientin oder einem Patienten wahrscheinlich, wird schon beim Transport auf Schutzkleidung und eine Atemschutzmaske mit Ventil geachtet. Im Krankenhaus kommen Patientinnen und Patienten anschließend auf die Infektionsstation in ein Einzelzimmer. Damit sich das Virus von dort aus nicht weiter ausbreitet, wird eine Schleuse aktiviert sowie eine eigene Belüftung.

Bei Verdacht im Krankenhaus anrufen

In solchen Fällen werden Betroffene unter Quarantäne gestellt. Nachdem, was man bisher über das Virus weiß, dürften 14 Tage wohl ausreichen, erklärt Oberarzt Alexander Egle im Gespräch mit SALZBURG24. Er ist an der Universitätsklinik für Innere Medizin tätig. Sollte man selbst vermuten, an Coronavirus erkrankt zu sein, ist eine telefonische Beratung sinnvoll. "Jeder Verdachtsfall sollte primär telefonisch geklärt werden", rät Egle. Dazu reiche ein Anruf im Krankenhaus, eine Notrufnummer zu wählen, sei laut Egle nicht notwendig.

Freilich könne telefonisch nur eine erste Diagnose gestellt werden. Sollte sich der Verdacht aber erhärten, können Betroffene mit den entsprechenden Sicherheitsmaßnahmen ins Krankenhaus gebracht werden. Weitere mögliche Ansteckungen können so in Grenzen gehalten werden, in manchen Fällen könne auch eine Isolation zuhause ausreichen.

Grafik Coronavirus Nachweis APA

Ausbreitung verhindern

Wird ein Verdacht auf das Coronavirus erst im Spital festgestellt, kommen Betroffene in einen leeren Ambulanzraum. Dort werden sie mit Schutzkleidung ausgestattet, die auch das Krankenhauspersonal trägt. Dazu gehören:

  • Schutzanzug oder langärmeliger, flüssigkeitsdichter, hinten geschlossener Mantel
  • Handschuhe
  • Schutzbrille oder Visier
  • Dicht sitzende Atemschutzmaske
  • Flüssigkeitsdichte Schürze
Schutzleidung, Coronavirus, Krankenhaus, Seuche, SB APA/HELMUT FOHRINGER
Die Schutzkleidung soll Krankenhauspersonal und Besucher vor einer Ansteckung schützen. (SYMBOLBILD)

Coronavirus: Hygienepersonal informieren

Sobald die Patientin oder der Patient ins Einzelzimmer verlegt wird, wird die gesamte Ambulanz desinfiziert. Dabei sei eine Einwirkzeit von einer Stunde einzuhalten, heißt es in dem Informationsschreiben. Außerdem muss das Hygienepersonal über den Fall informiert werden. Jene Menschen, die ungeschützten Kontakt zum Betroffenen hatten – beispielsweise im Warteraum – werden ebenfalls aufgenommen.

Zudem müssen Verdachts-, Erkrankungs- und Todesfälle durch das Coronavirus von Seiten der Ärztinnen und Ärzte gemeldet werden, informiert das Sozialministerium. Die Information ergeht dabei an das jeweilige Gesundheitsamt, erklärt Egle. Dieses kümmere sich auch um die Beobachtung der Kontaktpersonen.

Schutzkleidung und Desinfektion

Während sich der bzw. die Erkrankte auf der Station befindet, gelten strengere Vorsichtsmaßnahmen. Das Zimmer darf nur mit Schutzkleidung betreten werden, alle Pflegehilfsmittel oder auch Dinge wie Blutdruckmessgeräte oder Stethoskope bleiben im Zimmer und werden nicht für andere Patientinnen und Patienten verwendet. Mobile Geräte, etwa zum Röntgen, werden in der Schleuse desinfiziert.

Ihr Zimmer dürfen Betroffene nicht verlassen. Ist ein Transport medizinisch notwendig, weil bestimmte Tests durchgeführt werden müssen, braucht es eine Besprechung mit der Krankenhaushygiene.

Wenig Besuch für Betroffene

Regeln gibt es auch für die getragene Schutzkleidung sowie Müll, der bei der Behandlung anfällt. Dafür ist der Infektionsmüll vorgesehen, Wäsche ist als Infektionswäsche zu entsorgen. Benütztes Geschirr wird in einem geschlossenen Behälter abtransportiert.

Isolation bedeutet im Fall einer Coronaviruserkrankung nicht nur das Abschotten von allen anderen Patientinnen und Patienten, sondern auch so wenig Besuch wie möglich. Je weniger Menschen mit dem Erkrankten in Kontakt kommen, umso geringer ist das Risiko einer Übertragung.

(Quelle: SALZBURG24)

Aufgerufen am 22.04.2021 um 05:48 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/coronavirus-ablauf-bei-verdacht-in-salzburger-landeskliniken-82595032

Kommentare

Mehr zum Thema