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Was ihr über das Coronavirus wissen müsst

Fragen und Antworten zur Lungenkrankheit

Von China aus verbreitet sich ein neues Coronavirus derzeit auch in Europa. Wie gefährlich das neuartige Virus ist, wie es übertragen wird und ob es bereits eine Behandlung gibt: Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um die Lungenerkrankung bekommt ihr hier.

Das neue Virus heißt laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) „2019-nCoV“. Es gehört zum Stamm der Coronaviren, die hauptsächlich die Atemwege angreifen. Das kann von einer gewöhnlichen Erkältung bis zu schwerwiegenden Krankheiten wie dem „Middle East Respiratory Syndrom“ (MERS) oder „Severe Acute Respiratory Syndrome“ (SARS) führen. An SARS erkrankten in den Jahren 2002/2003 weltweit 8.096 Menschen, 774 von ihnen starben. Neu ist das Virus deshalb, weil dieser Stamm bisher nicht bei Menschen diagnostiziert werden konnte.

Wie kann ich mich mit Coronavirus anstecken?

Die Übertragung des neuartigen Coronavirus passierte – wie bei anderen Coronaviren – von Mensch zu Tier. Nach derzeitigen wissenschaftlichen Erkenntnissen hat das Virus seinen Ursprung im Huanan Seafood-Großhandelsmarkt, einem Markt für Meeresfrüchte in Wuhan und wurde offenbar von Fledermäusen auf Schlangen und dann auf den Menschen übertragen, wie Ursula Wiedermann-Schmidt, die Leiterin der Infektiologie an der MedUni Wien, erklärte. Die genaue Herkunft des Virus ist aber noch unklar. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist laut WHO nachgewiesen. Inzwischen gibt es laut der Infektiologin vermehrt Anzeichen, dass eine Ansteckung auch während der Inkubationszeit, die bis zu 14 Tagen betragen kann, möglich ist.

 

Welche Symptome zeigt die Lungenkrankheit?

Laut WHO löst das neue Virus Atembeschwerden, Fieber und Husten aus. In schwereren Fällen kann es eine Lungenentzündung verursachen, zu Nierenversagen und zum Tod führen. Todesfälle traten bisher vor allem bei Patienten auf, die bereits zuvor an schweren Grunderkrankungen litten bzw. älter waren.

Die Symptome können denen einer Grippe ähneln. Dass die Krankheit gerade in der Grippe-Hochsaison ausgebrochen ist, mache eine Diagnose schwieriger, erklärt der Salzburger Oberarzt Alexander Egle im Gespräch mit SALZBURG24.

Wie hoch ist das Infektionsrisiko?

Derzeit sind alle Erkrankungen mit dem Coronavirus in Zusammenhang mit Reisen nach China bzw. Wuhan in Verbindung zu bringen. Die Inkubationszeit beträgt in etwa 14 Tage, wodurch sich der Kreis der möglicherweise betroffenen in Österreich noch weiter einschränkt. Zwei Verdachtsfälle gab es in Wien, sie haben sich nicht bestätigt. "Das Virus ist keinesfalls vergleichbar mit Ebola“, schildert Egle. Eine weltweite Pandemie wird von Seiten der WHO als gering eingestuft.

Besteht in Salzburg Grund zur Sorge?

„Derzeit ist ein Ausbruch in Salzburg noch hypothetisch und kein sehr realistisches Szenario“, sagt Egle. Zudem seien bisher deutlich weniger Patientinnen und Patienten erkrankt und gestorben, als in Österreich während der Grippesaison. Im letzten Jahr etwa forderte die Grippe allein in Österreich 1.000 Tote. Am 2019-nCoV starben bisher 81 Menschen.

Trotzdem sei ein hohes Maß an Aufmerksamkeit wichtig, damit sich das Coronavirus nicht weiter verbreite, betont Egle. Man müsse einen vernünftigen Weg finden, das sei auch Sinn des Leitfadens, der in den Landeskliniken an das Krankehauspersonal ausgeschickt wurde (wir haben berichtet).

Coronavirus, Europa APA

Wie kann ich mich schützen?

Um generell die Ausbreitung von Infektionskrankheiten der Atemwege zu vermeiden, sollte besonders in Regionen mit Fällen des neuartigen Coronavirus auf gute Händehygiene geachtet werden und die Husten- und Nies-Etikette sowie Abstand zu Erkrankten eingehalten werden. In Anbetracht der herrschenden Grippewelle sind diese Maßnahmen derzeit aber überall und jederzeit angeraten. Eine Impfung wird wohl nicht vor 2021 erhältlich sein.

Worauf muss ich bei China-Reisen achten?

Generell rät das österreichische Außenministerium im Moment von Reisen in die hauptbetroffene Provinz Hubei ab. Für China-Reisende hat das Ministerium folgende Ratschläge:

  • Kontakt zu kranken Menschen, die an akuten Atemweginfektionen leiden, vermiden.
  • Kontakt zu Tieren (lebend oder tot) vermiden.
  • Märkte mit lebenden Tieren oder tierischen Produkten sollten gemieden werden
  • Hände regelmäßig mit Wasser und Seife waschen, insbesondere nach direktem Kontakt mit kranken Menschen oder ihrer Umgebung
  • Mund und Nase mit einem Papiertaschentuch oder mit Kleidung (nicht mit den Händen) bedecken, wenn Sie husten oder niesen
(Quelle: APA/SALZBURG24)

Aufgerufen am 17.04.2021 um 02:15 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/coronavirus-die-wichtigsten-fragen-und-antworten-zur-lungenkrankheit-82604965

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